Alternative zu Patriot„Unmögliche“ Rakete der Ukraine schafft wichtigen Test
Die Situation der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf hat sich in den vergangenen Monaten deutlich gebessert. Eines ihrer größten Probleme besteht aber weiterhin: der mangelnde Schutz gegen Russlands ballistische Raketen. Große Hoffnungen ruhen auf einer Eigenproduktion.
Das ukrainische Unternehmen Fire Point hat laut eigenen Angaben erfolgreich eine Flugabwehrrakete mit dem Namen FP-7.X getestet. Sie soll die Basis für das Flugabwehrsystem Freyja sein, das zur Bekämpfung von ballistischen Raketen entwickelt wird. Russland setzt bei Luftangriffen teilweise Dutzende davon ein. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, sie abzufangen.
Iryna Terekh, CEO des Rüstungsunternehmens, schrieb in einem Beitrag auf X, die FP-7.X habe einen vollständig kontrollierten Manöverflug absolviert. Auch wenn Fire Points Ziele unmöglich erscheinen würden, wolle man sie so schnell Wirklichkeit werden lassen. Die Entwicklung einer Abfangrakete zur Bekämpfung von ballistischen Bedrohungen ist ein hochkomplexes Unterfangen, besonders in einem kurzen Zeitraum.
Der Ukraine stehen bislang für die Abwehr von ballistischen Raketen rund zehn in den USA entwickelte Patriot-Systeme zur Verfügung. Mit fünf Stück hat die meisten davon Deutschland geliefert. Es gibt allerdings einen chronischen Mangel an geeigneten Abwehrraketen. Kiew ist auf Lieferungen von Partnern angewiesen. Von der modernsten Patriot-Abfangrakete PAC-3 werden weniger als 1000 Stück pro Jahr produziert. Daneben verfügt die Ukraine auch über das italienisch-französische SAMP/T, es sind jedoch nur zwei Systeme davon im Land.
Terekh kritisierte, dass die Ukraine nicht schon lange vorher in eine Flugabwehrrakete zur Bekämpfung von ballistischen Bedrohungen investiert hat. Russland führt gegen östliche Regionen bereits seit 2014 Krieg. „Wenn ein Land über Jahre hinweg die Ingenieurausbildung unterfinanziert, Forschungsausgaben kürzt, industrielle Kompetenzen verliert oder sich daran gewöhnt, auf fremde Technologien angewiesen zu sein, häuft es schrittweise ein strategisches Defizit an“, so Terekh.
Auch deutsches Unternehmen beteiligt
Die ukrainische Nachrichtenagentur Unian berichtete, dass Fire Point auch einen Suchkopf des deutschen Unternehmens Diehl Defence integrieren will. Ein solcher ist dafür da, das abzufangende Ziel zu erfassen. Beide Firmen hatten in diesem Jahr eine Partnerschaft vereinbart.
Fire Point ist vor allem bekannt für den Flamingo-Marschflugkörper. Mit diesem greifen die ukrainischen Streitkräfte immer wieder Ziele tief im russischen Hinterland an. Bei dieser Fähigkeit gab es aufgrund fehlender eigener Waffen und mangelnder Ausstattung durch Verbündete ebenfalls lange Zeit eine große Schwachstelle.
