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Politik

Halbjahresbilanz: Commerzbank macht Gewinnsprung | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 06.08.2026 • 09:03 Uhr

Die Commerzbank hat im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis erzielt. Bestärkt durch die guten Zahlen blickt der Vorstand selbstbewusst auf den Übernahmeversuch der UniCredit. Zu dem Thema stehen neue Gespräche an.

Die Commerzbank hat im zweiten Quartal fast doppelt so viel verdient wie ein Jahr zuvor. Das operative Ergebnis stieg um rund 17 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Der Überschuss im Zeitraum April bis Juni legte auf 898 Millionen Euro zu, wie der DAX-Konzern mitteilte. Das war noch mehr als von Analysten erwartet.

Das bescherte der Commerzbank im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis: Das operative Ergebnis legte in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu. Das Nettoergebnis kletterte um rund 40 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro. Das Rekordergebnis aus dem ersten Halbjahr zeige, „welche Kraft in unserem Geschäftsmodell steckt“, betonte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp.

Kontrollübernahme erwartet

Nach einem Rekordergebnis im ersten Halbjahr sieht sich die Commerzbank nun „voll auf Kurs, ihr Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro im Gesamtjahr zu erreichen“. Die Bank will weitere bis zu 1,2 Milliarden Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Es ist nicht die erste Rückkaufaktion: Bereits zuvor hatte die Bank mit Aktienrückkäufen und höheren Gewinnen Aktionäre bei der Stange halten wollen.

Doch die Unabhängigkeit der zweitgrößten börsennotierten Bank Deutschlands konnte es nicht sichern: Die italienische Großbank UniCredit hat knapp zwei Jahre nach ihrem Einstieg bei der Commerzbank inzwischen Zugriff auf fast die Hälfte der Anteile. UniCredit-Chef Andrea Orcel erwartet nach jüngsten Aussagen eine baldige Kontrollübernahme bei dem Frankfurter Institut. Bald stehen neue Gespräche an.

Mit den dafür nötigen Genehmigungen der Aufseher sei vielleicht noch in diesem Jahr zu rechnen, sagte Orcel vor wenigen Tagen. Kurz danach werde man die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen und die Strategie implementieren. Wenn nötig, werde UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, heißt es in der Präsentation weiter.

„Gestaltungsauftrag für beide Seiten“

Orlopp gibt sich trotzdem kämpferisch: „Auch wenn die UniCredit über eine Mehrheit auf der nächsten Hauptversammlung verfügt, kann sie über wesentliche Strukturmaßnahmen nicht allein entscheiden“, bekräftigte Orlopp. „Das ist ein klarer Gestaltungsauftrag für beide Seiten. Dafür braucht es ein gemeinsames Verständnis des Geschäftsmodells und die Einbindung aller Stakeholder.“

Die Übernahme durch die UniCredit ist weder dem Commerzbank-Vorstand unter Orlopp, noch den Arbeitnehmern, noch der Bundesregierung willkommen. Es wird vielmehr von einer „feindlichen Übernahme gesprochen“.

Der Bund, dessen Aktienverkauf im September 2024 zum Einfallstor für die UniCredit wurde, hält noch gut zwölf Prozent der Anteile. Die Beteiligung ist eine Folge der Finanzkrise 2008/2009, als der Staat das Institut mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahrte.

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