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Startseite»Nachrichten»Studie zu Musik am Steuer: Sorgt Taylor Swifts neues Album für mehr Verkehrsunfälle?
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Studie zu Musik am Steuer: Sorgt Taylor Swifts neues Album für mehr Verkehrsunfälle?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Studie zu Musik am SteuerSorgt Taylor Swifts neues Album für mehr Verkehrsunfälle?

Am Veröffentlichungstag im Oktober 2022 erzielte das Album „Midnights“ von Taylor Swift allein in den ersten 24 Stunden rund 185 Millionen Streams und stellte damit einen neuen Rekord auf. (Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Veröffentlichen Popstars neue Alben, sterben in den USA mehr Menschen im Straßenverkehr – das zeigt eine neue Studie. Die Forschenden gehen davon aus, dass Menschen am Steuer stärker abgelenkt sind, wenn ihr Lieblingskünstler neue Musik herausbringt.

Sorgen Taylor Swift, Drake und andere Stars indirekt für mehr Verkehrsunfälle, wenn sie neue Alben veröffentlichen? Die These wirkt auf den ersten Blick skurril – wird aber von Forschern unter anderem von der Harvard Medical School in Boston für möglich gehalten. Das Team um Vishal R. Patel stellte fest, dass in den USA an Veröffentlichungstagen von Alben populärer Musikstars mehr Menschen bei Autounfällen ums Leben kommen.

Es könne also einen Zusammenhang zwischen Musik-Streaming per Smartphone, Ablenkung beim Fahren und der Zahl der Verkehrstoten geben, heißt es im Fachjournal „Jama Network Open“. Ein direkter kausaler Zusammenhang könne allerdings nicht nachgewiesen werden.

So starben zwischen 2017 und 2022 bei Verkehrsunfällen in den USA 233.809 Menschen, wie die Autoren schreiben. Die bereinigte Zahl der Verkehrstoten war an Tagen, an denen wichtige Alben erschienen, rund 15 Prozent höher als in den zehn Tagen davor und danach. So lag sie an den Veröffentlichungstagen bei rund 139 und an den anderen bei rund 121. Das Musik-Streaming generell nahm an den Veröffentlichungstagen um etwa 43 Prozent zu.

Drake und Taylor Swift massenhaft gestreamt

Die Forscher werteten Zahlen aus dem nationalen Unfallregister Fatality Analysis Reporting System aus und setzten diese mit Abrufzahlen des in den USA populärsten Musikstreaming-Dienstes Spotify in Beziehung. Dabei fokussierten sie sich auf die zehn Alben aus den betrachteten Jahren, die innerhalb eines einzigen Tages am meisten gehört wurden. Dazu gehören mehrere Alben von Taylor Swift (darunter „Midnights“) und Drake (darunter „Certified Lover Boy“) sowie von Bad Bunny oder Kendrick Lamar.

Das Team betont, dass sich aus dem Zusammenhang nicht eindeutig belegen lasse, dass tatsächlich das Streaming der neuen Alben mit dem höheren Unfallrisiko einhergehe. So bleibt etwa unbekannt, ob die konkreten Unfallopfer die jeweiligen Alben hörten oder nicht.

Es könnten also auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Dennoch sei plausibel, dass die Bedienung von Musikangeboten während der Fahrt – also etwa das Anwählen eines Albums übers Handy oder das Bedienen einer auto-internen Steuerung – eine Aktivität sei, die zu Ablenkung beitrage, betont das Team. Zudem habe andere Forschung bereits gezeigt, dass auch Musikhören selbst für Ablenkung sorgen könne.

Keine Grundlage für konkrete Vorhersagen

In einem in der gleichen Ausgabe veröffentlichter Kommentar zu der Studie heißt es, die Ergebnisse seien plausibel und stützten ähnliche Forschungsergebnisse. Schon kleinste Aufmerksamkeitslücken könnten bei einer Geschwindigkeit von knapp 100 Kilometern pro Stunde tödliche Folgen haben, schreiben Donald A. Redelmeier und Jonathan Zipursky von der Universität Toronto.

Allerdings kritisieren sie, dass die Ergebnisse nicht geeignet seien, um vorherzusagen, in welchem Ausmaß ein erwartetes populäres Album das Unfallrisiko erhöhe. So sei etwa nicht einfach zu erklären, weshalb die Veröffentlichung von Drakes Album „Her Loss“ im Jahr 2022 mit einem Anstieg der zusätzlichen Verkehrstoten von 67 Prozent einherging, das vorherige Album „Certified Lover Boy“ im Jahr zuvor jedoch nur mit einem Anstieg um 8 Prozent. Höre man sich die Alben an, erschließe sich nicht, weshalb beim gleichen Künstler eine so weite Spanne zwischen beiden Werten liege.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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