KURZMELDUNG · SCHWEIZ; DIE METHODE FUNKTIONIERT GRUNDSÄTZLICH AUCH IN ÖSTERREICH UND DEUTSCHLAND.
Im Gmail-Postfach oder im SMS-Verlauf erscheint eine Sicherheitsmeldung von Google. Darin stehen ein vermeintlicher Bearbeiter und eine Fallnummer, kurz darauf ruft der „Google Security Support“ an. Das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) warnt seit 22. September 2026 mit hoher Dringlichkeit: Die Nachricht ist echt, der Supportfall erfunden.
Die Täter eröffnen zunächst ein eigenes Google-Konto und tragen die Mailadresse des Opfers als Wiederherstellungsadresse ein. Dann vergeben sie für ein App-Passwort einen Namen, der wie ein Supportfall aussieht. Google übernimmt diesen frei gewählten Text in eine echte Sicherheitsmeldung an die hinterlegte Adresse.
Kurz darauf folgt ein Anruf über eine gefälschte Schweizer Rufnummer. Der angebliche Support verweist auf eine Seite unter sites.google.com. Die Seite liegt tatsächlich bei Google Sites, doch das eingebettete Anmeldeformular übermittelt Mailadresse und Passwort an die Täter.
Nach der Kontoübernahme legen die Angreifer ein eigenes App-Passwort an. Das ist ein separater Zugangscode für Programme oder Geräte. Es kann weiter funktionieren, obwohl das normale Kontopasswort geändert wurde. In einem gemeldeten Fall wurden dadurch noch längere Zeit E-Mails und Kontakte mit einem Gerät im Ausland synchronisiert. Das BACS berichtet von mehreren Meldungen.
Wie die Täter passende Mailadressen und Telefonnummern zusammenführen, wissen wir nicht. Die Methode selbst ist nicht auf die Schweiz beschränkt: Sie reiht echte Google-Systempost, eine vertraut wirkende Telefonnummer und eine Google-Sites-Adresse aneinander. Keines dieser Merkmale bestätigt, dass der Anrufer oder das Anmeldeformular zu Google gehört.
Quellen
Über dieses Format: Für unsere Kurzmeldungen sammeln und prüfen wir aktuelle Entwicklungen aus verlässlichen Quellen. Nach der redaktionellen Bearbeitung werden die Meldungen über unser eigenes Mimikama-Kurzmeldungs-System veröffentlicht. Daher können mehrere Beiträge denselben Veröffentlichungszeitpunkt tragen.
