Sie wollen in Kriegs- und Krisengebieten helfen und werden immer wieder selbst zu Opfern: Im vergangenen Jahr wurden Hunderte Helfer im Einsatz getötet, verwundet oder entführt. Besonders betroffen sind zwei Regionen.
Im vergangenen Jahr sind weltweit 350 Helfer bei humanitären Einsätzen ums Leben gekommen. Allein im Gazastreifen starben 186 Menschen, wie aus aktuellen Zahlen der Aid Worker Security Database hervorgeht. Im Sudan kamen demnach 71 Helfer ums Leben. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres starben laut der Erhebung mindestens 83 humanitäre Helfer.
Neben den 350 getöteten Mitarbeitern von Hilfsorganisationen erfasst die Statistik für das vergangene Jahr 322 verwundete und 235 entführte Helfer – insgesamt sind das 907. Ein Anstieg im Vergleich zu 2024: Damals lag die Zahl bei 833. Allerdings war 2024 die Zahl der getöteten Helfer mit 387 höher als im vergangenen Jahr.
„Nicht hinnehmbarer Zustand“
„Auch 2025 waren humanitäre Helferinnen und Helfer in vielen Ländern großen Gefahren ausgesetzt. Sie arbeiten oft unermüdlich und bis an den Rand der Erschöpfung“, sagte der Sprecher der SOS-Kinderdörfer, Boris Breyer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Trotz der massiven Belastung halten diese Menschen in schlimmsten Situationen die Fahne der Menschlichkeit hoch.“ Eigentlich seien sie durch das humanitäre Völkerrecht geschützt, doch in der Realität seien sie immer wieder Angriffen ausgesetzt. „Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand, der enden muss“, so Breyer.
Die in Großbritannien geführte Datenbank Aid Worker Security Database gilt als maßgeblich für die Einschätzung der Sicherheit von humanitären Helfern weltweit. Ihr zufolge starben im laufenden Jahr bereits 83 Menschen bei Hilfseinsätzen. Diese Angaben bedürfen aber noch einer Bestätigung.
