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Argentiniens hässliche Seite: Spanien rettet die Welt: Der gerechteste WM-Titel aller Zeiten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 20, 2026Keine Kommentare7 Minuten Lesezeit
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Spanien rettet den Fußball: Der neue Weltmeister erdrückt Argentinien, das nur in der Prügelei eine Antwort findet und mehr Schläge als Torschüsse hat. Die Iberer „rauben Hoffnung“ – und die ganze Welt atmet auf.

Als hätte die unterirdische fußballerische Leistung noch nicht genügt, zeigt Argentinien nach dem Abpfiff, warum es diesen WM-Titel nicht verdient. Die ekelhaften Attacken von Nahuel Molina und Leandro Paredes auf spanische Spieler offenbaren die hässliche Seite dieser Truppe, die leider zu oft auf den Modus Kneipenschlägerei stellt. Eine Truppe, die, wenn sie will, auch für so viele positive Emotionen sorgen kann. Die mit unglaublichen Comebacks, wie gerecht sie nun auch immer gewesen sein möchten, diese WM bereichert haben. Die in Lionel Messi den alles und jeden überragenden Offensivakteur des Turniers in den eigenen Reihen haben.

Doch nicht in diesem Endspiel. Spanien ist Weltmeister und der Fußball siegt: Nach dem Finale ist der Titel für die Iberer der gerechteste aller Zeiten. „Spanien hat nicht nur ein Finale gewonnen. Es hat eine Art zu spielen beschützt. Es hat den Fußball gerettet“, schreibt die spanische Sportzeitung „Marca“. Und der britische „Telegraph“ fügt hinzu: „Fußball 1, Verbrecher 0. Es brauchte eine Verlängerung, um dorthin zu gelangen, aber Gott sei Dank hat der Sport gesiegt.“

Spanien – Argentinien 1:0 (0:0) n.V.

Tor: 1:0 Ferran Torres (106.)

Spanien: Unai Simón – Porro, Cubarsi, Laporte (99. Eric Martret), Cucurella – Rodri (99. Zubimendi), Fabian Ruiz (62. Pedri) – Yamal, Olmo (75. Merino), Baena (75. Williams) – Oyarzabal (62. Ferran Torres). – Trainer: de la Fuente

Argentinien: E. Martínez – Montiel (58. Molina), Romero (70. Medina), Li. Martinez (44. Otamendi), Tagliafico – de Paul (70. Simeone), Mac Allister, Fernandez, González (46. Paredes) – Messi – Alvarez (102. Senesi). – Trainer: Scaloni

Schiedsrichter: Slavko Vincic (Slowenien)

Gelb-Rote Karte: Fernandez (Argentinien) wegen wiederholten Foulspiels (90.+3)

Gelbe Karten: – Li. Martinez, Paredes, Fernandez, Romero, Mac Allister

Zuschauer: 80.663 (ausverkauft)

Dass das 1:0 nach Verlängerung nicht ein 5:0 nach 90 Minuten ist, liegt allein an der Furia Roja selbst. An der fehlenden Durchschlagskraft im letzten Drittel in der ersten Hälfte, und an den liegengelassenen Chancen nach der Pause. Denn von Beginn an dominiert der neue Weltmeister die Partie nach Belieben.

„Der Fußball war fair“

Klassenunterschied ist komplett untertrieben. Solch ein Gefälle ist im Fußball selten, in einem WM-Finale hat es das noch nie gegeben. Argentinien ist die erste Mannschaft, die in einem Endspiel keinen einzigen Torschuss in der regulären Spielzeit abgibt. Lionel Messi verzeichnet den ersten in der 117. Minute, der aber geblockt wird. Nachdem Argentinien 2022 vielleicht das beste Finale der WM-Geschichte ablieferte, zeigt die Nationalelf diesmal das schlechteste.

Der Grund lautet: Spaniens Meisterleistung in Sachen Balldominanz und Defensive. Wie schon das gesamte Turnier über. Rodri, Fabian Ruiz, Dani Olmo – all diese technisch versierten Mittelfeldspieler verlieren den Ball so lange nicht, bis sie Argentinien komplett haben verzweifeln lassen. Auch in der Balleroberung ist die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente so gut, dass die Albiceleste meist überhaupt nicht aus ihrer eigenen Hälfte kommt. Die sonst so lautstarken Fans in Himmelblau verstummen sehr früh im Spiel und wachen nur selten wieder auf.

Argentinier wüten, Spanien feiert – und ganz am Ende weint Messi

Verdienter und gerechter geht es nicht. „Der Fußball war fair“, sagt Rodri, der zum Spieler des Turnier gewählt wird, nach der Partie. „Das ist das perfekte Drehbuch.“ Nico Williams, der das Tor des Tages von Ferran Torres mit einer wunderbaren Kopfballablage vorbereitet, jubelt: „Es ist der Wahnsinn. Hier leistet jeder seinen Beitrag. Wir arbeiten alle hart und sind keine Starspieler. Ich habe so viel Mist durchgemacht und jetzt ist der glücklichste Tag meines Lebens.“

„Sie rauben dir deine Hoffnung“

Der Jubel der Furia Roja ist groß, aber nicht übertrieben, wie er bei Argentinien wohl ausgefallen wäre. Auch bei den Fans, die neben tollen Feierlichkeiten bei diesem Turnier – selbst noch kurz vor dem 1:0 in diesem äußerst einseitigen Finale – immer wieder mit Pöbeleien gegen andere Anhänger auffallen. Wer nicht ein Messi-Fan ist, hält es mit den Spaniern in dieser Partie, und hatte die vermeintliche Bevorteilung und das harte Spiel der Argentinier schon länger satt. Im restlichen Südamerika ist die Albiceleste, nett ausgedrückt, ohnehin nicht gerade beliebt.

