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Startseite»Nachrichten»Gaspreis explodiert: Der Iran-Krieg wird doch noch zum Heizproblem
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Gaspreis explodiert: Der Iran-Krieg wird doch noch zum Heizproblem

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 23, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Gaspreis explodiertDer Iran-Krieg wird doch noch zum Heizproblem

23.07.2026, 18:32 Uhr Von Christina Lohner
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Hormus-Blockade, Hitzewellen, fehlende Speichermengen – der Preisdruck wächst.

Die Heizsaison rückt näher, doch der Flüssiggas-Export aus dem Nahen Osten ist immer noch unterbrochen. Für Verbraucher bedeutet das drastische Preisaufschläge bei Neuverträgen. Unter Umständen droht sogar ein Versorgungsengpass. 

Die hiesigen Verbraucher traf der Iran-Krieg bisher hauptsächlich an den Zapfsäulen infolge des Ölpreis-Schocks. Doch inzwischen rückt die Heizsaison näher. Der Krieg allerdings ist nicht vorbei, sondern neu eskaliert. Der Gaspreis steigt daher seit Wochen und hat inzwischen den höchsten Stand seit Kriegsbeginn erreicht. Kunden, die einen neuen Gasvertrag brauchen, müssen sich auf erhebliche Preisaufschläge einstellen. Auch ein Versorgungsrisiko ist nicht ausgeschlossen.

Der Großhandelsreferenzpreis TTF ist innerhalb eines Monats um knapp 50 Prozent auf rund 62 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Bei den Händlern wachse die Sorge, dass die Lieferengpässe bei Flüssigerdgas (LNG) aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten infolge der Hormus-Blockade bis in den Winter hinein andauern werden, erklärt Natasha Fielding, leitende Expertin für Gasmärkte bei der Preisberichtsagentur Argus Media. Hinzu kommen die Hitzewellen in Europa, die den Strombedarf für Klimaanlagen steigen lassen. Außerdem konkurriert Europa beim Gas-Import mit asiatischen Ländern. Das sind die Hauptabnehmer von LNG aus Nahost. In Asien ist der Bedarf temperaturbedingt ebenfalls gestiegen.

Darüber hinaus fällt das US-amerikanische LNG-Terminal Freeport, das Europa beliefert, wegen Wartungsarbeiten noch wochenlang aus. Auch in den USA steigt zudem wetterbedingt die Nachfrage, wodurch weniger Flüssigerdgas für den Export zur Verfügung steht.

Unabhängig von den aktuellen Entwicklungen bleibt das LNG-Angebot auf dem Weltmarkt mittelfristig eingeschränkt. Die katarische LNG-Exportinfrastruktur in Ras Laffan wurde so stark beschädigt, dass ein Teil der Reparaturen lange andauern dürfte. Auch das hält den Preisdruck hoch.

Wer als Verbraucher einen laufenden Fixpreis-Vertrag hat, spürt von dem Preisanstieg vorerst nichts. Doch wer einen Neuvertrag abschließt, muss inklusive Steuern und Abgaben einen Aufschlag von fast einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr in Kauf nehmen, wie Gasmarktexperte Sebastian Gulbis ntv.de vorrechnet.

Gasspeicher nicht voll genug

Die niedrigen Speicherstände in Europa sind ein weiterer Preistreiber. Das Einspeichern von Erdgas rechnet sich für Speichernutzer nur, wenn der erwartete Winterpreis weit genug über dem aktuellen Sommerpreis liegt. Das ist in der laufenden Einspeicherperiode nicht beziehungsweise nur selten der Fall. Deshalb sind die deutschen Gasspeicher nur zu gut 45 Prozent gefüllt – das sind 12 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und fast 25 Punkte weniger als der Durchschnitt vor Beginn des Ukraine-Kriegs.

Mit niedrig gefüllten Gasspeichern steigt zudem das Risiko hoher Preise im Winter. Bei niedrigen Temperaturen wäre Deutschland umso mehr auf kurzfristige LNG-Einkäufe angewiesen. Das dürfte bei hoher Nachfrage teuer werden – speziell, wenn der Winter in Asien ebenfalls frostig ausfallen sollte und Europa mit Ländern in Fernost um Lieferungen konkurrieren müsste.

Kurzfristige LNG-Käufe könnten nicht nur teuer werden, sondern würden auch nicht allein genügen, um die Versorgung sicherzustellen. Zwar haben die Speicher dabei deutlich an Bedeutung verloren, weil Deutschland seine Gasimporte aufgrund von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine umgestellt hat und seinen Bedarf nun vermehrt mit LNG decken kann. Doch der aktuelle Füllstand reicht mit Blick auf den Winter noch nicht aus, wie Gulbis, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Enervis, klarstellt. Bis dahin sollten die Speicher möglichst auf das Niveau der bereits gebuchten Kapazitäten von 78 Prozent befüllt werden. Unter den aktuellen Bedingungen fehlt den Speichernutzern dafür allerdings der wirtschaftliche Anreiz.

Sehr hohe Preise im Winter könnten laut dem Experten auf der anderen Seite zur Folge haben, dass Industriekunden ihre Nachfrage senken und so für eine leichte Entspannung sorgen. „Ausgeschlossen ist ein Gasmangel aber nicht.“ Auch Argus-Expertin Fielding mahnt mehr Tempo beim Einspeichern an.

Quelle: ntv.de

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Dr. Heinrich Krämer
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