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Politik

Nach Andrang in Ceuta: Spanien verteidigt seine Migrationspolitik

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 01.08.2026 • 17:34 Uhr

In Ceuta sind die Menschen verärgert – sowohl Bewohner als auch Migranten. Unklar ist, warum Marokko den Ansturm überhaupt zugelassen hat. Spanien verteidigt unterdessen seine Migrationspolitik gegen Kritik aus der EU.

Eine rote, schwimmende Barriere durchzieht jetzt das Gewässer vor Ceuta an der Grenze zu Marokko. Sie soll verhindern, dass Menschen weiterhin nach Spanien schwimmen. An Land – oberhalb des Strands – kehren unterdessen Tausende von Ceuta nach Marokko zurück. Es sind die Nachzügler der 50.000, die nach Angaben des Innenministeriums in den vergangenen Tagen in die Stadt gekommen sind. Die meisten haben Ceuta schon am Freitag wieder verlassen.

Auch dieses junge marokkanische Paar ist auf dem Weg zur Grenze. „Da gibt es für uns nichts zu tun. Alles ist geschlossen“, sagt die Frau mit einem Neoprenrucksack. Und ihr Freund erklärt, die Spanier in Ceuta hätten die Geschäfte absichtlich geschlossen. „Obwohl wir Geld haben“, sagt er, „damit wir nichts zu essen kaufen können, nicht mal Brot.“

Vor der Küste wurde eine schwimmende Barriere errichtet.

Marokkanische Polizei verhindert Grenzübertritte

Aus Richtung Marokko kommt hingegen niemand mehr. Die marokkanische Polizei verhindere, dass man sich von dieser Seite der Grenze nähere, berichten spanische Medien.

In den wieder geöffneten Straßencafés von Ceuta sind die Menschen dennoch verunsichert. Eine Cafébesitzerin erzählt: „Wir hatten seit zwei Tagen geschlossen. Unsere Mitarbeiter aus Marokko konnten nicht mehr kommen.“ Heute sei es ruhiger, berichtet sie – aber Ceuta braucht in ihren Augen mehr Polizei und Militär. „Das hier war eine Warnung: Wenn die wollen, können die jederzeit wieder hier einfallen.“

Ein Spanier fragt sich, wie der Andrang von Zehntausenden Marokkanern Spaniens Regierung derart überraschen konnte: „Wo ist der spanische Geheimdienst? Als Bürger Ceutas und Spaniens bin ich empört.“

Polizeitaucher suchen noch nach Leichen

Auch der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska hatte darauf keine Antwort. Er konzentrierte sich auf das humanitäre Drama in den spanischen Gewässern. Immer noch suchen spanische Polizeitaucher das Meer nach Leichen ab.

Der Kampf gegen illegale Einwanderung bedeute auch, Leben zu retten, sagte Grande-Marlaska. „Unser Land nimmt gerne Menschen auf. Die Menschenrechte stehen hier nicht in Frage, schon gar nicht die der Ärmsten der Armen.“ Aber Spanien sei auch den Gesetzen verpflichtet. „Wer die Gesetze verletzt, kann nicht auf unsere Unterstützung zählen. Wer hier in den letzten Tagen illegal eingereist ist, hat keine Aussichten darauf, dass seine Situation legalisiert wird“, betonte der Innenminister. Darum seien die Leute innerhalb von nur 24 Stunden auch wieder nach Hause gegangen.

Spanien weist Kritik zurück

Die Kritik einiger Regierungen in der Europäischen Union an der spanischen Einwanderungspolitik wies der Innenminister zurück. Ganz im Gegenteil – dank der Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitländern sei Spanien besonders erfolgreich bei der Bekämpfung der illegalen Einwanderung. „Zwischen 2021 und 2026 hatten wir nur halb so viele illegale Grenzübertritte wie Italien und auch weniger als Griechenland“, so Grande-Marlaska.

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex stufe Spaniens Außengrenze als eine der sichersten Europas ein, betonte der Innenminister. „Und das, obwohl wir mit Ceuta und Melilla eine Landgrenze in Afrika haben, die kein anderes Land hat.“

Vorwürfe in Richtung Italien

Die italienische Forderung, Europa solle Spanien aus dem Schengen-Raum ausschließen, sei parteitaktisches Kalkül, sagte Grande-Marlaska. Schließlich werde jeder in Ceuta vor der Ausreise aufs spanische Festland kontrolliert – selbst Spanier.

Die Frage, warum Marokko in den letzten Tagen den massiven Andrang an die spanische Grenze zugelassen hat, ließ er hingegen unbeantwortet. Marokko habe an der Lösung des Problems mitgearbeitet – anders als andere Staaten der Europäischen Union, erklärte der Minister sichtlich verärgert. Spanien bittet darum um eine Dringlichkeitssitzung der EU-Innenminister.

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