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Startseite»Nachrichten»Es gibt eine Ausnahme: In WM-Stadien wird Biertrinken zur Geldvernichtung
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Es gibt eine Ausnahme: In WM-Stadien wird Biertrinken zur Geldvernichtung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 17, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Es gibt eine Ausnahme

In WM-Stadien wird Biertrinken zur Geldvernichtung

17.06.2026 | 14:20 Uhr

Fußballfans müssen bei der WM in Nordamerika tief in die Tasche greifen. Ein Bier kostet mitunter bis zu umgerechnet 20 Euro. Immerhin ein Stadion-Betreiber in den USA macht eine Ausnahme.

In Deutschland gibt es einen Kasten Premiumbier zu WM-Zeiten im Angebot manchmal sogar für rund 10 Euro. Ein Preiskampf tobt gerade auf dem Markt um den Gerstensaft. Fußball und Bier, das gehört für viele Fans einfach zusammen. Auch vor Ort bei der XXL-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Nur dass dort der Becher Bier meist teurer ist als der Kasten in Deutschland und schon mal auf dem Niveau des Mindestlohn-Tagessatzes liegen kann.

„Absurde Preise im WM-Stadion“, schrieb das österreichische Portal heute.at und hatte auch für die Fans der Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick einen Rat: „Sie planen eine Reise zur WM inklusive Match-Besuch? Hinweis der Redaktion: Lassen Sie Hunger und Durst vor dem Stadion zurück.“ Im fernen Australien titelte das Portal news.com.au: „Fußballfans empört über die Preise bei der Weltmeisterschaft.“

Eine Portion Philly-Pommes für 17 Euro

Diese WM geht wegen horrender Ticket-, Flug- und Hotelkosten dank eines Drei-Länder-Turniers mit 104 Spielen mächtig an den Fan-Geldbeutel – im Stadion hört es damit nicht auf. Bis zu 23 Dollar für ein Import-Bier werden fällig, gesehen im Stadion Santa Clara nahe San Francisco. Umgerechnet sind das rund 19,80 Euro – für nicht mal einen halben Liter. Die gleiche Menge eines amerikanischen Biers kostet 21 Dollar – macht 18,10 Euro.

Im TV-Studio: Österreichische Kommentatoren rasten bei Tor aus

Selbst im Finalstadion von East Rutherford unweit New Yorks kostet das Bier weniger – günstig ist es deswegen noch lange nicht mit rund 13,80 Euro fürs einheimische und 14,65 Euro fürs importierte Bier. Und im kalifornischen Inglewood, wo die Mannschaft der USA mit ihrem 4:1 gegen Panama eindrucksvoll in das Turnier gestartet war, rufen sie an den Getränke- und Essensschaltern knapp 16 beziehungsweise 17 Euro auf. Immerhin für 0,59 Liter und nicht für 0,47 wie in Santa Clara oder East Rutherford.

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Die Maßeinheiten bei dem Turnier werden meist in Flüssig-Unzen (oz) angegeben, so kommen auch die merkwürdigen Literangaben zustande. „Die amerikanischen Fans können sich eher diese Preise leisten, als eine Niederlage des US-Teams verkraften“, spottete die englische „Sun“ über die hohen Preise für Getränke und Speisen in den WM-Stadien: Chips für umgerechnet etwa 6,50 Euro oder Pommes für über 17 Euro wie in Philadelphia.

Amerikaner verstehen die Aufregung nicht

„Viele Fans aus den USA, die an überhöhte Stadionpreise gewöhnt sind, fragen sich, worum es bei dem ganzen Aufruhr eigentlich geht“, schrieb „The Athletic“ zwar. Dass ein Wasser im WM-Stadion von Dallas umgerechnet über 7 Euro kostet, bezeichnete aber auch das amerikanische Sportportal als „lächerlich“.

Schiri-Experte: Hier hätte Messi Rot sehen müssen

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Einen Einheitspreis gibt es nicht mal für die elf Stadien in den USA. Eher finanziell freundlich ist der Besuch der Spiele in Sachen Essen und Trinken in Atlanta. Stadion-Besitzer Arthur Blank, 83 Jahre alt und milliardenschwerer Unternehmer, zog eine rote Linie: Die Preise sollten auch bei der WM bleiben. Ein knapper Liter Sprudelwasser kostet umgerechnet unter 3,50 Euro, knapp 0,6 Liter US-Bier gibt es für gut 7,70 Euro.

„Hier gab es noch nie überhöhte Preise. Wir möchten, dass sich die Menschen hier wie zu Hause fühlen – sicher und geborgen, willkommen, geliebt und respektiert“, sagte Blank „The Athletic“. „Diese Dinge stehen nicht zur Diskussion. Das gilt für die Weltmeisterschaft genauso wie für den Super Bowl.“

Ein Bier für den Mindestlohn pro Tag

Selbst in Mexiko aber zogen die Preise deutlich an, vom Konsum hielt es die Fans während und nach dem 2:0-Sieg gegen Südafrika zum WM-Auftakt im Aztekenstadion aber nicht ab. Überall stapelten sich die Plastikbecher des WM-Bieres, für das Superstar Lionel Messi als Markenbotschafter auch noch auf großen Leinwänden ums Stadion herum wirbt.

Ein Bier für 310 Pesos (umgerechnet etwa 15,50 Euro) sei „extrem teuer“, sagte Fan Martín Gómez aus Mexiko-Stadt der Zeitung „El Financiero“. Nicht mal bei der Formel 1, die in dreieinhalb Monaten wieder in Mexiko-Stadt Station machen wird, sei es so teuer. „Aber wir haben es trotzdem getrunken“, versicherte er. 

Der gesetzliche Mindestlohn pro Tag in Mexiko beträgt übrigens seit dem 1. Januar 315,04 Pesos (etwa 15,80 Euro). Vorher lag er mit 278,80 Pesos (knapp 14 Euro) also sogar noch deutlich unter dem, was ein Bier bei einem WM-Spiel im Aztekenstadion kostet.

Verwendete Quellen: ntv.de, msc/dpa

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