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Startseite»Nachrichten»Tanker fahren ohne Signale: Opec+ weitet Ölförderung abermals aus
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Tanker fahren ohne Signale: Opec+ weitet Ölförderung abermals aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 2, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Tanker fahren ohne SignaleOpec+ weitet Ölförderung abermals aus

Eine Ölraffinerie im Irak. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Die Versorgungslage bleibt, was Öl betrifft, so volatil wie das Kriegsgeschehen rund um die Straße von Hormus. Das Ölförderungskartell Opec+ fährt nun auch im September seine Strategie, die Fördermenge auszuweiten. Doch wie geht es weiter?

Mitten in der Versorgungskrise durch den Iran-Krieg will die Ölförder-Organisation Opec+ ihre Produktion ausweiten. Man werde die Fördermenge für September um rund 188.000 Barrel pro Tag erhöhen, um den Ölmarkt zu stabilisieren, erklärte die Allianz nach einer Schaltkonferenz. Sie äußerte sich allerdings nicht zum Vorgehen für Oktober bis Dezember. Zur Opec+ gehören die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) sowie weitere Ölproduzenten wie Russland, Kasachstan oder Oman. Die Opec teilte mit, beteiligt an der Ausweitung der Fördermengen seien die sieben Staaten Saudi-Arabien, Russland, Kuwait, Irak, Algerien und Oman. Das nächste Treffen finde am 6. September statt.

Mit der Erhöhung im September wird die schrittweise Rücknahme einer ursprünglich 2023 vereinbarten Kürzung von 1,65 Millionen Barrel pro Tag abgeschlossen. Am damaligen Beschluss waren noch die Vereinigten Arabischen Emirate beteiligt, die die Opec jedoch im Mai verlassen haben.

Irak will höhere Einzelquote

Der Konflikt im Nahen Osten hat den Ölpreis nach oben getrieben und Tanken nahezu weltweit verteuert. Vor dem Beschluss vom Sonntag hatte es in Kreisen der Opec+ geheißen, die Allianz plane nach September keine weitere Steigerungen bis zum Jahresende. Grund dafür sind demnach potenziell schwierige Verhandlungen über neue Förderquoten. Die Opec+ prüft derzeit die Förderkapazitäten ihrer Mitglieder. Dies soll als Grundlage für die Förderquoten ab 2027 dienen. Einige Mitglieder, darunter der Irak, drängen auf höhere Einzelquoten, um ihre gestiegenen Kapazitäten widerzuspiegeln.

Eine Pause sei nach wie vor eine realistische Option, sagte Jorge Leon, Analyst bei Rystad. „Die OPEC+ hat die Rücknahme ihrer freiwilligen Kürzungen abgeschlossen.“ Die nächste Herausforderung bestehe darin, mit dem Überschuss umzugehen, der entstehen könnte, sobald sich die Ölexporte normalisierten.

Die sieben Kernmitglieder der Opec+ hatten ihre monatlichen Förderquoten in diesem Jahr bereits mehrfach erhöht. Diese Erhöhungen waren jedoch Insidern zufolge in der Praxis weitgehend folgenlos, da die Kriege im Iran und in der Ukraine die Exporte aus der Golfregion, Russland und Kasachstan beeinträchtigten.

Die gestiegene kuwaitische Produktion deutet jedoch darauf hin, dass die Ölflüsse durch die Straße von Hormus aufrechterhalten werden. Kuwait steigerte seine durchschnittliche Rohölförderung im Juli auf 1,971 Millionen Barrel pro Tag, nach rund 1,65 Millionen im Juni, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Im Mai hatte die Produktion des Landes wegen der Folgen des Iran-Kriegs bei nur 580.000 Barrel pro Tag gelegen. Vor der faktischen Schließung der Meerenge durch den Iran Ende Februar hatte Kuwait noch 2,5 Millionen Barrel pro Tag gefördert.

Um möglichen Angriffen durch den Iran zu entgehen, haben die Ölproduzenten am Golf zuletzt Tanker eingesetzt, deren Ortungssignale abgeschaltet waren. Eine Stellungnahme des staatlichen Ölkonzerns Kuwait Petroleum Corporation lag zunächst nicht vor. Ein Ausschuss der Opec+ äußerte sich besorgt über Angriffe auf die Energieinfrastruktur und betonte, wie wichtig die Sicherung der Schifffahrtswege sei, um die Energieversorgung des Marktes zu gewährleisten.

Quelle: ntv.de, mpe/rts

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