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Startseite»Politik»Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren
Politik

Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 21, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 21.07.2026 • 21:23 Uhr

Frankreich führt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren ein. Nach dem französischen Senat stimmte auch die Nationalversammlung mit großer Mehrheit für das Gesetz.

Frankreich hat als erstes Land in der Europäischen Union ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren beschlossen. Die Nationalversammlung stimmte am Abend mit 279 zu 81 Stimmen für das Verbot. Der Senat hatte sich am Nachmittag mit 243 zu zwei Stimmen für den Entwurf ausgesprochen.

Auf Wunsch von Präsident Emmanuel Macron sollen die neuen Regeln bereits nach den Sommerferien in Kraft treten. „Ich hatte mich dafür eingesetzt, nun ist es beschlossen: Ab dem neuen Schuljahr sind soziale Netzwerke für Kinder unter 15 Jahren verboten“, sagte Macron nach dem Parlamentsentscheid. Die Plattformbetreiber sollen verpflichtet werden, wirksame Alterskontrollen einzuführen.

Für neue Social-Media-Konten soll das Gesetz ab dem 1. September gelten, für bestehende Konten soll es eine Übergangsfrist von vier Monaten bis zum 1. Januar 2027 geben. In dieser Zeit „werden wir die schon existierenden Konten von unter 15-Jährigen schließen“, hatte Macron vergangenen Monat gesagt.

Erweitertes Verbot von Handys an Schulen

Das Gesetz sieht außerdem eine Ausweitung des Verbots von Mobiltelefonen in Schulen von der Grund- und Mittelstufe auch auf die Oberstufe vor. Ausnahmeregelungen bleiben demnach aber erlaubt.

Ziel des Gesetzes ist es, gesundheitsschädliche Auswirkungen der Onlinenetzwerke auf Heranwachsende zu vermeiden. Laut einem Bericht der nationalen französischen Gesundheitsbehörde schadet die Nutzung der mentalen Gesundheit von Jugendlichen erheblich.

Um das Verbot und seine Ausgestaltung hatte das Parlament in Paris länger gerungen, und auch die Europäische Kommission hatte die Pariser Pläne beanstandet.

EU will Zersplitterung und Rechtsunsicherheit verhindern

Einem Sprecher der EU-Kommission zufolge sieht Brüssel die Gefahr einer Zersplitterung in nationale Systeme. Das könne zur Rechtsunsicherheit führen und die Rechtsdurchsetzung schwächen.

Mehrere Mitgliedsländer, darunter Spanien, Griechenland und Österreich, wollen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen. Auch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, ein solches Verbot in Deutschland einführen zu wollen.

Für einzelne EU-Mitgliedsländer ist das aber nicht ohne Weiteres möglich: Wer digitale Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will, kommt um die großen Online-Plattformen kaum herum. Die EU-Kommission ist jedoch alleinig dafür zuständig, den Plattformen Regeln vorzuschreiben und diese auch durchzusetzen.

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