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Wird es mehr Funklöcher geben?: 2G-Mobilfunk ist bald Geschichte

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Wird es mehr Funklöcher geben?2G-Mobilfunk ist bald Geschichte

Wer ein altes Handy aus den Nullerjahren nutzt, das nicht mit 4G und 5G kompatibel ist, muss spätestens 2028 neuere Technik kaufen. (Foto: picture alliance / dpa Themendienst)

Nostalgie-Fans aufgepasst: Wer noch ein altes Handy aus den Nullerjahren besitzt, wird es bald womöglich nicht mehr nutzen können. Denn der veraltete 2G-Standard wird 2028 abgeschaltet. Für die meisten Nutzer ändert sich nichts – in abgelegenen Gebieten könnte aber das eine oder andere Funkloch entstehen.

Der veraltete Mobilfunk-Standard 2G nähert sich seinem Ende. Der Handynetzbetreiber O2 Telefonica kündigte in München an, die Technologie in der zweiten Jahreshälfte 2028 in Deutschland abzuschalten. Vor mehr als 30 Jahren war 2G für Telefonate und SMS eingeführt worden, inzwischen geht es in den Handynetzen aber vor allem um Datenverkehr. Während die Anzahl der Telefonate und SMS sinkt, steigt die Datenmenge immer weiter an.

2G kann nur minimal Daten transportieren – für eine Mail ohne Anhang dürfte es reichen, für mehr nicht. 2G werde den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, sagte O2-Technikchef Mallik Rao. „Heute bieten flächendeckende 4G- und 5G-Netze deutlich mehr Leistung für Streaming, mobiles Arbeiten und vernetzte Anwendungen.“ 2G steht für 2. Generation der Mobilfunk-Standards. Es wird auch GSM genannt, dieses Kürzel steht für „Global System for Mobile Communications“.

Die Konkurrenten Vodafone und Deutsche Telekom haben das Ende von 2G ebenfalls für 2028 angekündigt. Durch die Abschaltung werden Frequenzen frei, die die Netzbetreiber für ihre anderen Mobilfunk-Standards nutzen möchten. „So verbessern wir unsere Netze genau dort, wo Menschen und Unternehmen sie jeden Tag brauchen“, sagte Rao.

Folgen der 2G-Abschaltung für Verbraucher

Die Nachfolgetechnologie 3G wurde bereits 2021 abgeschaltet, 2G lief als eine Art Notfall- und Minimalnetz weiter: Wo das Handy sonst nichts empfing, sollten zumindest Anrufe und Kurznachrichten möglich sein. Laut Bundesnetzagentur decken 2G-Antennen von mindestens einem Betreiber 99,78 Prozent der Fläche Deutschlands ab. Inzwischen ist der Ausbau mit modernen Antennen aber weit vorangeschritten, 4G-Antennen erreichen bereits 97,79 und 5G-Antennen 95,29 Prozent der Landesfläche.

Bis Ende 2028 dürften diese Werte weiter steigen – die Gefahr, dass Handynutzer wegen des 2G-Abschaltens im Funkloch landen, dürfte nicht allzu groß sein. Dass dies beim Waldspaziergang doch mal passiert, ist aber möglich – denn ob dort, wo aktuell noch 2G funkt, in Zukunft 4G oder 5G funkt, ist offen.

Für die meisten Verbraucher ändere sich nichts, hieß es von O2. Bis zur Abschaltung bleibe 2G nutzbar. Wer noch immer ein uraltes Handy aus den Nullerjahren nutzt, das nicht mit 4G und 5G kompatibel ist, muss allerdings doch mal neuere Technik kaufen. Die meisten Verbraucher „können dem 2G-Ende in der Regel gelassen entgegensehen“, sagte O2-Manager Rao.

Eine gewisse Bedeutung spielt 2G noch beim sogenannten Internet of Things (IoT), also vernetzten Maschinen und Anlagen. So sind bestimmte Sensoren in Logistikhallen und Industriestandorten über 2G verbunden, etwa für Alarmsysteme oder Feuermelder. Aber auch hier gibt es längst bessere Technik. Die Ankündigung der Abschaltung versteht O2 auch als Signal an Firmen. „Wer heute noch 2G in Geräten oder Anlagen nutzt, sollte die Umstellung jetzt starten“, sagte Rao. „Frühes Handeln senkt das Risiko von Ausfällen und schafft die technologische Grundlage für die nächsten Jahre.“

Vodafone geht einen etwas anderen Weg. Die Firma möchte 2G zwar ebenfalls 2028 runterfahren, ein Teil des 2G-Spektrums soll aber bis 2030 bestehen bleiben. Damit sollen Industriefirmen bestimmte IoT-Anwendungen doch noch über den veralteten Funkstandard nutzen können, für normale Handynutzer ist hingegen Schluss. 2030 endet das Angebot auch für die Industriefirmen. „Durch das Abschalten von 2G erhöht sich für LTE und 5G im sogenannten Low Band die verfügbare Bandbreite“, sagte der Technikchef von Vodafone Deutschland, Fabrizio Rocchio. „Daraus resultiert ein Kapazitätsgewinn von rund zehn Prozent.“

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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