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Startseite»Nachrichten»Gewalt überschattet Abstimmung: Rechter Außenseiter liegt bei Kolumbien-Wahl vorn
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Gewalt überschattet Abstimmung: Rechter Außenseiter liegt bei Kolumbien-Wahl vorn

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 1, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Gewalt überschattet Abstimmung Rechter Außenseiter liegt bei Kolumbien-Wahl vorn

Abelardo de La Espriella wirbt für einen harten Sicherheitskurs, einen schlankeren Staat und ein kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Der Wahlkampf in Kolumbien wird von einer schweren Gewaltwelle überschattet. Schnell dürfte sich die Lage nicht entspannen: Nach der ersten Runde geht es nun in die Stichwahl. Mehr als 40 Millionen Bürger des südamerikanischen Landes stehen vor einer Richtungsentscheidung.

Die Präsidentschaftswahl in Kolumbien geht in eine Stichwahl zwischen dem rechtsgerichteten Anwalt Abelardo de la Espriella und dem linken Senator Iván Cepeda. Nach Auszählung von knapp 99,5 Prozent der Stimmen kam de la Espriella auf 43,7 Prozent und Cepeda auf knapp 41 Prozent, wie die Wahlbehörde mitteilte. Da keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, fällt die Entscheidung über das Präsidentenamt erst in der Stichwahl am 21. Juni.

Rund 41 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, einen Nachfolger des linken Präsidenten Gustavo Petro zu wählen, der nach der Verfassung nicht erneut kandidieren durfte. Die Abstimmung galt auch als Entscheidung darüber, ob Kolumbien den von Petro eingeschlagenen Kurs mit höheren Sozialausgaben und Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen fortsetzt oder einen konservativeren Weg einschlägt.

Die konservative Senatorin Paloma Valencia, die vor der Wahl ebenfalls zu den aussichtsreichsten Bewerbern gezählt hatte, landete mit knapp sieben Prozent der Stimmen deutlich hinter den beiden Spitzenkandidaten. Cepeda tritt für das Regierungslager an und will den Reformkurs Petros fortsetzen. De La Espriella präsentiert sich als politischer Außenseiter, der noch nie ein politisches Amt bekleidete. Er wirbt für einen harten Sicherheitskurs, einen schlankeren Staat und ein kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen.

Der Wahlkampf war zuletzt von einer angespannten Sicherheitslage überschattet worden. Im Vorfeld der Abstimmung kam es zu mehreren Anschlägen, bei denen Zivilisten, Soldaten und Polizisten getötet oder verletzt wurden. Die Leiterin des Kolumbien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Kristin Wesemann, hatte zuletzt von „einer der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre“ gesprochen.

Petro war 2022 als erster linker Präsident in der Geschichte Kolumbiens gewählt worden. Während seine Anhänger auf sinkende Armutszahlen, höhere Sozialausgaben und Mindestlohnerhöhungen verweisen, werfen Kritiker ihm vor, mit seinem Vorhaben eines „totalen Friedens“ keinen entscheidenden Durchbruch gegen bewaffnete Gruppen erreicht zu haben.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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