Es geht um die Verbindung von Armee und Gesellschaft – und letztendlich auch um Rekrutierung: Mehr als 100.000 Menschen waren beim „Tag der Bundeswehr“ an Standorten in ganz Deutschland. Zur Freude von Verteidigungsminister Pistorius.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat sich erfreut gezeigt, dass so viele Menschen zum diesjährigen „Tag der Bundeswehr“ gekommen sind. Bis zum Mittag seien an den unterschiedlichen Standorten bereits mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher gezählt worden, sagte Pistorius im bayerischen Neubiberg bei München.
Zugleich beschwor der SPD-Politiker einen stärkeren Zusammenhalt von Gesellschaft und Truppe. Es habe in den vergangenen Jahren wenig Raum für Begegnungen gegeben, das ändere sich durch solche Tage. Der Aktionstag sei „ein gutes Instrument, um wieder eine stärkere Verbindung zu schaffen zwischen der Gesellschaft als solcher und einer Bundeswehr der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Uniform“, betonte Pistorius.
„Unsere Demokratie braucht Schutz“
„Unsere Demokratie braucht Schutz“, betonte der Verteidigungsminister. Für den Schutz nach außen sei die Bundeswehr zuständig. Dafür verdienten die Soldatinnen und Soldaten „Respekt und Dank“.
Gerade auch in Zeiten harter gesellschaftlicher Debatten sei dies nicht selbstverständlich. „Umso wichtiger ist es, dass die Soldatinnen und Soldaten fest in der Mitte der Gesellschaft stehen“, betonte Pistorius.
Zehn Standorte in ganz Deutschland
Am „Tag der Bundeswehr“ stellen die Streitkräfte ihren Fuhrpark und ihr militärisches Gerät vor und stehen Bürgerinnen und Bürgern für Fragen zur Verfügung. Insgesamt hatten zehn Bundeswehrstandorte für Interessierte geöffnet.
Den jährlichen Bundeswehrtag gibt es seit 2015, im vergangenen Jahr hatte die Bundeswehr insgesamt rund 280.000 Besucherinnen und Besucher registriert.
Merz auf Fliegerhorst in Norddeutschland
Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte den Luftwaffenstützpunkt Laage bei Rostock. „Unsere Soldatinnen und Soldaten sorgen dafür, dass wir im Hier und Heute verteidigungsbereit sind. Sie können sich auf unsere Unterstützung verlassen – am Tag der Bundeswehr und an jedem anderen Tag“, teilte der CDU-Politiker anschließend auf X mit.
In Laage werden die Eurofighter-Piloten ausgebildet. Rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten sind dort stationiert. Zu sehen waren unter anderem Transportflugzeuge vom Typ A400M. Das Programm in Neubiberg hatte die Bundeswehr-Uni organisiert. Es wurden entsprechend akademische Angebote vorgestellt, aber auch Militärfahrzeuge, Fluggerät und Fallschirmsprünge vorgeführt.
Auch ein Werben um neue Rekruten
Der Aktionstag soll auch helfen, mehr Menschen für die Bundeswehr zu gewinnen. Denn angesichts der Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten NATO-Ziele ist eine deutliche Aufstockung der Armee geplant.
So soll die aktive Truppe auf 260.000 Männer und Frauen wachsen. Ende des ersten Quartals waren es rund 185.000. Seit 1. Januar gilt das neue Gesetz für den neuen Wehrdienst auf freiwilliger Basis. Alle Männer und Frauen, die volljährig werden, erhalten Fragebögen, um Eignung und Motivation für die Bundeswehr zu erheben. Junge Männer müssen den Bogen verpflichtend ausfüllen, für junge Frauen ist dies freiwillig.
