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Startseite»Politik»Brückeneinsturz in Genua: Top-Manager zu zwölf Jahren Haft verurteilt
Politik

Brückeneinsturz in Genua: Top-Manager zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 16, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 16.07.2026 • 15:05 Uhr

Acht Jahre nach dem Einsturz der Morandi-Autobahnbrücke im norditalienischen Genua ist der damalige Chef des Autobahnbetreibers zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht sprach ihn schuldig, Wartungsarbeiten vernachlässigt zu haben.

Fast acht Jahre nach dem Einsturz der Morandi-Autobahnbrücke in Genua hat ein italienisches Gericht den ehemaligen Chef der Betreibergesellschaft Atlantia zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der 66-Jährige Giovanni Castellucci sitzt wegen eines tödlichen Busunglücks auf einer anderen Autobahn bereits im Gefängnis.

Es ist das erste Urteil in dem Mammutprozess. Insgesamt sind 57 Personen angeklagt, neben ehemaligen Führungskräften des Autobahnbetreibers Autostrade per l’Italia und dessen damaliger Muttergesellschaft Atlantia auch frühere Beamte des Verkehrsministeriums.

Verteidigung spricht von Konstruktionsfehler

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, notwendige Wartungsarbeiten vernachlässigt und Warnsignale ignoriert zu haben. Sie beruft sich dabei auf einen Expertenbericht. Sie hatte teils Haftstrafen von mehr als 18 Jahren gefordert. Sie legte dem einstigen Top-Manager zur Last, bereits seit 2009 von Mängeln gewusst zu haben. Die Anklage beschrieb ihn als Alleinherrscher, der das Unternehmen wie sein „Königreich“ geführt habe. Wichtiger als eine sichere Infrastruktur sei ihm der Profit gewesen.

Die Verteidigung weist die Vorwürfe zurück und macht einen Konstruktionsfehler für das Unglück vom 14. August 2018 verantwortlich. Die Autobahnbrücke, die über Wohngebiete in der norditalienischen Hafenstadt führte, war während eines Unwetters mit schweren Regenfällen plötzlich eingestürzt. Ein 200 Meter langer Abschnitt der Morandi-Brücke stürzte 50 Meter in die Tiefe.

Bei der Katastrophe starben nicht nur Autofahrer, die auf der Brücke waren, sondern auch mehrere Menschen am Boden. Sie wurden von herabstürzenden Betonteilen erschlagen. Neben den 43 Toten gab es es 16 Verletzte. Etwa 600 Anwohner verloren ihr Zuhause. Mehrere Häuser mussten abgerissen werden, weil sie unter akut einsturzgefährdeten Brückenpfeilern lagen. Die restlichen Teile des Ponte Morandi wurden schließlich kontrolliert gesprengt.

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