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Startseite»Politik»USA verhängen Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Produkte aus Kanada
Politik

USA verhängen Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Produkte aus Kanada

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 21.07.2026 • 07:16 Uhr

Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada spitzt sich zu. Washington verhängte nun neue Zölle in Höhe von 50 Prozent. Betroffen sind auch Produkte, die bislang unter ein Freihandelsabkommen fallen.

US-Präsident Donald Trump erhöht im Handelsstreit mit Kanada den Druck und erhebt neue Zusatzzölle in Höhe von 50 Prozent. Sie sollen in 30 Tagen in Kraft treten. Betroffen ist laut dem Weißen Haus eine breite Palette von Gütern – als Beispiele wurden Hockeyschläger, Wein und Zement genannt.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer teilte mit, dass die neuen Zölle auf Importe aus Kanada im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar gelten werden. Grund für die Maßnahme sei eine „diskriminierende Behandlung“ von Alkohol-, Automobil- und Molkereiprodukten aus den USA durch die kanadische Regierung. Kanada wies diese Vorwürfe umgehend zurück.

Auch Freihandelswaren betroffen

Für die neuen Zölle greift Trump auf eine wenig bekannte Rechtsvorschrift aus dem Jahr 1930 zurück. Diese ermöglicht es US-Behörden, gegen Länder vorzugehen, denen „diskriminierende“ Handelspraktiken vorgeworfen werden.

Besonders ist zudem, dass die Zölle auch Produkte treffen sollen, die bislang unter das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada fallen. Das im Juli 2020 geschlossene United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) sollte den Handel eigentlich zollfrei halten.

Obwohl Trump seit seiner Rückkehr ins Präsidentenamt im vergangenen Jahr umfassende Zölle gegen unzählige Handelspartner verhängt hat, waren bisher weitgehend Waren ausgenommen, die im Rahmen des USMCA in die USA eingeführt werden.

Kanada bereit für neue Gespräche

Der kanadische Premierminister Mark Carney signalisierte in einer ersten Reaktion auf die neueste Zollankündigung Washingtons Gesprächsbereitschaft.

Sein Land sei bereit, sich mit Nachdruck an Gesprächen zu beteiligen, um noch offene Streitpunkte mit den USA zu lösen. Zugleich machte er klar, dass man die wirtschaftliche Stärke Kanadas ausbauen wolle.

Trump verägert wegen Waldbränden in Kanada

Vor wenigen Tagen hatte Trump Kanada bereits aus einem anderen Grund mit höheren Zöllen gedroht. Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social, dass den USA mit der durch Waldbrände verursachten Luftverschmutzung hohe Kosten entstehen würden. Deswegen müssten diese Kosten „zwangsläufig“ den bestehenden Zöllen auf kanadische Importe hinzugerechnet werden.

In großen Teilen des Nordostens der USA hatte es in der vergangenen Woche Rauchschwaden gegeben, nachdem Dutzende Wälder im benachbarten Kanada gebrannt hatten. In der Hauptstadt Washington wurde zeitweise eine Warnung an die Bewohnerinnen und Bewohner vor der schlechten Luftqualität ausgesprochen.

Die Luftverschmutzung hatte zudem Befürchtungen ausgelöst, dass das Finale der Fußball-WM in der Nähe von New York verschoben oder verlegt werden müsste.

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