Zehntausende Menschen hatten vergangene Woche die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta überwunden. Falschinformationen in sozialen Netzwerken sollen den Andrang befeuert haben. Die EU-Kommission nimmt Meta und TikTok in die Pflicht.
Nach dem massenhaften Andrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta hat die EU-Kommission die Plattformen Meta und TikTok zu einem entschlosseneren Vorgehen gegen Falschinformationen aufgefordert. Digitalkommissarin Henna Virkkunen gab den Tech-Unternehmen indirekt eine Mitschuld an der jüngsten Migrationskrise.
Die Finnin deutete an, Meta und TikTok hätten nicht genug gegen Falschinformationen getan, die auf ihren Plattformen zirkulieren. Nach einem Treffen mit Vertretern der Unternehmen schrieb sie auf X, vor allem in Krisensituationen müssten die Plattformen die Integrität des digitalen Raums schützen. Außerdem müsse die Überwachung verstärkt und die Zusammenarbeit mit Faktenprüfern verstärkt werden.
EU-Digitalministerin Henna Virkkunen fordert von Meta und TikTok, entschiedener gegen Falschinformationen vorzugehen.
Nachricht über angeblich offene Grenze
In der vergangenen Woche hatten 72.000 Menschen die spanische Exklave Ceuta erreicht. Angaben der spanischen Regierung zufolge kamen dabei 80 Menschen ums Leben. Menschenrechtsgruppen gehen von insgesamt mehr als 140 Toten aus.
Zu dem Andrang sollen auch Falschinformationen in Sozialen Netzwerken beigetragen habe. Zahlreiche Migranten berichteten, Videos und Nachrichten auf Plattformen wie TikTok hätten suggeriert, dass die normalerweise streng gesicherte Grenze plötzlich offen sei.
Auch Nachrichten über bereitstehende Unterkünfte und Möglichkeiten zur Weiterreise auf das spanische Festland seien kursiert.
EU will künftig Soziale Medien aufmerksam beobachten
Die EU-Kommission kündigte an, sich weiter mit der Rolle der Plattformen zu befassen. Um auf vergleichbare Entwicklungen besser vorbereitet zu sein, will die EU beliebte soziale Netzwerke künftig aufmerksamer beobachten.
Nach einer Sondersitzung der Mitgliedstaaten hieß es diese Woche, um das gemeinsame Lagebild zu verbessern, könnten Frühwarnsysteme weiterentwickelt werden.
