Mitten im Surfen friert der Bildschirm ein. Grelle Warnungen, ein schriller Ton, eine Meldung, die aussieht, als käme sie direkt vom Computerhersteller: „Ihr Computer wurde gesperrt. Ihre Daten sind in Gefahr. Rufen Sie sofort den Support an.“ Eine Telefonnummer blinkt. Wer anruft, bekommt einen geduldigen, kompetent klingenden Techniker, der hilfsbereit durch die nächsten Schritte führt: ein Fernwartungsprogramm installieren, damit er das Problem beheben kann. Und dann, nach beeindruckend aussehender „Analyse“, die Rechnung für die Reparatur eines Problems, das nie existiert hat.
Das ist der Tech-Support-Scam, und er ist perfider, als er auf den ersten Blick wirkt. Denn die grelle Warnung ist nur eine Webseite, ein aufdringliches Browserfenster, das sich mit einem beherzten Schließen des Browsers beenden lässt. Der Computer war nie gesperrt, nie infiziert, nie in Gefahr. Gefährlich wird es erst durch den Anruf: Mit dem Fernwartungsprogramm geben die Opfer Fremden die volle Kontrolle über ihren Rechner, und damit potenziell über Onlinebanking, Passwörter und persönliche Dateien. Manche Täter räumen Konten leer, während sie am Telefon noch freundlich „das Problem beheben“. Andere kassieren für die erfundene Reparatur und hinterlassen dabei erst recht Schadsoftware, die den nächsten „Notfall“ garantiert.
Die Masche zielt bevorzugt auf Menschen, die sich am Computer unsicher fühlen, und nutzt genau diese Unsicherheit doppelt: Erst erzeugt sie Panik, dann bietet sie die rettende Hand. Wer sich mit Technik nicht auskennt, kann kaum beurteilen, was der Fremde da gerade auf dem Bildschirm tut, und verlässt sich auf den freundlichen Ton. Auch die umgekehrte Variante existiert: Anrufe angeblich von Microsoft oder dem Internetanbieter, man habe ein Problem auf dem Rechner des Kunden festgestellt. Auch hier gilt: Kein seriöses Unternehmen ruft ungefragt an, um Computerprobleme zu beheben.
Der Schutz besteht aus drei Sätzen, die man sich und vor allem den eigenen Eltern und Großeltern mitgeben sollte:
1. Eine Virus-Warnung mit Telefonnummer ist immer Betrug, echte Warnungen von Windows oder Apple enthalten nie eine Nummer zum Anrufen.

2. Den Browser schließen genügt, notfalls über einen Neustart des Rechners, danach ist der Spuk vorbei.
3. Niemals einem Unbekannten Fernzugriff auf den eigenen Computer geben, aus keinem Anlass. Ist es doch passiert: Internetverbindung trennen, Bank informieren, Passwörter von einem sauberen Gerät aus ändern und das Fernwartungsprogramm entfernen lassen, im Zweifel durch eine Fachwerkstatt vor Ort.
Wir erklären diese Maschen so, dass auch die verstehen, auf die sie zielen (HIER und HIER z.B.). Ein Euro hilft dabei: mimikama.org/1eurodemokratie
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