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Startseite»Politik»Mehr Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern
Politik

Mehr Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 21.07.2026 • 12:41 Uhr

Das Bundeskriminalamt hat für 2025 einen Anstieg bei Fällen von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen registriert. Innenminister Dobrindt nennt die Zahlen „erschreckend hoch“ – und geht von einem noch höheren Dunkelfeld aus.

Die Zahl der registrierten Fälle von sexuellem Kindesmissbrauchs in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus dem Bundeslagebild „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ des Bundeskriminalamts (BKA) hervor.

Laut den Zahlen, die Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), BKA-Chef Holger Münch und die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, in Berlin vorlegten, registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 17.126 Fälle. Das waren 772 mehr als im Vorjahr und rund 1.600 mehr als im Jahr 2021.

Den Angaben zufolge wurden insgesamt 18.736 Opfer im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern registriert, ein Anstieg um 3,6 Prozent. Ein Kind kann dabei in der Statistik mehrfach erfasst werden, wenn es wiederholt Opfer wurde. 13.870 der Opfer waren Mädchen, 4.866 Jungen.

„Wir müssen unsere Kinder besser schützen“

Bundesinnenminister Dobrindt erklärte, die Zahlen seien „erschreckend hoch“. „Wir müssen unsere Kinder besser schützen – besonders in der digitalen Welt“, sagte Dobrindt. Täter dürften sich nicht in der Anonymität des Internets sicher fühlen. Er gehe von einem weitaus höheren Dunkelfeld aus.

Die Statistik spiegelt nur die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie bearbeiteten Straftaten wider – das sogenannte Hellfeld, einschließlich sogenannter Versuchstaten. Die Angaben basieren auf Daten der bereits veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und nimmt besonders die Bereiche sexueller Missbrauch, Missbrauchsdarstellungen und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen in den Blick.

Täter sind hauptsächlich Männer

Bei Missbrauchsfällen an Jugendlichen gab es einen Zuwachs um 4,0 Prozent auf 1.239 Fälle. 2024 hatte es in beiden Fallgruppen einen leichten Rückgang gegeben, die neuen Zahlen überstiegen aber jeweils auch die Werte für 2023. Eine deutliche Mehrheit der Opfer war weiblich.

Die Zahl der Tatverdächtigen stieg bei Missbrauchsfällen an Kindern laut dem Lagebild 2025 um 3,7 Prozent auf 12.823. Hauptsächlich waren es demnach allein handelnde Männer. In 54 Prozent der Fälle habe eine Vorbeziehung zwischen Opfern und Tatverdächtigen bestanden. Auch beim Missbrauch an Jugendlichen bestand in den meisten Fällen eine solche Vorbeziehung.

Einfluss von Prävention und Strafrechtsänderung

Bei Fällen in Zusammenhang mit Aufnahmen von sexueller Gewalt an Jugendlichen verzeichnet das Lagebild im Jahresvergleich einen deutlichen Zuwachs um 19,9 Prozent auf 11.515 Fälle. Dabei könnte demnach die Nutzung von KI eine Rolle spielen. Aber auch generell nehme das Versenden eigener oder fremder Dateien von sexuellem Missbrauch an Jugendlichen im Internet zu.

Umgekehrt könnten Präventionskampagnen dazu beigetragen haben, dass mehr Fälle zur Anzeige gebracht wurden, hieß es. Gut die Hälfte der Tatverdächtigen war selbst minderjährig.

Einen Rückgang um 2,7 Prozent auf 41.677 Fälle gab es dagegen bei Aufnahmen von sexueller Gewalt an Kindern. Hier waren die meisten Tatverdächtigen ebenfalls Minderjährige.

Ursache für den Rückgang sei auch eine Strafrechtsänderung, hieß es. So kann seit Juni 2024 auf eine Strafverfolgung verzichtet werden, wenn die Schuld als gering angesehen wird – zum Beispiel wenn Eltern oder Lehrkräfte derartige Inhalte zur Warnung oder als Beitrag zur Tataufklärung weiterleiten.

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