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Startseite»Politik»Marktbericht: Angriffspause dürfte DAX stützen
Politik

Marktbericht: Angriffspause dürfte DAX stützen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 27, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 27.07.2026 • 08:22 Uhr

Die Angriffspause im Nahen Osten nährt die Hoffnung auf eine Deeskalation. Auch die Ölpreise geben deutlich nach. Der DAX könnte deutlich zulegen, aber erfahrungsgemäß bleibt die Lage fragil.

Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex DAX vor dem Xetra-Start ein knappes Prozent höher auf 25.325 Punkten. Damit winkt der höchste Stand seit drei Wochen. Am vergangenen Freitag war der DAX mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 25.099 Punkten aus dem Handel gegangen. Auf Wochensicht hatte er 1,1 Prozent zugelegt.

In der neuen Börsenwoche werde die Berichtssaison im Nahen Osten und die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve nach Einschätzung von Marktbeobachtern den Handel bestimmen.

Zumindest was die aktuellen Inflationssorgen betrifft, gibt es positive Nachrichten – der Ölmarkt sendet Entspannungssignale. Nach dem Ende der 13tägigen US-Angriffsserie im Iran hat der Ölpreis zu Wochenbeginn deutlich nachgegeben. Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent lag bei ungefähr 92 US-Dollar je Barrel (159 Liter) und damit mehr als fünf Prozent im Minus. Zeitweise hatten die Notierungen über 100 Dollar gelegen. Der Gaspreis sackte sogar um neun Prozent ab.

Die Angriffspause „nährt die Hoffnung auf Frieden“, schrieb Analyst Thomas Altmann von QC Partners. Und das komme an den Börsen gut an. Die zweite Nacht in Folge ohne Angriffe bringe ein Stück Zuversicht und Optimismus zurück.

Die sinkenden Ölpreise haben auch Auswirkungen auf die Inflationserwartungen. In dieser Woche steht der Zinsentscheid der Fed an. Die Commerzbank-Ökonomen um Chefvolkswirt Jörg Krämer gehen davon aus, dass die Währungshüter am Mittwoch zunächst die Füße still halten und die Zinsen unverändert lassen werden.

Höhere Zinsen sind negativ für den Aktienmarkt. Anleger können sich dann nach besseren Anlagealternativen mit geringerem Risiko umschauen. Außerdem bedeuten steigende Zinsen höhere Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher.

Die Berichtssaison nimmt derweil immer mehr Fahrt auf. Nach dem enttäuschenden Quartal von Volkswagen schauen die Anleger auf die anderen deutschen Autobauer Mercedes-Benz und BMW, die ihre Berichte am Dienstag beziehungsweise Donnerstag vorlegen. Zur Wochenmitte stehen die Zahlen der Deutschen Bank und des Chemiekonzerns BASF auf dem Programm.

In den USA stehen in dieser Woche Technologiewerte auf der Liste. Am Mittwoch werden Microsoft und Meta sowie am Donnerstag Apple über ihre Geschäftsentwicklung berichten. Investoren werden dabei erneut auf potenzielle Ankündigungen weiterer Investitionen in Milliardenhöhe in Künstliche Intelligenz (KI) achten. Diese können die Aktienkurse mitunter deutlich belasten und ein starkes Abschneiden im Quartal in den Hintergrund drängen.

Dass die Hoffnung auf eine Deeskalation des Konflikts im Nahen Osten erfahrungsgemäß trügerisch sein könnte, zeigen die vorsichtigen Reaktionen an den asiatischen Aktienmärkten. Der japanische Leitindex Nikkei legt nur leicht zu der Kospi in Südkorea ebenfalls.

In den USA legen die S&P-500-Futures dagegen um 0,7 Prozent zu, während die Nasdaq-Futures um 1,1 Prozent zulegten.

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