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Kriegsflotte bremst Schifffahrt: Niedrigwasser legt Nazi-Wracks in serbischer Donau frei

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 2, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Kriegsflotte bremst SchifffahrtNiedrigwasser legt Nazi-Wracks in serbischer Donau frei

Anwohner von Prahovo schauen sich ein Wrack der Naziflotte an. (Foto: REUTERS)

Am Ende des Zweiten Weltkriegs rücken sowjetische Truppen in Südosteuropa vor. Um ihren Vormarsch zu bremsen, gibt ein deutscher Admiral den Befehl, in der Donau mehrere Kriegsschiffe zu versenken. Der Plan geht auf – bis heute. Der niedrige Wasserstand legt die Wracks frei.

Die anhaltende Trockenheit und Hitze fördert in Südosteuropa historisches Zutage: In der Nähe der serbischen Stadt Prahovo ist der Pegel der Donau so stark gesunken, dass die Überreste einer deutschen Kriegsflotte aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt wurden.

Die Schiffe wurden im Herbst 1944 zum Ende des Zweiten Weltkriegs absichtlich in der Donau versenkt. Die deutsche Wehrmacht zog sich vor der vorrückenden Roten Armee zurück. Hitlers Soldaten hatten den Befehl, keine brauchbare militärische Ausrüstung in feindliche Hände fallen zu lassen.

Das galt auch für die Kriegsschiffe auf der Donau: Ein Admiral gab den Befehl, sie zu versenken. Er wollte die Route flussaufwärts mit ihnen blockieren, um den Vormarsch der sowjetischen Truppen zu bremsen.

Dieser Plan geht gewissermaßen bis heute auf. Die Wracks behindern schon bei normalen Wasserständen des Öfteren die örtliche Schifffahrt: Nach Angaben der Europäischen Investitionsbank (EIB) verursachen die Überreste regelmäßig erhebliche Verzögerungen im Güterverkehr. Schätzungen zufolge verbucht die serbische Wirtschaft jährlich Verluste in Höhe von rund fünf Millionen Euro.

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Das Wrack eines Schiffes der Nazi-Kriegsmarine ist ein ewiges Hindernis für die Schifffahrt. (Foto: REUTERS)

Den Angaben zufolge wurden im Zweiten Weltkrieg in der Nähe des Hafens von Prahovo insgesamt rund 200 Schiffe versenkt. Darunter befinden sich bewaffnete und mit Munition beladene Boote, Landungs- und Transportschiffe und Schlepper. Ihre Überreste machen diesen Abschnitt für Lastkähne und andere Schiffe zu einem Flaschenhals, denn die Wracks verengen die Fahrrinne der Donau an dieser Stelle von 180 auf knapp 90 Meter.

Um die Engstelle aufzulösen, unterstützt die EU ein Projekt, das die Bergung von 21 besonders hinderlichen Wracks vorsieht. Strategischer Partner und Geldgeber des Projekts ist die EIB. Die Investitionsbank stellt einen EU-Zuschuss in Höhe von 16 Millionen Euro für die Bergung bereit.

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Für neugierige Anwohner sind die Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg eine spannende Attraktion. (Foto: REUTERS)

Zwei der Schiffswracks wurden den Angaben zufolge bereits im Sommer 2024 mit Seilen angehoben und geborgen. Die EIB hofft, dass die Arbeiten bis 2028 abgeschlossen sind. Die Investitionsbank warnt jedoch, dass einige dieser Wracks noch Munition enthalten könnten. „Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse im Fluss müssen Taucher die Schiffe von Hand untersuchen“, heißt es auf einer Webseite zu dem Projekt. „Je nach Größe und Zustand können manche Schiffe möglicherweise nicht mehr geborgen werden.“

Um diese Wracks zu entfernen, gibt es demzufolge drei Optionen: Sie können unter Wasser zerschnitten werden, sie können ausgegraben werden oder – umgekehrt – im Flussgrund vergraben werden. Dies soll mit zwei Wracks bereits geschehen.

Quelle: ntv.de, chr

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