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Startseite»Politik»Chiphersteller CXMT: Spektakuläres Börsendebüt in China
Politik

Chiphersteller CXMT: Spektakuläres Börsendebüt in China

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 27, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 27.07.2026 • 13:53 Uhr

Der Börsengang des chinesischen Chipriesen CXMT verlief äußerst spektakulär. Zeitweise gewann die Aktie mehr als 500 Prozent. Das Börsendebüt findet aber in einem hochnervösen Umfeld statt.

Für die chinesischen Aktienmärkte war es ein historischer Tag. Der Börsengang des Chip-Herstellers CXMT brach gleich mehrere Rekorde. Zeitweise schoss die Aktie des Herstellers von DRAM-Speichern in Shanghai um 535 Prozent in die Höhe. Zum Handelsende betrug das Plus noch 466 Prozent auf 49 Yuan. Mit umgerechnet rund 490 Milliarden Dollar Börsenwert stieg CXMT damit auf einen Schlag zum wertvollsten Unternehmen Festlandchinas auf. Nur der in Hongkong notierte Internetkonzern Tencent ist noch mehr wert.

Nervöses Umfeld

Das Börsendebüt sorgte für eine ungeheure Dynamik an den chinesischen Märkten. Insgesamt wurden CXMT-Aktien im Wert von 141,1 Milliarden Yuan umgesetzt. Es ist das erste Mal überhaupt, dass eine einzelne Aktie an einem Tag einen Handelsumsatz von mehr als 100 Milliarden Yuan erzielte.

Dabei trifft der spektakuläre Börsengang auf ein hochnervöses Umfeld. In diesem Monat war der Shanghaier Technologieindex STAR 200 trotz staatlicher Stützungsmaßnahmen schon um 30 Prozent abgestürzt. Zuletzt hatten die Sorgen um den Fortgang des Technologiebooms zugenommen. Heute konnte sich der Index um drei Prozent stabilisieren.

„Die Aktie ist zu teuer und riecht nach Spekulation“, sagte der Hedgefonds-Manager Yuan Yuwei vom Vermögensverwalter Trinity Synergy. Ein anderer Fondsmanager, der die Aktie im Börsengang erworben hatte, verkaufte nach eigenen Angaben sofort wieder seine gesamten Anteile: „Bei einem solchen Preis wage ich es nicht, die Aktie zu halten oder zu kaufen“, sagte Wu Zhou von Shenzhen Deyuan Investment.

Weltweite Nummer vier bei DRAM-Chips

CXMT, gegründet als ChangXin Memory Technologies, ist Chinas führender Hersteller von DRAM-Speicherchips. Diese Arbeitsspeicher werden praktisch in allen elektronischen Geräten gebraucht – von Smartphones über PCs bis hin zu Servern für Künstliche Intelligenz. In der KI-Entwicklung sind die Chips wichtig, weil sie die Trainingsdaten der Modelle zwischenspeichern und damit als eine Art Gehirn fungieren.

CXMT gilt damit als wichtiger Player in Chinas Bemühungen, den Rückstand in strategischen Sektoren wie der Künstlichen Intelligenz aufzuholen. Mittlerweile ist das von Peking massiv geförderte Unternehmen zur weltweiten Nummer vier bei DRAM-Speichern hinter Samsung, SK Hynix und Micron aufgestiegen. Nach eigenen Angaben hatte das Unternehmen 2025 einen Marktanteil von 7,7 Prozent.

Hohe Nachfrage, aber technologischer Rückstand

Wegen der hohen KI-Nachfrage konnte CXMT den Umsatz im ersten Quartal um mehr als 700 Prozent steigern. „Der Speichermarkt bleibt angespannt“, sagte Analystin Ellie Wang vom Marktforscher TrendForce. „Die Preise dürften bis Ende 2027 weiter steigen.“ Viele Kunden versuchen, ihre Lieferanten zu diversifizieren, was CXMT zugutekommen dürfte.

Trotz des rasanten Wachstums steht das Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen. Es hat einen technologischen Rückstand gegenüber den Marktführern – insbesondere bei hochmodernen HBM-Speicherchips, die für KI-Anwendungen wichtig sind. Gebremst wird das Unternehmen auch durch US-Sanktionen für moderne Chips und Chip-Fertigungsanlagen. Im Juni hatte das US-Verteidigungsministerium CXMT als „chinesisches Militärunternehmen“ eingestuft. Eine Aufnahme auf die sogenannte „Entity List“, die den Handel mit US-Firmen stark einschränken würde, ist eine ständige Gefahr.

Mit den beim Börsengang eingenommenen rund zehn Milliarden Dollar will CXMT nun seine Produktionskapazitäten ausbauen und die Forschung vorantreiben, um den technologischen Abstand zu den Konkurrenten zu verringern.

DAX gut aufgelegt

Auch am deutschen Aktienmarkt wurden die Kurse insbesondere der Technologietitel durch den erfolgreichen Börsengang gestützt. Vor allem aber wurde die Angriffspause der USA im Persischen Golf dankbar aufgenommen. Bis zum frühen Nachmittag klettert der DAX um 1,7 Prozent auf 25.529 Punkte. Er knüpft damit an den freundlichen Wochenschluss von Freitag an.

Dabei hilft auch der dritte Anstieg des ifo-Geschäftsklimas in Folge. Die befragten 9.000 Unternehmen sehen ihre Lage trotz des ungelösten Iran-Konflikts weniger pessimistisch.

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Dr. Heinrich Krämer
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