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Replik der FIFA im Wortlaut: „Das ist etwas, was die FIFA niemals in Betracht ziehen würde“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 31, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Replik der FIFA im Wortlaut

„Das ist etwas, was die FIFA niemals in Betracht ziehen würde“

FIFA-Boss Gianni Infantino möchte Anteile an der Fußball-WM verkaufen. Die Reaktionen auf den Plan, der im Schnelldurchlauf durchgedrückt werden soll, sind scharf. Die FIFA reagiert – und fühlt sich in ihrem Prozess gestört.

Die FIFA möchte Anteile an der Fußball-WM verkaufen. Der Weltverband um Präsident Gianni Infantino hatte am Dienstag angekündigt, über die geplante Tochtergesellschaft FFE mehr als vier Milliarden US-Dollar von externen Investoren einwerben zu wollen. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach der neu gegründeten FFE organisiert werden, dessen Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre. Die Reaktionen auf den Plan, der im Schnelldurchlauf durchgedrückt werden soll, sind scharf. Die FIFA reagiert – und fühlt sich in ihrem Prozess gestört. Das Statement im Wortlaut:

„Wir haben die Rückmeldungen der jeweiligen Konföderationen zur vorgeschlagenen Gründung der FIFA Forward Enterprise (FFE) zur Kenntnis genommen und möchten auf die Fragen eingehen, die seit den ersten Medienberichten am Dienstag aufgekommen sind.

Wir respektieren die öffentlich geäußerten Rückmeldungen und Bedenken und bekräftigen unser Bekenntnis zu einer offenen und demokratischen Konsultation.

Streich rechnet wütend mit Trump, Infantino und FIFA ab

⁠Unser geplanter Konsultationsprozess wurde durch falsche Medienberichte gestört. Wir werden diesen Konsultationsprozess fortsetzen, um sicherzustellen, dass jeder Fußballverband die Möglichkeit hat, seine Stimme auf der Grundlage von Fakten abzugeben.

(Anmerkung der Redaktion: Die UEFA kommentierte den Konsultationsprozess scharf: „Es ist sowohl unverantwortlich als auch unvertretbar, dass ein für den Fußball so bedeutender Vorschlag im Geheimen ausgearbeitet und bis kurz vor die Verabschiedung gebracht wurde, ohne dass die für die Leitung des Sports Verantwortlichen in nennenswertem Umfang konsultiert wurden. Dies ist nicht nur ein schwerwiegendes Versagen der Führung, sondern auch eine Vernachlässigung der Pflicht der FIFA als Hüterin des Weltfußballs.“)

Die FFE wurde ausschließlich vorgeschlagen, um sicherzustellen, dass alle FIFA-Mitgliedsverbände die Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen, und dass dies weder auf Kosten des Geistes noch der Führung der FIFA oder des Fußballs selbst geht. Niemand verkauft den Fußball. Das ist etwas, was die FIFA niemals in Betracht ziehen würde.

Video poster

Sportökonom erkennt Muster im wilden Infantino-Plan

(Anmerkung der Redaktion: Die FIFA möchte 20 bis 30 Prozent der Anteile an der WM an private Investoren verkaufen. Sportökonom Prof. Dr. Dominik Schreyer (WHU – Otto Beisheim School of Management) stellte auch angesichts dieser Minderheitsbeteiligung des Investors im Gespräch mit ntv/RTL klar: „Einfluss entsteht nicht nur über eine Mehrheit oder über ein formales Vetorecht. Wer mehrere Milliarden Dollar investiert, wird Erwartungen formulieren. Bei der Medienstrategie, beim Ticketing und bei der kommerziellen Ausrichtung des Turniers.“)

Jeder hat das Recht, seinen Widerstand zum Ausdruck zu bringen und weitere Klarstellungen einzufordern, doch keine einzelne Instanz kann für sich beanspruchen, alle 211 Mitgliedsverbände weltweit zu vertreten. Jedem Mitgliedsverband sollte es gestattet sein, den Vorschlag zu prüfen und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzureden. Dies sind die demokratischen Grundsätze der FIFA.

