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Startseite»Nachrichten»Schiri-Ikone ändert „Gesetze“: Pierluigi Collina bringt die WM-Welt gegen sich auf
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Schiri-Ikone ändert „Gesetze“: Pierluigi Collina bringt die WM-Welt gegen sich auf

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Schiri-Ikone ändert „Gesetze“

Pierluigi Collina bringt die WM-Welt gegen sich auf

Der Auftritt des überforderten Ilgiz Tantashev war der bisherige Tiefpunkt bei der Fußball-WM. Seit Beginn der K.o.-Runde hagelt es Kritik an den Schiedsrichtern – und Mitschuld soll der Chef sein.

Patrick Ittrich kannte keine Gnade mit Ilgiz Tantashev. Der Schiedsrichter aus Usbekistan habe „die schlechteste Leistung bei dieser WM“ gezeigt, seine Spielleitung sei nach einem „kompletten Akzeptanz- und Kontrollverlust“ voll „in die Hose gegangen“. Doch die Schelte des früheren Bundesliga-Schiris nach dem Achtelfinale zwischen Frankreich und Paraguay (1:0) ist kein Einzelfall mehr, seit Beginn der K.o.-Runde hagelt es Kritik an den Referees.

Experte nimmt „schlechteste“ Schiri-Leistung auseinander

Alles begann mit dem aberkannten Tor von Jonathan Tah beim Aus der Deutschen im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Seitdem muss nicht nur Ittrich als MagentaTV-Experte immer wieder über die Unparteiischen sprechen. Die Schiedsrichter-Leistungen, die Auslegung der Regeln und die Eingriffe der Video-Assistenten werden heiß diskutiert – während der einzige deutsche WM-Referee Felix Zwayer aus Berlin weiter auf seinen ersten Einsatz nach der Vorrunde wartet.

Der Fisch stinkt vom Kopf

Im Fokus der Kritiker stehen allerdings nicht die isolierten Einzelfälle. Der Fisch stinke vom Kopf, meinen die Experten, die sich auf Pierluigi Collina eingeschossen haben. Spätestens seit der Schiedsrichterboss des Weltverbands FIFA die Aberkennung des Tah-Treffers in einem schriftlich vorgelegten WM-Zwischenfazit als korrekt bezeichnet hat, schütteln die Ex-Kollegen über den Italiener den Kopf.

DFB-Schreck legt Treter-Auftritt gegen Frankreich hin

Video poster

„Collina macht im Endeffekt seine eigenen Regeln beziehungsweise seine eigenen Anweisungen“, sagte der frühere FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer. Für den ZDF-Experten ist klar, dass die Referees auf dem Platz nur als eine Art Erfüllungsgehilfen für Collina fungieren: „Wenn man bei so einem großen Turnier als Schiedsrichter nominiert wird, dann macht man natürlich das, was der Chef sagt. Was Collina sagt, ist dann Gesetz.“

Collina passt das „Gesetz“ an

Und dieses „Gesetz“ hat Collina ohne öffentliche Kommunikation kurzerhand vor der WM geändert. Einerseits soll das Spiel bei Zweikämpfen großzügig laufen gelassen werden, andererseits sind die Torhüter wieder besser zu schützen. Beide Leitlinien sind bei der Endrunde deutlich erkennbar. Darüber informiert hat Collina nach eigenen Angaben zwar Trainer und Spieler vor dem Turnier, alle anderen bekamen das aber erst durch seinen Zwischenbericht mit. Das sorgt für Ärger.

„Ich habe kein Problem damit, wenn man gewisse Leitlinien vor dem Turnier vorgibt, aber das muss man dann auch kommunizieren. Und das war hier definitiv nicht der Fall. Das wirkt wie eine erfundene Erklärung“, bemängelte Ittrich mit Blick auf die Torhüter-Vorgabe: „Wenn es so ist, dass Collina genau das gesagt hat, dann ist es nachvollziehbar. Aber so was im Nachhinein zu kommunizieren, ist schwierig nachzuvollziehen.“

„… dann schmeiße ich mich auf den Boden“

Neben Deutschland war auch Spanien in seinem Sechzehntelfinale gegen Österreich (3:0) betroffen, dem Europameister wurde ebenfalls wegen Behinderung des Torhüters ein Treffer aberkannt. Beide Entscheidungen stehen im krassen Gegensatz zu dem, was in der abgelaufenen Saison in den großen Ligen und im Europacup etabliert wurde.

Nach Ansicht Kinhöfers könnte die konträre Richtung Collinas zu einem großen Problem werden. Die bei der WM gesehene Auslegung sei „sehr, sehr fatal“: „Der Torwart weiß, ich muss nur leicht berührt werden, dann schmeiße ich mich auf den Boden, drehe mich noch dreimal. Und dann sagt jeder: Schaue es Dir an, Videobeweis, das Tor wird aberkannt.“

Ob die WM-Leitlinie tatsächlich zur Anweisung von oben wird, die dann auch für die Bundesliga gilt, ist noch nicht bekannt – für Kinhöfer muss die Info aber zügig kommen: „Die Vereine müssen natürlich wissen, wie ich demnächst zu trainieren habe: Eckstöße, Freistöße und so weiter.“

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid

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