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Vom Kollegen weiter keine Spur: In Syrien inhaftierte Kölner Journalistin ist wieder frei

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Vom Kollegen weiter keine Spur In Syrien inhaftierte Kölner Journalistin ist wieder frei

Eva Maria Michelmann war in Syrien als freie Journalistin tätig. (Foto: Privat)

Eine deutsche Journalistin wird im Januar in Rakka festgenommen und sitzt monatelang in einem syrischen Gefängnis, lange Zeit davon in Isolationshaft. Nach intensiven Bemühungen deutscher Behörden ist sie nun wieder zu Hause. Ihr türkischer Kollege bleibt aber weiterhin verschwunden.

Die Mitte Januar in Syrien festgenommene deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann ist freigelassen worden. Das bestätigte ihr Bruder Antonius Michelmann der Deutschen Presse-Agentur. Eva Maria Michelmann sei nun wieder in Deutschland. Am späten Nachmittag sei sie aus Jordanien gekommen. „Wir haben sie abgeholt“, so ihr Bruder. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut, sagte er. Sie habe sich über einen längeren Zeitraum in Isolationshaft befunden. Nähere Angaben machte er dazu nicht.

Die aus Köln stammende Journalistin war nach früheren Angaben des syrischen Informationsministeriums am 18. Januar in der Stadt Rakka während einer Militäroperation festgenommen worden. Inhaftiert wurde dabei auch der türkische Staatsbürger Ahmed Polad, ein aus der Türkei stammender kurdischer Journalist. Von diesem Kollegen gebe es weiterhin keine Spur, sagte Antonius Michelmann weiter.

Ende April teilte die Anwaltskanzlei, die Michelmann vertritt, mit, ein freigelassener Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) habe berichtet, Polad, den er bereits vor seiner Festnahme gekannt habe, in der Haft wiedergetroffen zu haben. Der türkische Journalist sei wegen Verletzungen an Hand und Bauch in einem Krankenhaus behandelt worden, befinde sich aber in einem guten Gesundheitszustand.

Nach Angaben des Ministeriums von Anfang Mai wurde Michelmann bei der Durchsuchung eines Gebäudes einer Gruppe festgenommen, die den SDF zugeordnet wurde. Nachdem sich dort Kämpfer verschanzt hätten, seien alle Anwesenden festgesetzt worden. Dabei seien auch zwei ausländische Personen aufgefallen, hieß es seinerzeit.

Die Journalistin soll den damaligen Angaben eines Ministeriumssprechers zufolge zunächst angegeben haben, spanische Staatsbürgerin zu sein und für eine mit den Vereinten Nationen verbundene Organisation zu arbeiten. Eine entsprechende Anfrage bei den UN habe jedoch ergeben, dass keine Mitarbeiter in dem Gebiet vermisst würden. Im Zuge der Ermittlungen sei schließlich festgestellt worden, dass es sich um eine deutsche Journalistin handle, die keine Dokumente zur Bestätigung ihres Auftrags habe vorlegen können. Zudem hätten Michelmann und ihr Begleiter versucht, aus dem Gewahrsam zu fliehen, hatte der syrische Ministeriumssprecher gesagt.

Früheren Angaben von Familienmitgliedern zufolge arbeitete Michelmann seit 2022 in Syrien als freie Journalistin. Nach Informationen des „Spiegel“ hatte die deutsche Botschaft in Damaskus Michelmann konsularisch betreut und sich zusammen mit der Botschaft in Beirut bei der syrischen Regierung dafür eingesetzt, dass Michelmann aus der Haft entlassen wird. Auch die Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin sei „hochrangig“ in Gespräche eingebunden gewesen.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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