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Startseite»Politik»So will die Bundesregierung deutsche Start-ups fördern
Politik

So will die Bundesregierung deutsche Start-ups fördern

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.07.2026 • 10:46 Uhr

36 Seiten, 150 Maßnahmen: Mit einer neuen Strategie will die Bundesregierung neu gegründeten Unternehmen zum Durchbruch verhelfen – und verhindern, dass sie ins Ausland abwandern. Wie soll das gelingen?

Deutschland soll für junge, innovative Unternehmen attraktiver werden: Mit einer neuen Strategie will die Bundesregierung Start-ups gezielt in ihrer Wachstumsphase unterstützen. Die Maßnahmen sollen vor allem Hürden bei Finanzierung, Gewinnung von Fachkräften und Bürokratie abbauen.

36 Seiten hat die „Startup- und Scaleup-Strategie“ der schwarz-roten Koalition, für die das Bundeskabinett heute grünes Licht geben soll. Darin stehen mehr als 150 Einzelmaßnahmen – federführend entwickelt vom Wirtschaftsministerium. Die sollen auch verhindern, dass erfolgreiche Gründungen bei ihrer internationalen Expansion ins Ausland abwandern, heißt es in dem Strategiepapier.

Fokus auf Verteidigung und Tech-Unternehmen

Ein Schwerpunkt des Papiers: Verteidigung und Sicherheit. Für Firmen aus diesem Sektor soll der Kapitalzugang verbessert werden. Die Bundesregierung will sich erstmals direkt an Start-ups beteiligen, die Waffen herstellen. Außerdem sollen militärische Start-ups die gleiche Förderung wie andere bekommen.

Ein weiterer Fokus der Maßnahmen liegt auf technologiegetriebenen Start-ups. Die sind bei Investoren – neben dem Bereich Verteidigung – besonders beliebt, wie das aktuelle Start-up-Barometer der Beratungsgesellschaft EY zeigt. Die Bundesregierung reagiert auf diese Marktrealität, indem sie ein spezielles Direktbeteiligungsvehikel für Start-ups aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie auflegt und den Zugang zu öffentlichen Aufträgen für junge Technologiefirmen erleichtert.

Deutschlandfonds soll verlängert werden

Da Investoren ihr Geld zunehmend in vermeintlich sichere Wetten und wenige Mega-Deals mit einem Volumen von über 50 Millionen Euro stecken, haben junge und kleine Start-ups im harten Wettbewerb um das Kapital derzeit oft das Nachsehen.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte dem Sender Welt, in Deutschland würden nur rund 0,15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Wagniskapital fließen, in den USA seien es aber rund 0,8 Prozent. „Deshalb müssen wir mehr privates Kapital mobilisieren.“ Durch die neue Strategie sollen auch Möglichkeiten genutzt werden, Gelder aus der privaten Altersvorsorge in Start-ups zu investieren.

Die Pläne sehen auch mehr Geld vom Bund vor. So soll der sogenannte Deutschlandfonds über das Jahr 2030 hinaus verlängert werden. Er federt durch staatlichen Garantien gezielt das Investitionsrisiko ab, um bis zu 130 Milliarden Euro an privatem Kapital für Zukunfts- und Infrastrukturprojekte in Deutschland zu mobilisieren. Darüber werden auch Start-ups unterstützt, die Geld für den Start des Unternehmens benötigen.

Weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung

Ein Teil der Maßnahmen ist außerdem das Projekt „Schneller Gründen“: Verwaltungsprozesse sollen durchgängig digitalisiert werden. Auf europäischer Ebene soll eine einheitliche Rechtsform für die Unternehmen dafür sorgen, dass grenzüberschreitende Aktivitäten spürbar erleichtert werden.

Auch den Fachkräftemangel adressiert das Papier: Durch flexiblere Kündigungsregeln für hoch vergütete Arbeitsverhältnisse und attraktivere steuerliche Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterkapitalbeteiligung sollen deutsche Start-ups künftig global wettbewerbsfähiger agieren können.

Mit Informationen von Maximilian Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

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