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Eigener Kot als Schutz: Mit diesen Methoden trotzen Tiere großer Hitze

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 31, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Eigener Kot als SchutzMit diesen Methoden trotzen Tiere großer Hitze

Nicht nur Hunde oder Füche: Auch manche Vögel hecheln, um sich bei Hitze abzukühlen. (Foto: picture alliance/dpa)

Sehr hohe Temperaturen sind auch für viele Tiere eine Herausforderung. Manche haben geradezu kuriose oder clevere Tricks, um sich gegen Hitze und Sonne zu schützen. Andere Arten hingegen verenden qualvoll. Wie kann der Mensch helfen?

Nicht nur wir Menschen ächzen: Auch für viele Tiere ist extreme Hitze eine Herausforderung – teils mit dramatischen Folgen. „Fast alle Tiere leiden unter hohen Temperaturen. Sie suchen kühle Orte und Wasserstellen auf, versuchen möglichst wenig Energie zu verbrauchen und verlegen Aktivitäten in die Nacht oder den frühen Morgen“, sagt Inga Olfen von der Deutschen Wildtierstiftung. 

Die Stadt- und Landschaftsökologin Dagmar Haase von der Humboldt-Universität zu Berlin erklärt: „Amphibien und Jungvögel sterben am schnellsten durch austrocknende Gewässer und überhitzte Nester.“ Insekten würden durch vertrocknete Böden sowie fehlenden Blütennektar teils kollabieren.

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„Libellen machen eine Art Handstand und recken ihr Hinterteil nach oben, um ihre zur Sonne gerichtete Körperoberfläche zu minimieren“, sagt Inga Olfen. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Auch bei Fledermäusen könne Extremhitze problematisch werden, erklärt Tanja Straka, Expertin für Naturräume und Wildtiermanagement an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Dachböden, wo Fledermäuse ihren Nachwuchs zur Welt bringen, heizten sich stark auf, es gebe kaum kühlere Rückzugsorte. „Fledermäuse erfüllen wichtige Ökosystemfunktionen, etwa bei der Schädlingsbekämpfung.“ Ein Rückgang ihrer Bestände könne sich langfristig auf ganze Ökosysteme auswirken.

Olfen von der Wildtierstiftung ergänzt: „Bei lange anhaltenden Hitzewellen werden immer mal wieder entkräftete oder tote Maulwürfe gefunden. Sie haben Probleme, wenn der Boden zu trocken und hart wird. Vor allem gehen die Regenwürmer tiefer in die Erde – ihre Hauptnahrungsquelle, die sie dann nicht mehr finden.“

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Toter Maulwurf auf einem Feldweg. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Kampf um knapperes Wasser in Hitzeperioden kann Haase zufolge auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. „Gedränge an Restgewässern beschleunigt die Ausbreitung tödlicher Viren und Parasiten unter Wildtieren in den Städten. Das kann letztlich eine Gefahr für Menschen neben der Hitze selbst werden.“

Von Hecheln bis zum Kot als Schutz

Manche Tiere haben ihre ganz eigenen Strategien, um sich ein wenig Abkühlung zu verschaffen. „Ein großer Unterschied zu uns Menschen: Wir Menschen schwitzen – mit Fell und Federn und ohne Schweißdrüsen funktioniert das nicht. Füchse, aber auch manche Vögel hecheln stattdessen, um sich abzukühlen. Und Tauben kehlflattern, versetzen also ihre Muskeln im Kehlkopf in Schwingung, um die feuchten Schleimhäute der Luft auszusetzen und Wärme abzugeben“, erklärt Olfen.

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Störche haben manchmal weiße Beine, weil sie ihren Kot als eine Art natürlicher Kühlung auf ihre Beine auftragen. (Foto: picture alliance/dpa)

Auch bei den Insekten gibt es der Expertin zufolge besondere Tricks: „Libellen machen eine Art Handstand und recken ihr Hinterteil nach oben, um ihre zur Sonne gerichtete Körperoberfläche zu minimieren.“ Besonders kreativ sind Olfen zufolge Störche: „Störche schmieren eigenen Kot auf ihre Beine als Hitzeschutz.“

Wie man als Mensch helfen kann

Und was kann man tun, wenn man den hitzegestressten Tieren helfen will? „Man kann Wasserschalen aufstellen im Garten oder Balkon, mit Steinen als Landeplätze“, erklärt Olfen von der Wildtierstiftung. Das Wasser darin solle täglich gewechselt werden. Bei der Gestaltung von Gärten und Städten gelte: „Wir brauchen mehr Verdunstungsflächen, mehr Bäume, mehr Wasserflächen.“

Straka ruft zudem dazu auf, betroffene Tiere im Blick zu behalten: „Wenn Quartiere bekannt sind, sollten diese regelmäßig von außen kontrolliert werden, um hitzegestresste oder geschwächte Tiere frühzeitig zu finden und bei Bedarf in geeignete Wildtierpflegestationen zu bringen.“

Quelle: ntv.de, abe/dpa

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