Kräftige Winde und Hitze haben auch in der Türkei und Griechenland neue Waldbrände entfacht. Beim Kampf gegen die Flammen am griechischen Mittelmeer kamen drei Feuerwehrleute ums Leben.
Während Einsatzkräfte in Frankreich und Spanien immer noch gegen die Ausbreitung der Waldbrände dort kämpfen, sind inzwischen weitere Feuer in der Türkei und in Griechenland ausgebrochen.
Im südtürkischen Antalya bekämpft die Feuerwehr seit Dienstag mehrere Brände in der Touristenregion. Ein Teil konnte bereits gelöscht werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Weil die Brände jedoch Wohngebiete erreichten, wurden einige Bewohner vorsorglich evakuiert. Mehrere Häuser brannten nieder. Die angrenzenden Tourismuszentren Adrasan und Olympos wurden aufgrund des Feuers für den Verkehr gesperrt.
Der Gouverneur von Antalya, Hulusi Sahin, erklärte als Gründe für die Brände extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft. Er geht davon aus, dass das Wetter auch die nächsten Tage anhalten werde.
Darüber hinaus wurden mehrere Brände in den Provinzen Balikesir, Kütahya, Canakkale und Yalova im Westen der Türkei südlich von Istanbul und in der Provinz Mugla im Südwesten der Türkei gemeldet. Staatschef Recep Tayyip Erdogan sprach von 90 neuen Brandherden, von denen die meisten aber unter Kontrolle gebracht worden seien. Nach seinen Angaben kämpften 3000 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Drei Feuerwehrleute in Griechenland gestorben
Auch an der griechischen Mittelmeerküste und auf mehreren Inseln kam es zu neuen großen Bränden. Tausende Urlauber und Anwohner mussten dadurch im Laufe des Tages ihre Unterkünfte verlassen.
Bei einem Einsatz gegen den Waldbrand auf Kreta verloren zwei Feuerwehrleute ihr Leben. Sie hatten nach Angaben der Feuerwehr im dichten Rauch die Orientierung verloren und wurden von den Flammen umzingelt. Ein örtlicher Gemeindevertreter sagte dem Sender ERT, das Feuer auf der Urlaubsinsel sei „außer Kontrolle“. Die Feuerfront auf Kreta soll rund 15 Kilometer lang sein. Auf Satellitenbildern der NASA und der europäischen Wetter-Satellitenorganisation EUMETSAT sind die Ausmaße und die gewaltige Rauchentwicklung zu sehen.
Die Feuerfront auf Kreta soll rund 15 Kilometer lang sein.
Ein weiterer Feuerwehrmann wurde in der Nähe des Hafens Gytheio auf der Halbinsel Peloponnes leblos aufgefunden. Die genaue Todesursache war zunächst unklar.
Zudem gibt es Berichte über Feuer auf den Inseln Paros und Lesbos, Windgeschwindigkeiten von bis zu 74 Kilometern pro Stunde verschärfen die Lage. Das Ministerium für Katastrophenschutz gab für Donnerstag die fast höchste Feuerwarnung für mehrere Gebiete aus, darunter Kreta, den Großraum Athen, den Osten der Peloponnes und die meisten Inseln in der Ägäis.
Feuerwehr in Frankreich dämmt wieder aufflammende Brände ein
Unterdessen dauert die Brandbekämpfung in Frankreich und Spanien an. An der französischen Atlantikküste sind Einsatzkräfte besorgt, dass die Flammen bei Temperaturen von bis zu 41 Grad und Windstößen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern wieder unkontrolliert angefacht und in das Gelände getrieben werden, teilte die Präfektur in Bordeaux mit. Ab Donnerstag werden Unwetter erwartet.
In der Nacht und am Morgen seien die Einsatzkräfte gegen Brandherde vorgegangen, die in dem von dem Feuer bereits zuvor betroffenen Gelände aufflammten. Rund 2.200 Feuerwehrleute sind weiterhin mit der Bekämpfung der Brände beschäftigt, die 42.000 Hektar Fläche – eine Fläche so groß wie der Stadtstaat Bremen – in Mitleidenschaft gezogen haben. Inzwischen wurden nach Angaben der Präfektur 126 Wehrleute bei den Löscharbeiten verletzt.
Erfolge bei Löscharbeiten in Spanien
Die Situation in Spanien scheint sich hingegen zu entspannen. Dort konnten Zehntausende in den Waldbrandgebieten rund um Madrid in ihre Häuser zurückkehren. Von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen sind aber noch rund 40.000 Menschen betroffen.
. Angesichts des Beginns der vierten Hitzewelle des Sommers, die bis Sonntag anhalten soll und in den kommenden Tagen die Löscharbeiten erschweren dürfte, warnen die Behörden jedoch weiterhin vor verfrühter Entwarnung. „Die Lage entwickelt sich günstig, wir müssen aber extrem wachsam bleiben“, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez.
Bei der Bekämpfung der verheerenden Waldbrände im Westen der Region Madrid sowie in den angrenzenden Provinzen Ávila und Toledo konnten die Einsatzkräfte weitere Erfolge erzielen, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska. Damit ist bei der größten Feuerkatastrophe in Spanien seit Beginn der Aufzeichnung Besserung in Sicht.
