Noch immer ist unklar, wie es mit der Straße von Hormus weitergeht. Iran erklärte nun, mit Oman an neuen Regeln für die Meerenge zu arbeiten. Demnach erwägt Teheran, dort Gebühren zu erheben – als Entgelt für Dienstleistungen.
Iran erwägt nach eigenen Angaben, von Handelsschiffen künftig Gebühren für eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben – als Gegenleistung für Dienstleistungen. Wie Außenamtssprecher Ismail Baghai laut iranischen Medien sagte, erarbeite das Land gemeinsam mit Oman „Mechanismen zur Überwachung der Sicherheit, zum Schutz der Umwelt und zur Bekämpfung der Kriminalität auf See“. Für die maritimen Dienstleistungen für Schiffe würden normalerweise entsprechende Gebühren und Entgelte erhoben.
Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg verlief die Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitgehend ungestört – und war zudem kostenfrei: Für Durchfahrten erhob Iran weder Maut noch Gebühren.
Insider hatten in der vergangenen Woche gesagt, der Iran erwäge die Erhebung einer Gebühr von fünf bis sieben Prozent des Warenwerts des jeweils durchfahrenden Schiffes. Auch der Oman erwäge solche Gebühren. Hier seien drei Prozent im Gespräch.
Trump: „Es ist wie eine Schachpartie“
Das Regime in Iran forderte einmal mehr ein Einlenken der USA. „Es liegt an der US-Seite, ihre illegalen und zerstörerischen Handlungen einzustellen und Wiedergutmachung zu leisten“, sagte Baghai und verwies auf die US-Blockade iranischer Häfen. Zudem konterte er einen zuvor von US-Präsident Donald Trump aufgestellten Vergleich.
Trump hatte zu den diplomatischen Bemühungen mit Iran gesagt: „Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie.“ Baghai erwiderte nun: Ob eher unauffällig oder im Rampenlicht – die Iraner hätten bewiesen, dass sie professionelle Schachspieler seien.
Vance: Wieder das Vorkriegsniveau herstellen
Iran fordert von den USA unter anderem die Aufhebung der Blockade iranischer Häfen, die Zahlung von Entschädigungen für die Kriegsschäden, die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Die Forderungen hatte Iran früher schon einmal genannt – als Bedingungen für ein dauerhaftes Abkommen mit den USA, in dem es auch noch um das iranische Atomprogramm ging. Nun werden sie zur Voraussetzung für ein Abkommen gemacht, das lediglich auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus abzielen soll.
Ziel der USA ist es laut Vizepräsident JD Vance, beim Öl- und Gastransport durch die Straße von Hormus wieder das Vorkriegsniveau herzustellen. Das entgegnete der Republikaner bei Fox News auf die Frage, was bei einem Abkommen ein akzeptabler Status quo für die Meerenge wäre.
Schlüsselroute für Öl, Gas und Düngemittel
Der Streit um die Durchfahrtsrechte auf der internationalen Schlüsselroute für Öl, Gas und Düngemittel gilt als ein wesentlicher Auslöser für die jüngste Eskalation im militärischen Konflikt zwischen den USA und Iran. Die Straße von Hormus misst an ihrer schmalsten Stelle nur etwa 39 Kilometer. Da Iran und Oman jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone (etwa 22,2 Kilometer) beanspruchen, überschneiden sich die Hoheitsgewässer beider Anrainer. Internationale Gewässer existieren in diesem Bereich nicht.
Das UN-Seerechtsübereinkommen (Unclos) garantiert dort ein Recht auf Transitdurchfahrten und untersagt eine Blockade von Handelsschiffen. Iran akzeptiert diese Rechtslage nicht.
