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Startseite»Politik»Mehr als 35 Grad: Europa ächzt unter der nächsten Hitzewelle
Politik

Mehr als 35 Grad: Europa ächzt unter der nächsten Hitzewelle

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 13.07.2026 • 18:26 Uhr

Von Griechenland bis Nordengland: Eine erneute Hitzewelle hat das Wetter in Europa im Griff. In mehreren Ländern kommt es zu Waldbränden, die teils extrem hohen Temperaturen sind aber auch eine große Gefahr für Menschen.

Deutschland startet in die dritte Juliwoche wieder mit viel Sonne – und mit hohen Temperaturen von zum Teil mehr als 30 Grad. Die neue Hitzewelle macht großen Teilen Europas aber noch mehr zu schaffen: Neben den verheerenden Waldbränden in Spanien und Griechenland werden auch aus England, Frankreich und Italien Brände gemeldet.

Waldbrand-Saison in Frankreich früher begonnen

Vor allem der Süden Frankreichs ist betroffen: Am Samstag mussten rund 30 Brände bekämpft werden, wie der französische Innenminister Laurent Nuñez im Sender BFMTV sagte. Die Waldbrandsaison habe einen Monat früher begonnen als in den Vorjahren, erklärte er. Grund sei die Trockenheit und die zuvor üppig gewachsene Vegetation. In 42 der 101 Départements gilt die höchste Dürre-Warnstufe.

Weiterhin in 37 von 101 Départements die höchste Hitzewarnstufe Rot. Dies betrifft etwa 26 Millionen Menschen in Frankreich. Die Temperaturen klettern auf bis zu 41 Grad. Berühmte Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm in Paris oder Museen verkürzten ihre Öffnungszeiten; Veranstaltungen wurden abgesagt.

Die Pariser Feierlichkeiten am Vorabend des Nationalfeiertags am 14. Juli wurden wegen der hohen Temperaturen nach hinten verschoben. Am Sonntag wurden bereits drei Atomreaktoren vorübergehend heruntergefahren und sieben weitere gedrosselt, damit ihr abgeleitetes Kühlwasser die Flüsse nicht noch weiter aufheizt.

Hitze-Alarm in Italien

Auch in Italien ist kein Ende der Hitzewelle in Sicht. Wegen anhaltend hoher Temperaturen von mehr als 35 Grad hat das Gesundheitsministerium für insgesamt sieben größere Städte Alarmstufe rot erlassen. Betroffen sind neben der Hauptstadt Rom auch andere Städte mit vielen Touristen wie Florenz, Bologna und Turin.

Die höchste Alarmstufe rot kann von der Regierung in Rom bei extremer Hitze verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit erlassen werden. In neun anderen Städten wie Mailand oder Triest gilt die zweithöchste Warnstufe orange.

Aktuell sind auch zahlreiche Touristen betroffen, sowohl in den viel besuchten Städten als auch in besonders bei Deutschen beliebten Regionen wie Südtirol oder der Toskana. Auf der Insel Sardinien werden diese Woche bis zu 43 Grad erwartet.

Auch in Spanien herrscht derzeit extreme Hitze, die in Verbindung mit Wind und geringen Niederschlägen ideale Bedingungen dafür schafft, dass sich Waldbrände teils ungehindert ausbreiten können. Portugal und Griechenland sind ebenfalls von Waldbränden in Folge der Hitze betroffen.

Gefahr für den Parmesan-Käse

Die Hitze macht aber nicht nur Menschen zu schaffen. Der Verband der Parmakäse-Hersteller in der norditalienischen Region Emilia-Romagna klagt, dass Kühe wegen der hohen Temperaturen weniger Milch gäben, die zudem schlechtere Qualität habe. Befürchtet wird, dass dies beim Verkauf des weltweit vertriebenen Käses Parmigiano Reggiano erhebliche Einbußen bringen wird. Die steigenden Rechnungen für Klimaanlagen belasten auch die Betreiber der großen Lagerhäuser, in denen die Käselaibe mindestens zwölf Monate reifen müssen.

„Wenn extreme Wetterereignisse länger andauern und intensiver werden, wird sich das auf Menge und Qualität der Milch auswirken, vor allem aber zu höheren Kosten führen“, sagte Paolo Ganzerli, internationaler Vertriebsdirektor des Lebensmittelkonzerns GranTerre.

Waldbrände bei London – Moore in Gefahr

Wegen der trockenen, heißen und windigen Wetterverhältnisse haben die Behörden in Teilen Südenglands vor einer „außergewöhnlich“ hohen Waldbrandgefahr gewarnt. Vor dem Hintergrund einer seit Wochen andauernden beispiellosen Hitzewelle im Vereinigten Königreich gab die Organisation Natural England Warnungen für mehrere Gebiete aus, darunter Badeorte wie die Isle of Wight sowie die südlichen Küstenstädte Bognor Regis und Lyme Regis.

In London hatte die Feuerwehr bereits am Wochenende ein „extremes“ Waldbrandrisiko für die britische Hauptstadt erklärt. Am Sonntag hatte ein Waldbrand an den südöstlichen Ausläufern der Millionenmetropole Felder in Brand gesetzt. Am Montag wurde im Osten Londons ein Teil des oberirdischen Schienennetzes wegen Reparaturarbeiten gesperrt, nachdem es neben den Gleisen zu einem Brand gekommen war.

Auch in Nordengland und Wales kämpften Feuerwehrleute gegen Brände, etwa in den Moorlandschaften des idyllischen Peak District Nationalparks östlich von Manchester.

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