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Startseite»Politik»Niedrigwassser am Rhein: Bilger lädt zu Krisentreffen
Politik

Niedrigwassser am Rhein: Bilger lädt zu Krisentreffen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 03.08.2026 • 15:00 Uhr

Der Rhein erreicht historisch niedrige Wasserstände, Schiffe können kaum noch laden. Das ruft auch den neuen Bundesverkehrsminister Bilger auf den Plan, der für Donnerstag zu einer Niedrigwasser-Konferenz einlädt.

Auf dem Rhein werden in dieser Woche neue historisch niedrige Wasserstände erwartet. An der wichtigen Engstelle Kaub – zwischen Mainz und Koblenz – soll der Pegel am Freitag auf ein Tief von 18 Zentimetern fallen. Das geht aus am Montag veröffentlichten Prognosen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hervor.

Wegen des Niedrigwassers lädt der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger am Donnerstag Experten zu einer Fachkonferenz in Bonn. Dabei werde es sowohl um kurz- als auch langfristige Maßnahmen gehen, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir sind es gewohnt, dass es immer mal wieder zu Niedrigwassersituationen kommt, aber jetzt ist schon ein sehr früher Zeitpunkt für eine solche Problematik, wie wir sie jetzt erleben.“ Insbesondere am Rhein, aber auch an der Donau gebe es Herausforderungen.

Seit 2022: Aktionsplan Niedrigwasser

An dem Treffen seien auch Verbände beteiligt, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Das Thema stünde schon länger im Fokus.

Bereits in der Vergangenheit sei ein Aktionsplan Niedrigwasser aufgestellt worden, um in der Vorbereitung und Planung besser zu werden. So gebe es seit 2022 eine Sechs-Wochen-Vorhersage, außerdem eine 14-Tage-Wasserstandsprognose. Seit 2022 gebe es auch das Niedrigwasserinformationssystem, um ein bundesweites Bild zu bekommen.

Das Ministerium fördere zudem die Umrüstung von Güterschiffen, damit diese besser bei Niedrigwasser nutzbar seien. So solle eine Verlagerung auf die Straße möglichst vermieden werden. Bisher seien Umrüstungen mit staatlichen Hilfen von 10,5 Millionen Euro unterstützt worden.

Steigende Kosten für die Industrie

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums ergänzte, auch dort werde die Lage sehr genau beobachtet. Bei Kraftwerken gebe es bisher aber keine Drosselung aufgrund von Hitze oder Niedrigwasser. Wegen des Niedrigwassers können Binnenschiffe oft nur zu etwa 20 Prozent beladen werden, was zu stark steigenden Kosten für die Industrie führt.

Ein länger anhaltendes Niedrigwasser könne Experten zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung drücken. „Insgesamt könnten die Effekte stark genug sein, um das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent zu dämpfen“, sagte Ökonom Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft.

Rhein als wichtige Transportroute

Händlern zufolge kostete der Transport per Tankschiff von Rotterdam nach Karlsruhe am Montag rund 145 bis 150 Euro pro Tonne, verglichen mit 45 Euro Ende Juni. Der Rhein ist besonders wichtig für den Transport von Getreide, Mineralien, Kohle und Ölprodukten.

Der bislang niedrigste Tagesdurchschnitt wurde im Rhein im Oktober 2018 mit 25 Zentimetern gemessen. Aktuell liegt der Pegel mit 28 Zentimetern noch darüber, doch soll das Rekordtief schon am Donnerstag mit 19 Zentimetern deutlich unterschritten werden. Ausbleibende Regenfälle und hohe Temperaturen gelten als Gründe dafür. Auch andere Wasserstraßen wie Donau oder Elbe sind derzeit massiv von niedrigen Pegelständen betroffen.

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