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Startseite»Nachrichten»IProtest in USA: Verbotene Fahnen des Widerstands hundertfach im WM-Stadion
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IProtest in USA: Verbotene Fahnen des Widerstands hundertfach im WM-Stadion

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 16, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Die FIFA hat sie verboten, das iranische Nationalteam kündigt an, wegen ihr Spiele abzubrechen: Die iranische Widerstands-Flagge mit Löwe und Sonne ist bei der ersten Iran-Partie dennoch hundertfach im Stadion zu sehen. Was hat es auf sich mit dem Protest?

Löwen und Sonnen, wohin man auch schaut. Beim ersten WM-Spiel der iranischen Nationalelf in Los Angeles gegen Neuseeland schwenken Hunderte Fans im Rund des riesigen SoFi Stadiums verteilt die Flaggen des Widerstandes: Die iranische Fahne mit dem Löwen und der Sonne (Shir o Khorshid), die sich ebenfalls aus Grün (für den Islam), Weiß (für Frieden) und Rot (für Mut) zusammensetzt. Die offizielle Staatsflagge trägt anstatt dessen das stilisierte Wort „Allah“ in der Mitte.

Die Löwen-Fahne wurde bis zur Islamischen Revolution von 1979 offiziell im Iran genutzt und ist heute ein Symbol für die Widerstandsbewegungen im Exil gegen das iranische Regime und die Rückkehr zu demokratischen oder konstitutionellen Werten. Der Löwe soll Mut, Widerstand und Stärke repräsentieren, die Sonne die Wahrheit.

260615 Protesters with the flag of Iran before the Islamic Revolution in 1979 outside of Los Angeles Stadium ahead of the FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball 2026 football match between Iran and New Zealand on June 15, 2026 in Los Angeles. Photo: Joel Marklund / BILDBYRAN / kod JM / JM0824 bbeng fotboll football soccer fotball vm fotbolls-vm fotball-vm fotbolls-vm 2026 fifa world cup 2026 iran nya zeeland new zealand publik *** June 15, 2026 PUBLICATIONxNOTxINxSWExNORxFINxDEN Copyright: JOELxMARKLUND BB260615JM006 (Foto: IMAGO/Bildbyran)

Die FIFA verbietet die Flagge in den WM-Stadien, wie auch andere politische Symbole, und die iranische Mannschaft hat vor dem Turnier angekündigt, ein Spiel anzuhalten oder abzubrechen, sollten die Fahnen oder kritische Parolen bei Spielen des Teams auftauchen. Doch Fans rund um das Stadion teilen ntv.de schon vor dem Spiel mit, dass sie beabsichtigen, die Fahnen trotzdem im Stadion zu zeigen. „Dies ist die echte Fahne“, sagt eine Demonstrantin.

Klage gegen Verbot

Und tatsächlich sind dann auf den Gängen und Rängen die Flaggen, T-Shirts und Schals mit den Widerstandssymbolen hundertfach zu sehen. Vor und während des Spiels. FIFA-Offizielle stehen daneben und unternehmen nichts. Unterbrochen wird Partie ebenfalls nicht.

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Eine Familie, die aus drei Frauen besteht, erzählt ntv.de kurz vor dem Anpfiff, dass sie keine Probleme beim Einlass hatten. „Aber als wir uns hinsetzen wollten, kam ein Typ und hat uns gesagt, dass wir mit der Fahne nicht auf den Sitzen sein dürfen“. Shirts und Schals auf den Plätzen seien dagegen kein Problem.

Ein anderer hat gesehen, wie anderen die Fahne am Eingang abgenommen wurde. „Ich habe sie mir dann schnell in die Socken gesteckt und bin damit reingegangen“, sagt er und hält sie stolz auf seinem Sitzplatz in die Höhe. Zu sehen ist auch, wie Fans sowohl beim 1:0 der Neuseeländer als auch beim Ausgleich der iranischen Nationalelf jubelnd mit der Widerstands-Fahne wedeln.

Das „Iranian American Institute for Voices for Liberty“ gab dieser Tage bekannt, dass es letzte Woche in Kalifornien Klage eingereicht habe, um die Flaggenregelung der FIFA anzufechten. Die Gruppe argumentiert, der Weltverband betrachte das Emblem zu Unrecht als politisches Symbol und erklärt, „der Löwe und die Sonne“ sei ein jahrhundertealtes kulturelles Symbol, das schon lange vor der derzeitigen Regierung mit der iranischen Identität verbunden war. In ihrer Klage fordert die Organisation das Gericht auf, die Meinungsfreiheit zu schützen.

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Video poster

Los Angeles ist die Heimat der größten iranischen Gemeinschaft außerhalb der islamischen Republik. Viele der iranischstämmigen Amerikaner kamen nach der Islamischen Revolution hierher, und ein Viertel, nur etwa 16 Kilometer vom Stadion entfernt, ist als „Tehrangeles“ bekannt.

Im Vorfeld des WM-Auftaktspiels des Iran im SoFi Stadium eskalierten die Spannungen in ganz Kalifornien: Es kam zu wilden Protesten vor dem Stadion und verschärften Sicherheitsvorkehrungen. In Social-Media-Beiträgen auf Farsi wurde mitgeteilt, dass Menschen mit Bussen aus den umliegenden Städten für die Protestaktion zum Stadion gekarrt werden. Andere Beiträge zeigten Bemühungen, Tausende von Dollar zu sammeln, um Tickets für das Spiel zu kaufen, damit die Menschen im Stadion – unter anderem mit den Löwen-und-Sonnen-Fahnen – demonstrieren können.

„Gefallen für den Frieden“

Bereits am Tag vor der Partie fand sich eine kleine Demonstration, die Demokratie im Iran forderte und die dortige Regierung anprangerte, am Stadion ein. Mal eine übergroße Shakira, mal ein überdimensionaler Cristiano Ronaldo thronte auf einer digitalen Werbeanzeige über ihnen, während sie Poster hochhielten, die laut Angaben der Gruppe vom iranischen Regime getötete Sportler zeigten.

„Iranische Athleten, gefallen für den Frieden“, stand auf diesen Plakaten geschrieben, andere trugen die Aufschrift: „Kein Shah und kein Mullah im Iran! Regimewechsel durch die Iraner“, oder: „FIFA: Schmeiß den von der Iranischen Revolutionsgarde kontrollierte Iranischen Fußballverband raus!“

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Video poster

„Zitieren Sie das!“

Die Demonstrierenden erklärten ihre Meinung, dass die iranische Nationalelf der verlängerte Arm der Revolutionsgarde ist, die in den USA und der EU als Terrorgruppe eingestuft wird. Auch am Teamhotel fand eine kleine Protestaktion statt, als die iranische Mannschaft anreiste. Eine Gruppe skandierte Parolen und warf den Spielern vor, die iranische Regierung zu unterstützen. Auf einem Plakat stand geschrieben: „Diese Mannschaft repräsentiert nicht den Iran. Sie repräsentiert das terroristische Regime im Iran.“

Eine junge Frau, die bei Irans Spiel in Los Angeles ein Widerstands-Shirt mit dem Löwen-Symbol trägt, hat dann noch eine Botschaft für das Team, falls es das Spiel abbrechen wolle: „Na ja, die können sich mal ins Knie ficken. Bitte zitieren Sie das!“

Verwendete Quelle: ntv.de

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