(Anmerkung der Redaktion: „Ein Großteil der Kritik richtete sich gegen das überstürzte Verfahren und die mangelnde Konsultation der Fußballverbände – sogar der Mitglieder von Infantinos eigenem FIFA-Rat“, schreibt Sky News, denen die Präsentation der FIFA und der Großbank JP Morgan vorliegt, mit der der Weltverband die Mitglieder umgarnen will. Darin wird das Tempo deutlich, mit dem die FIFA seine Mitgliedsverbände zum Abschluss des fundamentalen Deals bringen will.

„In der Präsentation der FIFA heißt es, dass bis Oktober verbindliche Angebote vorliegen sollen, wobei vor dem Abschluss „Verpflichtungserklärungen eingereicht und ausführliche Vereinbarungen getroffen sowie die Vergabe der Ausschreibungen erfolgt“ sein müssen, da „die Investoren die Gelder bis Ende Oktober an die FIFA überweisen“.

Im FIFA-Rat sitzt auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Auch Neuendorf wurde von dem Vorschlag kalt erwischt – und lehnt die Idee radikal ab. „Wir dürfen ihn (den Fußball) nicht zum Spielball von Investoren machen. Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichtezumachen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig.“)

Video poster

Hoeneß: WM ohne Europa „kann man in die Tonne treten“

Gemäß dem Vorschlag:

Die FFE würde die kommerziellen und operativen Aktivitäten der FIFA im Bereich der Veranstaltungsdurchführung in eine Tochterorganisation auslagern, die sich im Besitz der FIFA befindet und von ihr dauerhaft kontrolliert wird.

⁠Der dadurch geschaffene kommerzielle Wert würde unter allen 211 Mitgliedsverbänden aufgeteilt, sodass jeder Mitgliedsverband sinnvolle Investitionen in den Fußball in seinem jeweiligen Land tätigen könnte.

⁠Gemäß dem Vorschlag würde jeder Mitgliedsverband in den nächsten vier Jahren (2027–2030) 20 Millionen US-Dollar aus dem „FIFA Forward“-Entwicklungsfonds erhalten, unabhängig von seiner individuellen Unterstützung.

Video poster

Wehrle: „Weiß er überhaupt, was Fußball bedeutet?“

⁠Diese Aufstockung der Mittel würde aus den zusätzlichen Einnahmen stammen, die die FFE durch eine effektivere Verwaltung der kommerziellen Aktivitäten der FIFA zum Nutzen aller Mitgliedsverbände generiert.

⁠Das „FIFA Fast Forward“-Programm ist eine einmalige Entwicklungsfinanzierung in Höhe von zusätzlichen 20 Millionen US-Dollar pro Mitgliedsverband – die Teilnahme wäre für alle Mitgliedsverbände vollkommen freiwillig, sollte der FFE-Vorschlag umgesetzt werden – und würde durch externe Investitionen finanziert, ohne die Kontrolle abzugeben oder die Führungsstruktur der FIFA in irgendeiner Weise zu verändern.

⁠Ohne die Unterstützung der Mehrheit der Mitgliedsverbände würden die kommerziellen Aktivitäten der FIFA unverändert bleiben. Die FFE würde nicht gegründet werden.

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„Das Runde muss ins Eckige – und Infantino endlich weg“

Diese Grundsätze bilden die Grundlage des FFE-Vorschlags: beispiellose Fördermittel für die Entwicklung, eine wirklich globale Mitbestimmung bei der Verwertung der kommerziellen Möglichkeiten unseres Sports sowie vollständige Selbstbestimmung aller Mitgliedsverbände im Rahmen eines demokratischen Prozesses.“

(Anmerkung der Redaktion: Nach der UEFA hatte auch der Kontinentalverband CONCACAF den Investoren-Deal von FIFA-Präsident Gianni Infantino einstimmig abgelehnt. Und eine wichtige Frage aufgeworfen: „Darüber hinaus wurde infrage gestellt, weshalb überhaupt eine Finanzierung durch Private-Equity-Investoren erforderlich sein sollte, um neue und bestehende FIFA-Forward-Programme zu finanzieren – insbesondere nach der finanziell erfolgreichsten FIFA-Weltmeisterschaft der Geschichte.“)

Verwendete Quellen: ntv.de, ter

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Dr. Heinrich Krämer
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