Gesperrte Bahnstrecken, abgedeckte Dächer und Unfälle – erste Unwetter haben bereits Teile Deutschlands getroffen und sollen nun Richtung Südwesten ziehen. Der Deutsche Wetterdienst warnt erneut vor hohen Temperaturen.
Seit Montagabend ziehen erste Unwetter und Gewitter über Teile Deutschlands hinweg und bringen Schäden und Einschränkungen im Bahnverkehr mit sich. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind auch im Laufe des heutigen Tages bis in die Nacht hinein weitere, teils schwere Unwetter zu erwarten. Hinzu kommen erneut Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius.
Bereits am Montag zogen erste Unwetter über Teile von Thüringen und Nordrhein-Westfalen hinweg. Wie der mdr berichtete, wurden etwa im Weimarer Land Gebäude und Stromleitungen beschädigt, wodurch es teilweise zu Stromausfällen in der Region kam. Ursache war laut DWD eine sogenannte Superzelle, die über den Ort Thangelstedt hinwegzog. Ob es sich eventuell um einen Tornado gehandelt haben könnte, will der Deutsche Wetterdienst nun mit dem Tornadoexpertenverbund Torex klären.
Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wird davor gewarnt, Waldflächen und Wanderwege zu betreten. Es drohe zum Teil Lebensgefahr.
Ausfälle im Fernverkehr der Bahn
In Nordrhein-Westfalen war vor allem der Westen des Bundeslandes von Unwettern mit Sturmböen betroffen. Bäume stürzten um und in mehreren Regionen kam es zu Einschränkungen und Ausfällen im Bahnverkehr.
Nahe Schwelm stürzte ein Baum auf eine Oberleitung, was zu einem stundenlangen Stillstand auf der Strecke führte. Mehr als 130 Fahrgäste eines ICEs mussten mehr als vier Stunden in dem liegengebliebenen Zug ausharren, bis die Strecke geräumt und die Fahrt fortgesetzt werden konnte.
Angaben der Deutschen Bahn zufolge kommt es infolge der Unwetterschäden nach wie vor zu Ausfällen im Fernverkehr zwischen Frankfurt, Köln und Aachen. Auf der Strecke zwischen Köln und Aachen wurde demnach ein Busersatzverkehr eingerichtet. Zwischen Köln und Frankfurt sollten Fahrgäste auf die nicht gestrichenen ICE-Verbindungen ausweichen.
Auch auf mehreren Strecken im Regionalverkehr wurden durch umstürzende Bäume Oberleitungen beschädigt. In Mönchengladbach mussten deswegen zwei Regionalzüge geräumt werden. Mit einem der Züge waren etwa 250 Reisende unterwegs gewesen, wie der WDR berichtete.
Hamburg: Baum stürzt auf Kleinbus
Am Dienstagmorgen führte ein kurzes, starkes Gewitter in Hamburg zu einem Verkehrsunfall mit sieben Verletzten. Ein Bus stürzte auf einen voll besetzten Kleinbus. Vier Erwachsene und drei Kinder wurden in dem Fahrzeug eingeschlossen und mussten von der Feuerwehr befreit werden.
Unwetter können Hagel, Starkregen und Sturmböen bringen
Nachdem die Gewitter über den Nordosten und die Landesmitte hinweggezogen sind, muss laut DWD vor allem der Südwesten zum Nachmittag hin mit Gewittern und teilweise mit Unwettergefahr rechnen. Laut DWD sind dabei Starkregen, Hagel sowie Sturm- und eventuell sogar Orkanböen möglich.
In der Nacht zum Mittwoch rechnet der DWD mit erneuten Gewittern und teils Unwettern über der Mitte, später im Osten und Nordosten Deutschlands. Gewarnt wird vor mehrstündigem Starkregen. In Baden-Württemberg könnten lokal etwa bis zu 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde herunterkommen. Im Südosten und Osten bleibt die Unwettergefahr auch am Mittwoch bestehen.
Neben den Unwettern warnt der DWD in nahezu ganz Deutschland vor starker, teilweise extremer Hitzebelastung. Im Laufe des Tages könnten die Temperaturen erneut auf bis zu 38 Grad ansteigen, an den Küsten auf bis zu 30 Grad.
