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Betrugsmaschen

Gefälschte Doctolib-Mails fluten Postfächer: Erste-Hilfe-Set ist Fake

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 13, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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→Wie erkennt man Phishing-Mails und gefälschte SMS? Antworten finden Sie im Leitfaden Phishing erkennen.

Aktuell werden massenhaft gefälschte Doctolib-Mails verschickt, die ein kostenloses Erste-Hilfe-Set nach einer kurzen Umfrage versprechen. Seit Mitte Juli erreichen uns dazu zahlreiche Zuschriften und Screenshots.

Screenshots verschiedenster Doctolib-Fake-Mails: Immer wird ein Erste-Hilfe-Set im Wert von 49,99 Euro versprochen, wenn man an einer kurzen Umfrage teilnimmt.
Screenshots verschiedenster Doctolib-Fake-Mails: Immer wird ein Erste-Hilfe-Set im Wert von 49,99 Euro versprochen, wenn man an einer kurzen Umfrage teilnimmt.

Das Angebot ist nicht echt. In einem Warnartikel haben wir darüber bereits berichtet: Fake-Umfrage mit Doctolib-Belohnung

Die Mails und Folgeseiten imitieren Doctolib, führen aber zu Formularen, in denen Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Kreditkartendaten abgefragt werden. Der angebliche Preis von 0,00 Euro soll Vertrauen schaffen, die „Versandkosten“ dienen als Köder für Zahlungsdaten.

Die Mails imitieren Doctolib

Die Betreffzeilen variieren, der Aufbau bleibt ähnlich: „Ihre KOSTENLOSE Doctolib-Belohnung läuft heute ab“, „Ihr Erste-Hilfe-Set wartet“ oder „Doctolib Umfrage-Belohnung“. In den Nachrichten wird behauptet, Empfänger könnten nach einer kurzen Umfrage ein Erste-Hilfe-Set erhalten.

Auffällig ist, dass die Absenderadressen nicht zu Doctolib passen. In den uns vorliegenden Beispielen tauchen unter anderem fremde Domains, private oder geschäftliche Adressen und technisch auffällige Absender auf. Teilweise steht zwar „Doctolib“ als Anzeigename im Postfach, die tatsächliche Mailadresse verweist aber auf ganz andere Domains.

Genau darauf setzen solche Phishing-Mails: Viele Menschen sehen zuerst Logo, Name und Betreff. Die tatsächliche Absenderadresse bleibt auf dem Smartphone oft verborgen oder wird erst nach einem Tippen auf Details sichtbar.

Die Umfrage ist nur der Köder

Nach dem Klick landen Nutzer auf Webseiten, die Doctolib optisch nachahmen. Dort wird eine angebliche Umfrage angezeigt, meist mit einfachen Fragen und einem auffälligen Button wie „Umfrage starten“ oder „Belohnung anfordern“.

Die Seiten arbeiten mit typischen Druckmitteln: Das Angebot laufe „heute“ ab, es seien nur noch wenige Sets verfügbar, bereits Hunderte Produkte seien vergeben worden. Solche Elemente sollen verhindern, dass Nutzer in Ruhe prüfen, ob die Seite wirklich zu Doctolib gehört.

In mehreren Screenshots folgt nach der angeblichen Umfrage eine Produktseite mit „0,00 €“, „Nur Versandkosten“ und einem vermeintlich knappen Lagerbestand. Am Ende wird ein Formular eingeblendet, das vollständige Liefer- und Zahlungsdaten verlangt.

Am Ende geht es um persönliche Daten und Kreditkartendaten

Der entscheidende Punkt liegt im letzten Schritt: Wer das angebliche kostenlose Set anfordert, soll nicht nur eine Adresse eintragen, sondern auch Kreditkartennummer, Ablaufdatum und CVV. Damit ist das Risiko nicht mehr nur Spam, sondern konkreter Zahlungsdatenmissbrauch.

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Gut, dass du nachgeschaut hast.

Viele Menschen teilen Falschmeldungen nicht aus Bosheit, sondern weil sie verunsichert sind. Mimikama schafft genau in diesem Moment Klarheit. Wenn dir diese Arbeit hilft, unterstütze uns dabei, weiterzumachen.


