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Startseite»Nachrichten»Unprofessionelles ZDF?: „Anstalt“-Moderator konnte Danger-Dan-Absage nicht fassen
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Unprofessionelles ZDF?: „Anstalt“-Moderator konnte Danger-Dan-Absage nicht fassen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Unprofessionelles ZDF?„Anstalt“-Moderator konnte Danger-Dan-Absage nicht fassen

Kann das alles nicht so richtig nachvollziehen: Claus von Wagner. (Foto: picture alliance/dpa)

Danger Dan darf doch nicht bei der Jubiläumssendung der „Anstalt“ auftreten. Die Entscheidung verkündet das ZDF erst kurz vor der Aufzeichnung, weshalb der Moderator der Sendung arg irritiert ist.

Das Team der Satiresendung „Die Anstalt“ hat die ZDF-Entscheidung zur Ausladung des Rappers Danger Dan als unprofessionell kritisiert. „Das ZDF hatte lange genug Zeit, sich den Text anzuschauen“, sagte Moderator Claus von Wagner in einem Interview des Branchendienstes DWDL.de. Seine erste Reaktion auf die Ausladung sei „fassungslos“ gewesen. Seine Kollegen, Maike Kühl und Max Uthoff, seien ebenfalls „ungläubig“ und „wütend“ gewesen.

Danger Dan sollte mit Starpianist Igor Levit sein neues Lied „Keine Angst“ bei der 100. Ausgabe von „Die Anstalt“ präsentieren. Die Jubiläumssendung beschäftigt sich mit Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie. Kurz vor der Aufzeichnung entschied das ZDF, den Auftritt zu streichen, da der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne.

Von Wagner sagte, weil das Lied „eine Anleitung zum Widerstand gegen rechtsextreme Strukturen und Zeilen enthält, die zur Diskussion einladen“ sei genau dies geplant gewesen. Mit Blick auf die Sendung am Dienstagabend sagte Moderatorin Maike Kühl: „Wir werden uns der Leerstelle von Danger Dan und dessen Text stellen.“ Wagner fügte hinzu, es wäre schön gewesen, wenn man dies gemeinsam mit dem Künstler hätte machen können.

ZDF störte sich an einer Zeile

Eine Sonderausgabe des ZDF-Kulturmagazins „Aspekte“ wird sich heute Abend mit dem Song beschäftigen. Text und Aussage erforderten eine gründliche journalistische Einordnung, teilte das ZDF mit. Diese wolle man nun in der Sendung am Abend leisten. Das Team der „Anstalt“ werde sich dabei kritisch mit der Ausladung auseinandersetzen. Den Unmut Danger Dans über die Kurzfristigkeit der Absage könne man nachvollziehen, teilte das ZDF mit. Ein Gesprächsangebot an ihn zur Erläuterung der Entscheidung sei bisher unbeantwortet geblieben.

Worum geht es in dem Song „Keine Angst“ überhaupt? Im Kern ruft er zum Kampf gegen Nazis und Faschisten auf. Der Text liest sich wie eine Art Anleitung, wie man sich dafür zusammenschließen kann, ohne ins Visier von Rechtsextremisten oder Sicherheitsbehörden zu geraten. Es brauche geheime Kommunikation, es gelte rechte Strukturen zu recherchieren, deren Aktionen zu dokumentieren, Nazis öffentlich bekannt zu machen.

„Lasst euch nicht erwischen, schaut nach Überwachungskameras“, heißt es an einer Stelle. „Nie ohne Handschuhe, nie ’nen Fingerabdruck hinterlassen“, an einer anderen. „Die seh’n gefährlich aus, aber wir legen sie lang“, singt Danger Dan und auch: „Wenn ihr zusammen kämpft, dann kann es funktionieren.“

Und am Ende schickt er „liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk“. Damit dürften die mutmaßliche Linksextremistin Lina E. und drei ihrer Mitstreiter gemeint sein, die 2023 vom Oberlandesgericht Dresden wegen mehrerer Angriffe auf Rechtsextreme zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Genau auf diese Stelle verweist das ZDF. Die Namen seien identisch mit Vornamen einschlägig bekannter, zum Teil schon rechtskräftig verurteilter Linksextremisten.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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