Sportswashing mit Grand Prix?
Lewis Hamiltons Formel-1-Traum wird wahr – mit fadem Beigeschmack
Lewis Hamilton macht sich seit Jahren für ein Formel-1-Rennen auf dem afrikanischen Kontinent stark. Schon bald soll es soweit sein – allerdings nicht an dem Ort, durch den die Königsklasse schon raste.
Die Formel 1 steht vor einer Rückkehr auf den afrikanischen Kontinent und trägt offenbar schon in zwei Jahren erstmals einen Großen Preis von Ruanda aus. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Quellen der ruandischen Regierung und des Automobil-Weltverbandes FIA erfuhr, soll die Premiere 2030 über die Bühne gehen. „Ruandas Bewerbung um die Ausrichtung des Formel-1-Rennens wurde genehmigt, eine Einigung wurde erzielt“, hieß es aus Regierungskreisen. Es wäre der erste Grand Prix in Afrika seit dem Jahr 1993, damals fand in Kyalami der Grand Prix von Südafrika statt.
Ruanda und die FIA haben den Deal noch nicht offiziell verkündet, laut einer dem Weltverband nahestehenden Quelle soll dies aber schon kommende Woche in der Hauptstadt Kigali passieren. Das Projekt werde außerdem von Katar unterstützt. Ruanda sieht sich allerdings seit Jahren dem Vorwurf ausgesetzt, mit internationalen Sportveranstaltungen Sportswashing zu betreiben, also von Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land abzulenken. 2025 fand in Ruanda die Rad-WM statt, große Fußballklubs wie Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain, der FC Arsenal und der FC Bayern machten Werbung für das Land.
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„Warum sind wir nicht in Afrika?“
Rekordweltmeister Lewis Hamilton hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder für ein Formel-1-Comeback in Afrika ausgesprochen. „Seit sechs, vielleicht sogar sieben Jahren kämpfe ich hinter den Kulissen darum, einen Grand Prix auf die Beine zu stellen“, sagte der Ferrari-Pilot beim diesjährigen Saisonstart in Melbourne. „Ich setze mich mit den Verantwortlichen zusammen und frage: ‚Warum sind wir nicht in Afrika?‘ Ich möchte den Sport nicht verlassen, ohne dass es dort einen Grand Prix gibt, ohne dort Rennen fahren zu können, also setze ich mich dafür ein.“ Hamilton steht bei Ferrari noch bis Ende 2027 unter Vertrag, Medienberichten zufolge hat er danach einseitig die Option, das Arbeitspapier bis Ende 2028 zu verlängern.

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Als Kandidat für einen afrikanischen Grand Prix galt in den letzten Jahren auch Südafrika. Ein weiterer Afrika-GP soll durch die Zusage an Ruanda nicht vom Tisch sein. „Südafrika wird die Formel 1 bekommen, noch vor 2030“, schrieb Sportminister Gayton McKenzie schon vor einigen Tagen auf X. Man sei „glücklich“ für Ruanda, sie hätten „länger daran gearbeitet als Südafrika und es verdient“, schrieb McKenzie: „Man darf jedoch nicht vergessen, dass ein Land, nämlich Italien, bereits zwei Formel-1-Rennen pro Jahr veranstaltet hat (in Imola und Monza, Anm.d.Red.), und manche reagieren so, als könne ein Kontinent mit 55 Ländern nur ein einziges Rennen bekommen.“
Verwendete Quellen: ntv.de, mar
