Killer warteten mit PlüschtierDrogenboss an Flughafen in Ecuador erschossen
Der Drogenkrieg in Ecuador kostet einen berüchtigten Drogenboss das Leben. Killer lauern mit Plüschtier und Blumen vor der Ankunftshalle in Guayaquil auf ihn. Als ihr Opfer vor die Tür tritt, ziehen sie ihre Pistolen und eröffnen das Feuer. Brisant ist das Alter der Schützen.
Minderjährige Killer haben auf dem Flughafen der ecuadorianischen Millionenmetropole Guayaquil einen mutmaßlichen Drogenboss erschossen. Sie warteten vor der Tür der Ankunftshalle für internationale Flüge mit einem Blumenstrauß und einem Plüschtier, wie auf einem vom Fernsehsender Ecuavisa veröffentlichten Überwachungsvideo zu sehen ist. Als ihr Opfer das Flughafengebäude verließ, zogen sie ihre Waffen und feuerten aus nächster Nähe auf den Mann. Die Schützen wurden nach der Tat festgenommen.
Bei dem Getöteten handelt es sich nach Angaben des Innenministeriums um den Anführer der Bande Los Águilas im Kanton El Triunfo. Die Gruppe ist der bewaffnete Arm von Los Choneros, einer der mächtigsten Gangs des südamerikanischen Landes. Gegen Carlos Alberto Suástegui Villanueva wurde unter anderem wegen Mordes, Bildung einer kriminellen Vereinigung und unerlaubtem Waffenbesitz ermittelt.
Das einst relativ sichere Ecuador steckt in einer massiven Sicherheitskrise. Die Mordrate stieg nach Angaben der Beobachtungsstelle für organisiertes Verbrechen im vergangenen Jahr auf 50,1 Tötungsdelikte je 100.000 Einwohner – der höchste Wert in Südamerika. Mehrere Gangs kämpfen um die Kontrolle des lukrativen Drogengeschäfts.
Trump will Militär gegen Kartelle einsetzen
Im März hatte US-Präsident Donald Trump Staaten in Lateinamerika aufgerufen, ihre Armeen gegen das „Krebsgeschwür“ der Drogenkartelle einzusetzen, und ihnen die militärische Unterstützung der USA angeboten. „Wir arbeiten mit Ihnen zusammen, um alles zu tun, was wir tun müssen“, sagte Trump bei einem Treffen mit Staatschefs verbündeter lateinamerikanischer Länder in der Nähe von Miami. „Wir werden Raketen einsetzen. Sie wollen, dass wir Raketen einsetzen? Die sind extrem präzise“, fügte Trump hinzu. „‚Piu‘, direkt ins Wohnzimmer. Das ist das Ende dieses Kartellmitglieds“, sagte Trump an die zumeist rechtsgerichteten Teilnehmer des Treffens gerichtet, unter ihnen der argentinische Präsident Javier Milei und die Staatschefs Ecuadors und El Salvadors, Daniel Noboa und Nayib Bukele.
Die Zusammenkunft in Trumps Golfclub Doral war das Gründungstreffen der Initiative „The Shield of the Americas“ (etwa: „Schild Amerikas“). Die Koalition aus 17 Teilnehmerstaaten verpflichtet sich nach Angaben des Weißen Hauses zu einer Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Drogenkartelle und gegen Sicherheitsbedrohungen in der Region. „Wir wollen nicht, dass sie sich ausbreiten“, sagte der US-Präsident mit Blick auf die Drogenkartelle. „Der einzige Weg, diese Feinde zu besiegen, ist die Entfesselung der Macht unserer Streitkräfte. Wir müssen unsere Armee einsetzen“, sagte der US-Präsident.
Ecuadors Präsident Noboa schrieb im Anschluss an das Treffen in einem Onlinedienst: „Zu lange hat das organisierte Verbrechen geglaubt, dass Amerika sein Territorium sei. Dass es Grenzen überqueren, Drogen, Waffen und Gewalt ohne Konsequenzen transportieren könne. Diese Zeit ist vorbei“, betonte Noboa, dessen Land in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Drehscheibe für den internationalen Drogenhandel geworden ist.
