Studien für Medikamente und Impfstoffe gegen die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus haben begonnen. Gleichzeitig warnt die WHO vor der immer noch rasanten Ausbreitung der Krankheit in der Demokratischen Republik Kongo.
Im Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo haben inzwischen mehrere Medikamente- und Impfstoffstudien begonnen. Auch im günstigsten Fall, dass die Medikamente und Impfstoffe sich als wirksam erweisen, werde es aber Monate dauern, bis sie allen Betroffenen zur Verfügung stehen, sagte Vasee Moorthy von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Gleichzeitig gebe es vielversprechende Daten aus vorklinischen Studien, die diese Woche noch ausgewertet werden sollen. Untersucht werden Medikamente zur Behandlungen der Krankheit, eine mögliche Prophylaxe und zwei Impfstoffe.
WHO setzt auf RNA-Technologie
Dabei handelt es sich Moorthy zufolge um sogenannte RNA-basierter Impfstoffe, die im Prinzip so ähnlich funktionieren wie Impfstoffe gegen das Corona-Virus. Einer wird von der englischen Universität Oxford in Zusammenarbeit mit dem Serum Institute of India entwickelt, der zweite vom US-Biotech-Unternehmen Moderna.
Bislang wurden nur Impfstoffe für andere Ebola-Varianten entwickelt. Für die Bundibugyo-Variante, die im Kongo jetzt schon rund 4.000 Menschen infiziert und 1.700 getötet hat, gibt es noch keinen Impfstoff.
Tedros warnt vor schneller Ausbreitung
Dieses Virus breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo weiter rasant aus. Und das geschehe schneller, als man dagegen ankämpfen könne, sagte der Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, bei einem Besuch in der Hauptstadt Kinshasa.
Knapp drei Monate nach Beginn des Ausbruchs verdoppele sich in manchen Orten die Zahl der Infektionen, berichtete er nach einem Treffen mit Behördenvertretern. Man sei sich einig, dass die Bemühungen gegen die Ausbreitung verstärkt werden müssten.
USA erhöhen finanzielle Hilfen
Die USA haben unterdessen zusätzliche Gelder in Höhe von mehr als 242 Millionen Dollar zur Bekämpfung der Ebola-Pandemie in der Demokratischen Republik Kongo bereitgestellt. Mit diesen neuen Mitteln beläuft sich die direkte finanzielle US-Unterstützung auf mehr als 500 Millionen Dollar, wie das US-Außenministerium mitteilte.
Washington rief andere Länder dazu auf, ihre Beiträge zur Bekämpfung der Krankheit ebenfalls zu erhöhen. Zugleich würdigten die USA Uganda für seine Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs. Während der Pandemie-Verlauf in der DR Kongo weiterhin „Anlass zur Sorge“ gebe, habe Uganda „rasch und entschlossen“ gehandelt, um auf den Ausbruch zu reagieren und die Ausbreitung von Ebola zu begrenzen, erklärte das US-Außenministerium.
Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen und kann schweres hämorrhagisches Fieber auslösen. In den vergangenen 50 Jahren starben in Afrika mehr als 15.000 Menschen an der Krankheit.
