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Startseite»Politik»Mögliche Übernahme: Warum es bei PayPal kriselt
Politik

Mögliche Übernahme: Warum es bei PayPal kriselt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 17.07.2026 • 14:03 Uhr

PayPal gehört zu den beliebtesten Bezahlmethoden beim Onlineshopping. Doch seit längerem hat der Zahlungsanbieter Probleme und wurde so zu einem attraktiven Übernahmekandidaten.

Constantin Röse

Wer online einkauft, nutzt fürs Bezahlen oft PayPal. Der Zahlungspionier wurde einst von Tesla-Chef Elon Musk und Tech-Investor Peter Thiel gegründet. Eigenen Angaben zufolge hat PayPal weltweit 439 Millionen aktive Konten. Auch in Deutschland ist der Zahlungsriese beliebt.

Laut Handelsforschungsinstitut EHI liegt der Marktanteil von PayPal gemessen am Umsatz im deutschen Online-Handel bei knapp 30 Prozent. Umso verwunderlicher ist die Nachricht, dass PayPal zu einem möglichen Übernahmekandidaten wurde.

Wie mehrere Medien berichten, haben der Zahlungsabwickler Stripe und der Finanzinvestor Advent ein 53 Milliarden Dollar schweres Angebot vorgelegt. Die Offerte soll danach bei rund 60 Dollar je Aktie liegen.

PayPal hält Offerte für zu niedrig

Die beteiligten Unternehmen wollten sich bislang nicht dazu äußern. Insidern zufolge hat der Verwaltungsrat von PayPal die Offerte als zu niedrig bewertet und zudem vor regulatorischen sowie finanziellen Hürden gewarnt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Stripe und Advent hatten danach die Offerte Anfang des Monats eingereicht und wollen jeweils die Hälfte an PayPal übernehmen. Für das Vorhaben hätten die Großbanken JPMorgan und Morgan Stanley ein Finanzierungspaket von rund 50 Milliarden Dollar bereitgestellt, während die Bieter 17 Milliarden Dollar an Eigenkapital beisteuerten.

Vom Corona-Profiteur zum Krisenkandidat

Ein Zusammenschluss von PayPal und Stripe würde den weltweit größten Anbieter von Online-Zahlungen schaffen. An der Börse treibt die Übernahmefantasie den Kurs von PayPal nach oben – allein seit Mittwoch um rund 20 Prozent.

Doch seit Längerem ist der Aktienkurs unter Druck. Nach der Corona-Pandemie hat die PayPal-Aktie massiv an Wert verloren. Nach dem Rekordhoch von 310 Dollar vor fünf Jahren rangiert der Kurs aktuell bei rund 57 Dollar. Das ist ein Minus von mehr als 80 Prozent.

Trends verschlafen

Ein Grund für den Absturz ist der zunehmende Wettbewerb. Tech-Riesen wie Apple und die Google-Mutter Alphabet haben sich bei digitalen und mobilen Zahlungen mehr und mehr breitgemacht und dem einstigen Vorreiter PayPal das Wasser abgegraben. Dazu kommen auch alternative Dienste wie etwa die europäische Zahlungslösung Wero.

An der Supermarktkasse wird oft mit Apple Pay oder Google Pay bezahlt. Hierzulande hat man überhaupt erst seit Sommer 2025 die Möglichkeit, solche Offline-Zahlungen mit PayPal zu tätigen.

Verschlafen hat der US-Zahlungsrise auch andere Trends: Immer mehr Menschen nutzen die Option „Buy now pay later“ (Jetzt kaufen, später bezahlen) und bezahlen ihre Einkäufe in Raten. Auch hier verpasste es PayPal, Profit zu schlagen – sehr zur Freude des schwedischen Fintechs Klarna.

Seit April mit neuem Chef

Anfang des Jahres reagierte PayPal mit einem Wechsel auf dem Chefsessel. Alex Chriss musste nach nur zwei Jahren gehen. Er schaffte es nicht, dem Unternehmen neuen Schwung zu verleihen und neue Produkte mit Erfolg zu etablieren.

Jetzt baut der neue Chef Enrique Lores das Geschäftsmodell um. Neben den bekannten Bezahlfunktionen und der App Venmo gibt es eine weitere Sparte für das Geschäft mit Kryptowährungen, der eigenen Digitalwährung PYUSD und der Zahlungsabwicklungstochter Braintree.

Zudem kündigte Lores an, mithilfe von KI die Abläufe zu verschlanken. Das soll in den nächsten zwei bis drei Jahren Einsparungen von rund 1,5 Milliarden Dollar bringen.

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