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Startseite»Nachrichten»Explosion in Moskauer Nobellokal: Hände von mutmaßlicher Attentäterin „in 15 Metern Entfernung gefunden“
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Explosion in Moskauer Nobellokal: Hände von mutmaßlicher Attentäterin „in 15 Metern Entfernung gefunden“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 2, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Explosion in Moskauer NobellokalHände von mutmaßlicher Attentäterin „in 15 Metern Entfernung gefunden“

Großeinsatz im Zentrum von Moskau: In einem noblen Italiener am Kudrinskaja-Platz ist am Samstagabend mutmaßlich eine Bombe explodiert. (Foto: action press)

In einem Nobelrestaurant in Moskau reißt eine Explosion mehrere Menschen in den Tod. Mutmaßlich ist es ein Anschlag auf einen russischen General. „Das ganze Gebiet um das Restaurant herum war schwer bewacht“, sagt ntv-Russland-Korrespondent Munz.

Bei dem mutmaßlichen Anschlag im Zentrum von Moskau sollte womöglich der Chef der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte, Alexander Chaiko, getötet werden. Das gesamte italienische Nobelrestaurant Balzi Rossi sei für 9 Millionen Rubel gemietet worden, berichtet ntv-Russland-Korrespondent Rainer Munz aus Moskau. „Das sind etwa 100.000 Euro. Das zeigt die Prominenz des Gastes, der dort gewesen ist.“

Der Anlass für die Feierlichkeiten war wahrscheinlich der 55. Geburtstag von Chaiko. Der russische General wurde am 27. Juli 1971 geboren. Auf einem Video vom Restaurant sei im Hintergrund ein Banner zu erkennen, auf dem „Alexander“ und „55“ stehe, sagte Munz. „Das ist ein Grund, warum man annimmt, dass General Chaiko dort gestern Abend gefeiert hat.“

Bei der Explosion in dem Restaurant wurden am Samstagabend gegen 20 Uhr mindestens drei Menschen getötet und 21 verletzt. Nach Angaben der russischen Behörden handelt es sich um einen Anschlag. Zunächst spekulierten staatliche Medien über eine mögliche Gasexplosion.

Bei den Toten handelt es sich nach Angaben des nationalen Anti-Terror-Komitees um eine Frau, die verdächtigt wird, den Sprengsatz mitgebracht zu haben. Außerdem sollen ein Wachmann, der die Frau am Eingang des Lokals gestoppt habe, und ein Gast getötet worden sein. Mehrere russische Nachrichtenkanäle auf Telegram berichten, dass die Zahl der Todesopfer auf fünf gestiegen sei. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bisher nicht.

„Das ganze Gebiet um das Restaurant herum war schwer bewacht vom FSO“, sagt ntv-Korrespondent Munz. „Das ist der Sicherheitsdienst des russischen Geheimdienstes, der auch den russischen Präsidenten bewacht. Die waren mit sehr vielen Leuten vor Ort. Man hatte sich also darauf eingerichtet, dass man diese Veranstaltung gut sichern muss.“

Die russische Tageszeitung „Kommersant“ berichtet, dass die Bombe ferngezündet wurde. Die Sprengkraft soll etwa einem Kilogramm TNT entsprochen haben. Der Sprengkörper war voll mit Bleikugeln. „Es ist ein gruseliges Detail“, sagt Munz. Die Sprengkraft sei so groß gewesen, dass die Hände der mutmaßlichen Attentäterin erst in 15 Metern Entfernung gefunden wurden.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin bewertet den tödlichen Sprengstoffanschlag in einem Ausgehviertel mitten in der Hauptstadt als „brutalen Terrorakt“. Zu den Hintergründen der Tat, die sich in einem Gourmetrestaurant ereignete, halten sich die Behörden jedoch bedeckt. Es liefen die nötigen Ermittlungen zu der Explosion, teilte das Nationale Antiterror-Komitee am Morgen mit. Die Schuldigen würden gefunden und bestraft, schrieb Bürgermeister Sobjanin auf Telegram. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus.

Generäle im Visier

Russland ist in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel von Anschlägen geworden. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 haben die ukrainischen Geheimdienste mehrere Anschläge auf Offiziere der russischen Armee oder prominente Unterstützer des russischen Vorgehens im Nachbarland für sich in Anspruch genommen oder sind für solche Angriffe verantwortlich gemacht worden.

So machte Russland die Ukraine für den Tod von General Jaroslaw Moskalik bei einer Autoexplosion in der Nähe von Moskau im April 2025 verantwortlich. Im Dezember 2024 wurde der russische General Igor Kirillow in der russischen Hauptstadt bei der Explosion eines Rollers tödlich getroffen. Im August 2022 starb die Nationalistin Darja Dugina durch eine Autobombe, im April 2023 wurde der bekannte Militärblogger Maxim Fomin durch eine Explosion in einem St. Petersburger Café getötet.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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