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Politik

Wie Hitze auf Zyklus und Menstruation wirken kann

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 11, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 11.07.2026 • 08:13 Uhr

Das Wochenende bringt in vielen Teilen Deutschlands wieder besonders hohe Temperaturen mit sich. Das kann sich allgemein auf den Körper auswirken – bei Frauen aber auch auf den Zyklus und die Menstruation.

Hitzewellen – wie auch für dieses Wochenende in Teilen Deutschlands angekündigt – können die menschliche Gesundheit stark belasten. Der Einfluss von Hitze auf den Menschen kann sich dabei ganz unterschiedlich äußern und hängt auch von individuellen körperlichen Voraussetzungen ab.

Auch der Zyklus und die Menstruation können durch Hitze beeinflusst werden.

Hitze als Stressfaktor

Der Menstruationszyklus reagiert teils sensibel auf Einflüsse wie Sport, Ernährung oder Stress. Auch Hitze – vor allem ab 36 Grad aufwärts – könne für den Körper Stress bedeuten, sagt Carmen Seifried, stellvertretende Landesvorsitzende des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte Baden-Württemberg. „Stress kann grundsätzlich immer den Menstruationszyklus beeinflussen. Das heißt, er kann sich verlängern oder verkürzen“, so Seifried.

Woran das liegt, erklärt Alice Höller, Gynäkologin und Oberärztin an der Universitätsfrauenklinik in Tübingen: Durch den Hitzestress würde der Körper, wie auch in anderen stressigen Phasen, vermehrt das Hormon Cortisol ausschütten. Das könne wiederum den Zyklus beeinflussen.

Hitze kann Menstruationsbeschwerden verstärken

Hitze kann aber nicht nur den Zyklusverlauf verändern, sondern auch psychische und körperliche Symptome während der Menstruation verstärken. Ein Beispiel sind Kreislaufbeschwerden. Diese können laut Gynäkologin Höller während der Regelblutung auftreten, insbesondere bei einem höheren Blutverlust. Carmen Seifried erklärt: Hitze könne dann einerseits die Blutung verstärken, da sie die Gefäße erweitert. Andererseits können hohe Temperaturen aber auch allgemein zu Kreislaufbeschwerden führen. So treffen hier zwei Faktoren aufeinander, die Beeinträchtigungen hervorrufen können.

Die durch Hitze erweiterten Gefäße können bei der Erkrankung Endometriose ein besonderes Problem darstellen. Eine Endometriose zeichnet sich durch Schleimhautzellen aus, die denen der Gebärmutterschleimhaut ähneln, sich aber außerhalb der Gebärmutter ansiedeln. Betroffene leiden teils unter erheblichen Schmerzen. Durch die stärkere Durchblutung der Endometriose-Herde bei Hitze können sich Schmerzen noch verschlimmern, so Seifried.

Auch menstruationsbegleitende Schmerzen, die ohne Endometriose auftreten, würden teilweise durch starke Hitze verstärkt. Generell seien diese Beschwerden im Sommer zunächst oft geringer als im Winter, wie Carmen Seifried anmerkt: „Bis 33, 34 Grad tut die Wärme und die Hitze eher gut. Man hat wirklich weniger Menstruationsprobleme.“ Das liege daran, dass Wärme die Beschwerden lindert. Temperaturen ab etwa 36 Grad könnten dem Körper dann aber Probleme bereiten, so Seifried.

Auch psychische Symptome können ausgeprägter sein

Neben körperlichen Symptomen können mit dem Zyklus auch psychische Beschwerden einhergehen – beispielsweise Gereiztheit. Diese hormonellen Schwankungen und das prämenstruelle Syndrom (PMS) bestünden erst mal unabhängig von der Hitze, sagt Alice Höller.

Allerdings können auch Hitzewellen ähnliche Symptome hervorrufen. Bei Hitze steigt etwa das Aggressionspotenzial. Auch die psychische Labilität könnte durch die Hitze und die dahinterstehende Anstrengung höher sein, vermutet Höller.

Was können Betroffene tun?

Carmen Seifried legt Betroffenen nahe, vor allem viel zu trinken. „Man verliert natürlich auch über das Schwitzen viele Elektrolyte. Magnesium verliert man sowieso durch die Menstruation. Da muss man dann wieder mehr zuführen und viel trinken.“

Wem das nicht so leicht falle, der könne auch auf Melonen, Gurken oder Tomaten zurückgreifen. Die seien sehr wasserreich und würden neben Elektrolyten auch ein wenig Kühlung für die Betroffenen spenden. Auch könne es sinnvoll sein, drinnen im Kühlen zu bleiben und sich möglichst zu entspannen.

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