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Startseite»Nachrichten»15 Orte widersprechen der Idee: Netanjahu: Christliche Dörfer im Libanon wollen von Israel annektiert werden
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15 Orte widersprechen der Idee: Netanjahu: Christliche Dörfer im Libanon wollen von Israel annektiert werden

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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15 Orte widersprechen der IdeeNetanjahu: Christliche Dörfer im Libanon wollen von Israel annektiert werden

Netanjahu äußert die Annexionspläne im Interview mit Fox News. (Foto: REUTERS)

Weil der Libanon nicht fähig ist, die Hisbollah zu entwaffnen, besteht Israel auf einer Pufferzone im Süden des Landes. Israels Premier stellt nun eine weitergehende Idee vor: Christliche Dörfer im Südlibanon wollen angeblich künftig zu Israel gehören. Aus der Region kommt Widerspruch.

Mehrere christliche Dörfer im Süden des Libanon haben nach Angaben von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu darum gebeten, in das israelische Staatsgebiet eingegliedert zu werden. In einigen dieser Ortschaften sei der Wunsch geäußert worden, „von Israel annektiert zu werden, weil wir sie vor den Fanatikern der Hisbollah schützen, die sie töten wollen“, sagte Netanjahu dem US-Sender Fox News. Er machte keine Angaben dazu, um welche Ortschaften es sich handeln soll.

Der Bürgermeister des christlichen Dorfes Rmeisch, Hanna al-Amil, wies Netanjahus Aussagen zurück. Ein solcher Schritt sei „vollkommen ausgeschlossen“, sagte er der libanesischen Nachrichtenagentur NNA. 15 christliche Dörfer hätten die Idee einer Eingliederung in israelisches Staatsgebiet bereits vor zwei Tagen in einer gemeinsamen Erklärung zurückwiesen.

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz hatte den Libanon in den Iran-Krieg hineingezogen, indem sie nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen im Libanon und einer Bodenoffensive. Die israelische Armee richtete eine sogenannte Sicherheitszone ein, die bis zu zehn Kilometer in libanesisches Territorium hineinreicht. Viele Bewohner der christlichen Dörfer im Südlibanon ignorierten Israels Evakuierungsaufrufe und blieben trotz der israelischen Angriffe in den Ortschaften, um ihre Häuser, Kirchen und Ackerflächen zu schützen. Einige Dörfer wurden hingegen teilweise oder vollständig evakuiert.

Israelische Armee bereit für offensive Einsätze

Der israelische Armeechef Ejal Samir kündigte bei einem Besuch im Süden des Libanon ein „entschlossenes“ Vorgehen gegen die Hisbollah-Miliz an. Die israelische Armee werde „weiterhin entschlossen handeln, um Bedrohungen vom libanesischen Territorium zu entfernen“, sagte Samir nach Angaben des Militärs bei einem Besuch bei israelischen Soldaten im Bereich der Kreuzfahrerburg Beaufort.

Die Armee sei bereit, bei einem Verstoß gegen die Waffenruhe rasch „zu offensiven Einsätzen“ überzugehen, sagte Samir demnach: „Jede Bedrohung gegen unsere Truppen oder israelische Zivilisten wird sofort angegriffen und beseitigt.“ Die Militäreinsätze im Bereich Beaufort und im gesamten Südlibanon erfolgten im Rahmen des jüngsten von den USA vermittelten Abkommens zwischen Israel und dem Libanon, betonte der Armeechef. Die libanesische Armee müsse ihren Verpflichtungen nachkommen und „dafür sorgen, dass die Hisbollah-Terroristen und die terroristische Infrastruktur aus dem Gebiet verschwinden“.

Israel und der Libanon hatten in der vergangenen Woche unter Vermittlung der USA ein Rahmenabkommen unterzeichnet, um den Weg für einen Frieden zwischen beiden Ländern zu ebnen. Das Abkommen macht einen Rückzug Israels aus den besetzten libanesischen Gebieten davon abhängig, dass Beirut die Hisbollah-Miliz entwaffnet.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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