In solchen Fällen können Abbuchungen je nach Masche über Drittanbieter, versteckte Abos oder weitergereichte Zahlungsdaten erfolgen. Entscheidend ist: Ein angebliches Geschenk, das Kreditkartendaten verlangt, sollte grundsätzlich misstrauisch machen.

Das Kleingedruckte schützt nicht

In einem der gemeldeten Fälle war auf der gefälschten Seite im Kleingedruckten zu lesen, dass die Webseite nicht direkt mit Doctolib verbunden sei.

"Diese Website ist nicht mit Doctolib oder ähnlichen Marken verbunden ..."
„Diese Website ist nicht mit Doctolib oder ähnlichen Marken verbunden …“

Solche Hinweise ändern nichts am Täuschungscharakter der Masche, wenn zuvor Logo, Name, Farbwelt und Ansprache den Eindruck eines Doctolib-Angebots erzeugen.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Auch eingeblendete Sicherheitslogos wie McAfee, Norton, TRUSTe oder SSL-Siegel sind kein Beweis für Seriosität. Solche Grafiken können problemlos in betrügerische Seiten eingebaut werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  • Wer nur die Mail geöffnet hat, muss in der Regel nichts weiter tun. Die Nachricht sollte gelöscht oder als Spam gemeldet werden.
  • Wer auf den Link geklickt, aber keine Daten eingegeben hat, sollte die Seite schließen und keine weiteren Buttons anklicken.
  • Wer Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse eingetragen hat, muss mit weiterer Werbung, Spam oder Betrugsversuchen rechnen.
  • Wer Kreditkartendaten eingegeben hat, sollte die Karte sofort über die Bank oder den Sperrnotruf sperren lassen, Abbuchungen kontrollieren und unberechtigte Zahlungen reklamieren. Zusätzlich ist es sinnvoll, Screenshots, Mails und Abbuchungen zu sichern.

Woran man die Masche erkennt

Die wichtigsten Warnzeichen sind hier klar erkennbar: ein angeblich kostenloses Marken-Geschenk, ein fremder bzw. getarnter Absender, Zeitdruck, künstliche Verknappung, Versandkosten als Vorwand und am Ende die Abfrage sensibler Zahlungsdaten.

Doctolib-Angebote sollten nur über die offizielle Website oder App geprüft werden. Links aus unerwarteten Mails sind dafür der schlechteste Weg.

Bewertung: Betrug/Phishing. Die gefälschten Doctolib-Mails versprechen ein kostenloses Erste-Hilfe-Set, führen aber zu Daten- und Zahlungsabgriff.

FAQ zur Doctolib-Umfrage

Verschenkt Doctolib kostenlose Erste-Hilfe-Sets per Mail?

Dafür liegt in den uns gemeldeten Fällen kein belastbarer Hinweis vor. Die vorliegenden Mails stammen von auffälligen, nicht passenden Absenderadressen und führen auf nachgebaute Seiten.

Warum kostet das Set angeblich 0,00 Euro?

Der Preis von 0,00 Euro dient als Köder. Die angeblichen Versandkosten dienen dazu, Nutzer zur Eingabe ihrer Kreditkartendaten zu bringen.

Was tun, wenn ich meine Kreditkartendaten eingegeben habe?

Die Karte sollte sofort gesperrt werden. Danach sollten Abbuchungen geprüft, unberechtigte Zahlungen reklamiert und die Mail samt Screenshots gesichert werden.

Reicht es, die Mail einfach zu löschen?

Ja, wenn keine Links angeklickt und keine Daten eingegeben wurden. Die Mail kann zusätzlich als Spam oder Phishing gemeldet werden.

✓ Dieser Fall wurde geprüft

Der nächste Fake ist schon unterwegs.

Diesen hier hast du geprüft gesehen – die meisten Menschen sehen ihn ungeprüft. Bleib ihnen einen Schritt voraus.

Früher gewarnt werden →

Kostenlos · Jederzeit abbestellbar

📩 Mir ist auch etwas Verdächtiges begegnet – prüfen lassen

Claudia lächelt freundlich in einem hellen Raum.

Claudia Spiess

Claudia Spiess ist Redakteurin und Designerin bei Mimikama,
Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Sie verbindet
journalistische Sorgfalt mit visueller Kommunikation und trägt
zur verständlichen Aufbereitung von Faktenchecks bei.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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