In Taiwan probt die Armee mit einem großangelegten Manöver eine Reaktion auf einen möglichen Angriff Chinas. Dabei wird auch das mobile Internet gedrosselt, um das Land auf schwere Krisen vorzubereiten.
In Taiwan hat die größte militärische Übung des Jahres begonnen. Mit dem Manöver bereitet sich der Inselstaat auf einen möglichen Angriff oder eine Blockade durch China vor. Die Übung läuft noch bis Freitag kommender Woche.
Daran beteiligt sind örtlichen Medienberichten zufolge mehr als 20.000 Soldaten und Reservisten. Marine und Küstenwache üben zudem, wichtige Seewege zu sichern und Lieferungen lebenswichtiger Güter zu begleiten.
Zudem sollen erstmals Reporter in die Truppe eingebettet werden, um den Informationsfluss im Kriegsfall und die Abwehr von Falschinformationen zu testen.
Auch Internet wird gedrosselt
Im Zentrum und Norden des Landes werden nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP zwei Luftangriffe simuliert. Dabei werde auch erstmals das Internet für eine halbe Stunde gedrosselt, hieß es.
Damit solle erprobt werden, wie die zivile Bevölkerung bei einem Cyber-Angriff Chinas geschützt – oder während einer anderen schweren Krise wie einer Naturkatastrophe – ohne schnelles Internet kommunizieren kann. In den betroffenen Gebieten leben rund 70 Prozent der Bevölkerung.
Mit dem Manöver reagiert Taiwan auf den wachsenden militärischen Druck Chinas. Die Volksrepublik erhebt Anspruch auf den demokratisch regierten Inselstaat. Dabei schließt sie auch die Anwendung militärischer Mittel nicht aus. Taipeh weist Pekings Ansprüche zurück.