„Sie rauben dir deinen Spirit. Sie rauben dir deine Hoffnung“, fasst Stürmer-Ikone Zlatan Ibrahimovic beim US-Sender Fox das erdrückende Spiel der Spanier passend zusammen. Nachdem Yamal gleich zu Beginn der Partie einen Doppelpass mit Olmo spielt und völlig blank vergibt, findet Spanien trotz der Dominanz im letzten Drittel keine Lösungen. In der 39. Minute landet eine verunglückte Ablage 20 Meter zentral vor dem Tor vor den Füßen von Mikel Oyarzabal, aber die Direktabnahme des Stürmers hält Torhüter Emiliano Martinez locker. Zur Halbzeit hat Spanien mehr als doppelt so viele Pässe wie das nach Luft schnappende Argentinien, aber noch kein Tor auf dem Konto.

Nach der Pause häufen sich die Chancen der Iberer, aber weil mal Olmo vergibt (64.) und mal Ferran Torres‘ Kopfball nach Yamal-Flanke zu unplatziert in die Mitte fliegt, bleibt für die Gauchos noch eine Resthoffnung auf einen magischen Messi-Moment. Doch nicht, mit dem eingewechselten Williams, der in der Verlängerung frischen Wind bringt und nach Pedri-Flanke Martinez per Kopf aus kurzer Distanz prüft (93.) und in der Verlängerung sogar ins Tor trifft (96.), allerdings wird zuvor auf Foul entschieden.

Spaniens zwei Dekaden der Dominanz

Argentinien findet weiterhin kein My statt. Dafür aber weiter Williams. Seine Kopfballablage nach einem langen Ball von Pedro Porro verwertet Torres humorlos mit links unter die Latte. Es folgt die pure Erlösung bei den Spaniern auf dem Feld und auf den Rängen. Es gab wohl nie ein verdienteres Tor bei einer WM – und selten ein verdienteres Gegentor.

Prügelei nach Finale: Argentinier geht auf Gegner los

Seit einem holprigen Start mit einem Unentschieden gegen Kap Verde präsentiert sich Spanien als die kompletteste und geschlossenste Mannschaft dieses Turniers. Die Art und Weise, wie die junge spanische Nationalmannschaft effizient und fast unbemerkt ihre Arbeit verrichtet, ist nicht immer schön mitanzusehen. Aber sie zeugt von genau der Abgeklärtheit und Professionalität, die großen Spiele bei einer WM gewinnt. Und am Ende den Pokal.

Neun Endspiele hat Spanien in den vergangenen 18 Jahren bestritten: EM 2008, WM 2010, EM 2012, Confed Cup 2013, Nations League 2021, Nations League 2023, EM 2024, Nations League 2025, WM 2026. Das ist pure Dominanz über knapp zwei Dekaden. In Europa folgen dahinter mit großem Abstand Frankreich (vier) und Deutschland und Portugal (jeweils drei).

Yamals große Geburtstagswoche

Argentinien kann sich derweil im Finale irgendwann nur noch mit Fouls helfen. „Argentinien hat letztlich für den Versuch bezahlt, ein Fußballspiel in eine Straßenprügelei zu verwandeln“, schreibt die britische „Sun“. Enzo Fernandez, der Pau Cubarsi, der später zum besten Jungprofi des Turniers gewählt wird, an der Mittellinie rüde abräumt, sieht kurz vor der Verlängerung verdient Gelb-Rot. Eine große Dummheit – und kein Alleinstellungsmerkmal. Auch gegen England fällt die Albiceleste nur mit Fouls, Tritten und Schlägen auf – bis sie nach dem 0:1 auch fußballerisch zu Höchstleistungen aufläuft und das Halbfinale mit zwei traumhaften Toren noch dreht. Nicht so im Endspiel in New Jersey.

Hier laufen beim unbiegsamen Mittelfeldboss Rodri die Tränen der Freude. Hier feiern die Spanier noch Stunden nach dem Abpfiff mit Freunden und Familien auf dem Rasen, als das Stadion schon komplett leer ist. Hier sitzt Lamine Yamal auf dem Grün und zeigt sein schönstes Zahnspangenlächeln. Der Teenager, der vor wenigen Tagen 19 Jahre alt wurde und Stunden zuvor cool und locker mit seitwärts aufgesetztem Cap und fetter Goldkette ins Stadion einläuft, ist nun Europameister und Weltmeister. Welch eine verdiente Geburtstagswoche.

Verwendete Quelle: ntv.de

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