Hunderte zerstörte Häuser, Zehntausende Menschen auf der Flucht: Im US-Bundesstaat Washington wüten weiter schwere Waldbrände. Nun ist ein Mann festgenommen worden, der eines der Feuer vorsätzlich verursacht haben soll.
Im Zusammenhang mit verheerenden Waldbränden im US-Bundesstaat Washington haben die Behörden einen 37-jährigen Mann wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. Der Verdächtige soll nach Angaben des Sheriff-Büros von Spokane County das sogenannte „Old Trails Fire“ ausgelöst haben, das am Samstag ausgebrochen war. Die Ermittler werfen ihm vor, den Brand vorsätzlich verursacht zu haben. Weitere Angaben zu den Hintergründen der mutmaßlichen Brandstiftung machten die Behörden nicht.
Bisher wurden bei den schweren Waldbränden am Rande der Großstadt Spokane mindestens 700 Gebäude zerstört. Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, wie die Behörden mitteilten. Die Feuer hätten eine Fläche von mehr als 3.200 Hektar erfasst, hieß es. Bis zum Montag seien rund 64.000 Menschen von Evakuierungsanordnungen betroffen gewesen.
Nachbarschaft „so gut wie ausgelöscht“
Spokane ist mit rund 230.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates und liegt nahe der Grenze zu Idaho. Es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Todesopfern zu rechnen, sagte der Sprecher des Krisenstabes, Benjamin Cossel, der Nachrichtenagentur Reuters. Sobald die Flammen nachließen, würden Suchtrupps die zerstörten Gebiete betreten. Es gebe bereits eine unbestimmte Zahl von Vermisstenmeldungen. Das Feuer habe sich von Waldgebieten auf Wohn- und Gewerbegebiete ausgebreitet, sagte Cossel.
Eine Anwohnerin schilderte Reuters, wie sie und ihre Familie am Wochenende mit wenigen Habseligkeiten geflohen seien, kurz bevor ihr Haus niederbrannte. Ein Großteil ihrer Nachbarschaft sei „so gut wie ausgelöscht“.
Hohe Temperaturen und böige Winde erwartet
Insgesamt sind mehr als 1.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie hoffen heute auf ein kurzes Zeitfenster mit kühlerem und weniger windigem Wetter. Ab Mitte der Woche werden jedoch wieder extreme Hitze, niedrige Luftfeuchtigkeit und böige Winde erwartet. Bislang sei es nicht gelungen, die drei Brände rund um Spokane auch nur teilweise einzudämmen, teilten die Behörden mit.
Die Feuer seien vermutlich die „schlimmste Naturkatastrophe“ in dieser Region, sagte Washingtons Gouverneur Bob Ferguson.
