Die Ukraine hat in der Nacht Russland erneut mit Drohnen attackiert. In der Region Moskau starben laut russischem Verteidigungsministerium mindestens fünf Menschen. Das russische Militär griff erneut ukrainische Häfen an.
Die Ukraine setzt ihre Drohnenattacken auf Russland fort. In der Nacht sind Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zufolge mindestens 320 Drohnen über eigenem Staatsgebiet abgefangen und zerstört worden. 19 Regionen in Russland seien Ziel der erneuten Angriffe gewesen.
Auch die Region Moskau war darunter. Russische Behörden meldeten fünf Todesopfer, sechs weitere Menschen seien verletzt worden.
In der Nähe des russischen Schwarzmeerhafens Noworossijsk brach auf dem Frachtschiff „Nadezhda“ infolge eines Drohnenangriffs ein Feuer aus, wie die türkische Schiffahrtsbehörde mitteilte. Der Frachter sei auf dem Weg von Noworossijsk in den nordtürkischen Hafen Samsun gewesen. Die insgesamt 22 Besatzungsmitglieder seien von Bord und nach Russland gebracht worden. Drei von ihnen erlitten demnach schwere Verletzungen.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Ukraine will Drohnenangriffe weiter fortsetzen
Auch aus St. Petersburg wurden nächtliche Drohnenangriffe gemeldet. In der Nähe der russischen Metropole sei ein Lagerhaus getroffen worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, beim Kurznachrichtendienst Telegram mit. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf lokale Behörden berichtete, soll auch in der zentralrussischen Oblast Twer ein Lagerhaus durch einen Drohnenangriff beschädigt worden sein, das von dem Online-Händler Wildberries genutzt werde.
Zuletzt hatte die Ukraine wiederholt Lagerhäuser des Online-Händlers angegriffen. Kiew wirft dem Unternehmen vor, auch Bedarf für den russischen Angriffskrieg zu liefern. Das Nachbarland Finnland hat als Reaktion auf den jüngsten Angriff bei St. Petersburg im östlichen Finnischen Meerbusen eine vorübergehende Flugverbotszone eingerichtet, wie die finnischen Streitkräfte beim Kurznachrichtendienst X bekanntgaben.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erst am gestrigen Montag angekündigt, sein Land wolle den Druck auf Russland noch weiter erhöhen, unter anderem durch anhaltende Drohnenangriffe über mittlere und lange Distanz. Selenskyj erhofft sich, dass Russland dadurch bis Herbst einem Kriegsende zustimmen könnte.
Russland meldet Angriffe auf ukrainische Häfen
Russland hat wiederum eigenen Angaben zufolge ebenfalls mehrere Frachtschiffe in den ukrainischen Häfen Mykolajiw und Piwdennyj attackiert. Am Montagabend seien vier Frachter angegriffen worden, die Waffen und militärische Ausrüstung des ukrainischen Militärs transportiert hätten, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Zudem seien in Tschornomorsk im Zuge der Angriffe eine Fabrik für Autoteile und ein Hafenterminal getroffen worden. Dort hätten die ukrainischen Streitkräfte Militärfahrzeuge repariert sowie Munition und Treibstoff gelagert.
