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Am 12. Juni: Was bedeutet der SpaceX-Börsengang für ETF-Anleger?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Am 12. Juni Was bedeutet der SpaceX-Börsengang für ETF-Anleger?

Wo geht die Reise hin? ETF-Anleger fragen sich: Was bedeutet der Börsengang von SpaceX für mein Portfolio? (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/dpa-pool)

SpaceX startet als Börsenneuling mit Rekordbewertung. Was das für die Zusammensetzung und das Risiko von gängigen ETFs wie den MSCI World bedeutet, erklärt ein Experte.

SpaceX geht an die Börse. Der Handelsstart der Papiere von Elon Musks Raumfahrtunternehmen wird für diesen Freitag, 12. Juni, erwartet. Der Börsengang wird als bislang größter in die Geschichte eingehen. Grund dafür ist die Bewertung des Unternehmens mit rund 1,77 Billionen US-Dollar, womit SpaceX aus dem Stand unter die sechs wertvollsten Unternehmen der Welt rutscht – und damit über kurz oder lang auch Eingang in gängige börsengehandelte Indexfonds (ETF) finden wird, wie sie viele deutsche Anlegerinnen und Anleger besparen.

Und genau hier sehen manche Expertinnen und Experten einen Risikofaktor: Denn SpaceX verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von nur rund 19 Milliarden US-Dollar und machte dabei einen Verlust von rund 5 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Der Facebook-Mutterkonzern Meta, der gut eine halbe Milliarde weniger wert ist, machte im vergangenen Jahr mehr als 200 Milliarden US-Dollar Umsatz bei einem Gewinn von über 80 Milliarden US-Dollar.

Die SpaceX-Bewertung ist darum eher eine Wette auf die Zukunft, weil den Geschäftsfeldern der Satelliten-Konnektivität und der Künstlichen Intelligenz, in denen sich SpaceX mit seinen Tochterunternehmen verdingt, große Potenziale vorausgesagt werden. Aber was bedeutet diese Unsicherheit für ETF-Sparerinnen und -Sparer?

Effekte auf Welt-ETF-Kurse überschaubar

Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW hält die Effekte des Börsengangs für sie für überschaubar. Denn selbst wenn SpaceX etwa in den großen und breit gestreuten MSCI World Index mit seinen rund 1400 Unternehmen aufgenommen wird, an welchem sich viele beliebte ETF orientieren, wird der Anteil der SpaceX-Papiere marginal sein.

Weil nur ein geringer Teil dieser Papiere zunächst frei handelbar sein wird, könnte deren Anteil in gängigen Weltindizes noch nicht einmal ein Gewicht von 0,1 Prozent bekommen, teilt das Ratgeberportal Finanztip mit. Der Einfluss von Erfolg oder Misserfolg des Weltraumkonzerns würde sich damit kaum auf die Kurse beliebter Welt-ETF auswirken.

Bei anderen ETF mit weniger breiter Streuung, zum Beispiel einigen Branchen-ETF, könnte der Einfluss von SpaceX eine größere Bedeutung bekommen, schätzt Verbraucherschützer Scherfling. Beim Erwerb von Einzelaktien sind Anlegerinnen und Anleger direkt und unmittelbar der Entwicklung des Weltraumunternehmens ausgesetzt. Davon rät Scherfling gerade unerfahrenen Privatanlegern aber ohnehin grundsätzlich ab.

Anlass für regelmäßigen Depot-Check

„Der beste Schutz ist und bleibt eine breite Streuung der eigenen Geldanlagen“, sagt Ralf Scherfling. Welt-ETF sind dafür nach wie vor eine gute Möglichkeit, weil sie branchen- und länderübergreifend investieren und sich Anlegerinnen und Anleger mit jedem investierten Euro gleich Anteile zahlreicher Unternehmen ins Portfolio holen. Gleichzeitig sind sie günstig, weil die ETF Weltindizes automatisiert nachbilden und kein teures Fondsmanagement bezahlt werden muss.

„Ereignisse wie den Börsengang von SpaceX kann man aber zum Anlass nehmen zu überprüfen, ob das eigene Portfolio weiterhin zu den individuellen Zielen und Präferenzen passt“, rät Scherfling. Entspricht also die Gewichtung des eigenen Portfolios und dessen Chancen und Risiken noch dem individuellen Anlegerprofil? Falls nicht, bieten sich Umschichtungen an. Eine solche Überprüfung sollte ohnehin regelmäßig, etwa einmal pro Jahr, vorgenommen werden.

Gut zu wissen:

  • Nach einem Börsengang kann es Ralf Scherfling zufolge regulär viele Monate dauern, bis entsprechende Papiere des Unternehmens sich in den Indizes – und damit auch den ETF – wiederfinden. 

  • Bei einer Aufnahme über das sogenannte „Fast-Entry-Verfahren“ kann es hingegen schon in den ersten zwei Wochen nach Börsengang passieren. 

  • Im Falle von SpaceX haben zumindest drei wichtige Aktienindex-Anbieter – Nasdaq, FTSE Russell und MSCI – entsprechende Vorkehrungen getroffen, um das Papier schneller als üblich in ihre Indizes aufnehmen zu können.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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