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Startseite»Politik»ISS-Besatzung muss vorübergehend Schutz suchen
Politik

ISS-Besatzung muss vorübergehend Schutz suchen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 05.06.2026 • 18:38 Uhr

Risse und Lecks an einem Modul der Internationalen Raumstation bereiten der NASA seit Längerem Sorge. Nun sollten sie repariert werden – zur Sicherheit musste die Besatzung sich vorübergehend in ihr angedocktes Raumschiff zurückziehen.

Auf der Internationalen Raumstation (ISS) hat es einen Zwischenfall gegeben. Wegen Lecks an einem Modul wies die NASA fünf Astronauten an, sich in ihr an der Station angedocktes Raumschiff „Crew Dragon“ zu begeben und auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten.

Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, während zwei russische Besatzungsmitglieder versuchen sollten, ein Luftleck am Swesda-Modul zu beheben, so die US-Raumfahrtbehörde. Die Risse am russischen Modul seien schon immer ein Problem gewesen, hieß es von der NASA, sie hätten sich aber zunehmend verschlimmert, weshalb nun „umfangreichere Reparaturen“ geplant gewesen seien. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters gab es bei der NASA Bedenken gegen die Art und Weise der Arbeiten.

Arbeiten unterbrochen, Crew kehrt zurück

Etwa zwei Stunden später hob die NASA die Anweisung auf und teilte den Astronauten mit, dass sie zur Station zurückkehren könnten. Roskosmos habe die Reparaturen pausiert, es würden weitere Messungen erfolgen und Daten gesammelt.

Roskosmos teilte mit, dass ihre Experten zwei Lecks an Bord der Internationalen Raumstation entdeckt hätten, für die Besatzung jedoch keine unmittelbare Gefahr bestehe. Das erste Leck sei rasch abgedichtet worden, und derzeit liefen die Vorbereitungen zur Abdichtung des zweiten. „Die Sicherheit der Besatzung und der Bordsysteme ist nicht gefährdet, der Druck an Bord der ISS ist stabil und wird auf dem vorgesehenen Niveau gehalten.“

Die NASA und Roskosmos – die beiden Hauptbetreiber der Station – streiten seit Monaten über die Ursache und mögliche Reparaturmaßnahmen für kleine Luftlecks im Servicemodul Swesda.

Am russischen Modul der ISS wurden seit Längerem Luftlecks beobachtet.

Bisher noch keine Evakuierung nötig

Auf der ISS befinden sich derzeit sieben Astronauten aus zwei Missionen: das Crew-12-Team – die NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, die ESA-Astronautin Sophie Adenot und der Roskosmos-Kosmonaut Andrej Fedjajew -, das im Februar eintraf. Die andere Besatzung, bestehend aus dem US-Astronauten Christopher Williams und den beiden Kosmonauten Sergej Kud-Swertschkow und Sergej Mikajew, war bereits im November angekommen. Kud-Swertschkow und Mikajew waren mit den Reparaturarbeiten betraut worden.

An Bord der ISS leben und forschen seit mehr als 25 Jahren kontinuierlich Raumfahrer und Raumfahrerinnen. Sie ist einer der wenigen Orte, an denen es während des Angriffskriegs in der Ukraine noch eine Zusammenarbeit westlicher Nationen mit Russland gibt.

Anweisungen, sich in einen Sicherheitsbereich zu begeben, sind selten – allerdings haben in den vergangenen Jahren Weltraumschrottteile und kleinere Luftlecks entsprechende Maßnahmen ausgelöst. In ihrer Geschichte musste die ISS jedoch noch nie evakuiert werden.

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