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Startseite»Politik»Gemischte Reaktionen auf neues Eintrittsgeld für Kölner Dom
Politik

Gemischte Reaktionen auf neues Eintrittsgeld für Kölner Dom

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 1, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 01.07.2026 • 16:55 Uhr

Nur noch mit Eintrittskarte: Der Besuch des Kölner Doms kostet ab jetzt bis zu 12 Euro. Die Gottesdienste bleiben davon ausgenommen. Die Reaktionen darauf sind gemischt.

Pünktlich um 10 Uhr stehen sie an: Die ersten Besucher, die Eintrittsgeld für den Kölner Dom bezahlt haben. Manchen ist gar nicht bewusst, dass das heute ein Novum ist. Und besonders die Touristen aus dem Ausland scheinen kein Problem damit zu haben.

Besucher aus dem Ausland sehen kein Problem

Man zahle ja auch für andere Gotteshäuser Eintritt, etwa in Mailand, sagen Clara und Ulf aus Schweden. Sie sind beeindruckt von der Architektur des UNESCO Weltkulturerbes. In Schweden seien die Kirchen wesentlich kleiner.

„Der Dom ist ein Schatz. Und wenn das Geld dafür genutzt wird, ihn zu erhalten, haben wir damit überhaupt kein Problem“, finden die Australier Roslyn und Tony.

Der Dom ist unsere Lieblingskathedrale. Wegen des Gefühls, das er uns gibt.

Roslyn und Tony aus Australien

„Aber wir zahlen Kirchensteuer!“

Die Reaktionen unter den Kölnern seien bisher gemischt gewesen, stellt Dompropst Guido Assmann fest. Auch am Vormittag gibt es vor dem Westportal frustrierte Reaktionen. Zwei Kölner werden von dem Domschweizer darauf hingewiesen, nur mit Eintrittskarte in den Kirchenraum zu gelangen. „Aber wir bezahlen Kirchensteuer!“ Sie gehen wütend. Andere zeigen dagegen Verständnis, dass solch ein Wahrzeichen finanziert werden muss.

Eintritt im Kölner Dom: Eindrücke von vor Ort

„Gerade wenn mein Herz am Dom hängt, sollte er es mir wert sein, ihn auch zu finanzieren“, sagt Domprobst Assmann. Er erzählt, nach der Frühmesse habe ihm eine Besucherin Geld in die Hand gedrückt. „Ich habe sie darauf hingewiesen, dass sie für den Messebesuch kein Geld zahlen müsse. Sie bestand darauf und sagte, sie wolle ihren Teil zum Kölner Dom beitragen“, berichtet Assmann. „Das fand ich sehr bewegend.“

Martina und Christian finden 12 Euro Eintritt für den Dom okay.

Aber auch deutsche Besucherinnen und Besucher zeigen Verständnis: „Für eine Kirche, die in so einem Maße erhalten bleiben muss, finde ich die 12 Euro Eintritt nicht schlimm“, finden Martina und Christian aus Heidelberg. „Es ist wirklich die beeindruckendste Kirche überhaupt. Wirklich – Wahnsinn.“

Kostenloser Besuch weiterhin möglich

12 Euro kostet der Eintritt standardmäßig. Es gibt jedoch einige Ausnahmen: Kinder bis 13 Jahren zahlen keinen Eintritt, ebenso wenig Schwerbehinderte samt Begleitperson und Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins.

Ermäßigte Tickets, etwa für Schüler ab 14 Jahren, kosten 6 Euro. An besonderen Feiertagen bleibt der Eintritt kostenlos, ebenso wie der Besuch der Messen.

Ein Raum für Gebete

Wer eine Kerze anzünden möchte, kann durch das Westportal eintreten und an der Schmuckmadonna beten. Der Zugang zum Kirchenraum ist mit einem Seil blockiert. Den Blick auf das berühmte Richterfenster erhascht man auch aus dem kostenlosen Bereich.

Am ersten Tag des Eintrittsgelds ist es ruhiger im Dom als sonst.

Schon jetzt zeigt sich: Die Atmosphäre zum Beten hat sich verändert. Es ist ruhiger im Dom. Von der Marktplatz-Atmosphäre, die manchmal in dem beliebten Wahrzeichen herrscht, ist zumindest am Vormittag nicht viel zu spüren.

Sonja aus dem Bergischen hat die Gelegenheit zum Gebet genutzt. Sie besucht den Dom aus spirituellen Gründen. „Etwas Magisches“ habe er. „12 Euro finde ich nicht in Ordnung“, sagt sie.

Ich gehe jetzt nicht mehr ins Hauptschiff. Man kann auch hier vorn beten und eine Kerze anzünden. Das muss dann reichen.

Sonja aus dem Bergischen

Erste Bilanz im Januar

Zwischen 10 und 17:45 Uhr können Besucherinnen und Besucher das Wahrzeichen täglich besichtigen. An Sonn- und Feiertagen ist das zwischen 13:30 Uhr und 16:30 Uhr möglich. Die Tickets gibt es im Internet oder an der Tageskasse im Kurienhaus am Roncalliplatz.

Im letzten Jahr kamen am besucherreichsten Tag 40.000 Menschen. Am Tag können ab jetzt 18.000 Tickets gekauft werden. Eine Bilanz, wie gut der Ticketverkauf läuft, will das Domkapitel erst im Januar veröffentlichen. Bisher wurden 4.000 Tickets online verkauft.

Unsere Quellen:

  • Kölner Domkapitel
  • Gespräch mit Dompropst Guido Assmann
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin

Sendung: WDR.de, Ab heute kostet der Kölner Dom Eintritt, 01.07.2026, 6:05 Uhr

Westdeutscher Rundfunk

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Dr. Heinrich Krämer
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