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Startseite»Politik»USA-Iran-Konflikt: Wie geht es weiter mit der Straße von Hormus?
Politik

USA-Iran-Konflikt: Wie geht es weiter mit der Straße von Hormus?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 13.07.2026 • 08:55 Uhr

Der Krieg zwischen den USA und Iran flammt wieder auf, US-Präsident Trump reagiert zunehmend gereizt. Hauptstreitpunkt bleibt die Straße von Hormus. Ein Ausweg – geschweige denn ein Atomabkommen – scheint nicht in Sicht.

Martin Ganslmeier

Knapp die Hälfte der 60-tägigen Waffenruhe ist vorbei. Doch von einer Feuerpause zwischen USA und Iran kann längst keine Rede mehr sein. In der Nacht zum Sonntag griff das US-Militär 140 militärische Ziele in Iran an – als Reaktion auf einen iranischen Drohnenangriff auf ein Containerschiff unter zypriotischer Flagge.

„Jedes Mal, wenn Iran uns angreift, schlagen wir 20 Mal so stark zurück“, hatte US-Präsident Donald Trump gedroht. Jetzt sei die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt offen, widersprach Trump iranischen Angaben, die Durchfahrt sei bis auf weiteres verboten. „Wir haben sie in Schutt und Asche gebombt“, sagte Trump im Sender NBC. „Das sind sehr böse und kranke Leute.“

Verhandlungen in der Sackgasse

Trump äußerte sich zunehmend frustriert über die bis zum Wochenende andauernden diplomatischen Verhandlungen mit Iran. Teheran habe zunächst einem Deal zugestimmt – „perfekt für uns: Sie geben die Atomwaffen auf. Dann verlassen sie den Raum. Und eine Stunde später beschießen sie ein Schiff mit einer Drohne.“

Hauptstreitpunkt ist die Kontrolle über die Straße von Hormus. 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen müssen die Meerenge passieren. Iran will diesen Machthebel nicht aus der Hand geben. Dagegen besteht die US-Regierung auf mautfreie Durchfahrt für alle Handelsschiffe – und empfiehlt, nicht entlang der iranischen Küste zu fahren, sondern entlang der Küste des Oman. Diese Schiffe greift Iran an.

Großes Druckmittel mit minimalem Aufwand

Jetzt räche sich, dass das Rahmenabkommen so unpräzise formuliert sei, kritisierte der demokratische Senator Adam Schiff: „Schwer vorstellbar, wie ein Ausweg aus diesem Sumpf aussehen könnte.“ Er brachte auf den Punkt, was viele Bürger in den USA über den unpopulären Krieg gegen Iran denken: „Iran hat jetzt begriffen, dass sie längst eine Art Atomwaffe haben: mit minimalem Aufwand können sie die Straße von Hormus dichtmachen und einen Großteil der weltweiten Öllieferungen abwürgen.“

Nach Einschätzung von Militärexperten in den USA hat Trump jetzt drei Optionen: entweder eine Wiederaufnahme des umfassenden Krieges gegen Iran – dafür plädiert Israels Regierung, in den USA wäre das jedoch sehr unpopulär. Auch die zweite Option – ein Rückzug des US-Militärs – hätte gravierende Nachteile. Iran bekäme die alleinige Kontrolle über die Meerenge und ginge gestärkt aus dem Konflikt hervor.

Die meisten Experten halten die dritte Option für am wahrscheinlichsten: „Das ‚wie du mir, so ich dir‘ wird eine ganze Weile weitergehen“, prognostiziert David Sanger, der sicherheitspolitische Korrespondent der New York Times. „Den Iranern gefällt dies besser als über ein Atomabkommen zu verhandeln.“

Atomabkommen rückt in weite Ferne

In den kommenden Wochen könnte es somit immer wieder zu gegenseitigen Angriffen und Vergeltungsschlägen kommen, während sich gleichzeitig vor allem die Golfstaaten um eine diplomatische Lösung bemühen. Die derzeitige Lage wäre auf absehbare Zeit der neue Status quo – mit allen Unsicherheiten für die zivile Schifffahrt und die Öl- und Gaslieferungen. Und ein Atomabkommen rückt erstmal in weite Ferne.

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Dr. Heinrich Krämer
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