KURZMELDUNG · KANADA
Jugendliche chatten häufig, erzählen online Persönliches und verbringen dabei Zeit am Bildschirm. Eine kanadische Studie vom 27. September 2026 hat nicht nur die Dauer betrachtet, sondern gefragt, wie Online-Kommunikation mit der Fähigkeit zur Perspektivübernahme zusammenhängt.
Die Forschenden untersuchten 127 Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren. Sie verwendeten zwei Aufgaben zur sogenannten „Theory of Mind“. Gemeint ist die Fähigkeit, Gedanken, Absichten und Sichtweisen anderer Menschen einzuschätzen. Dazu kamen Selbstauskünfte über Online-Gespräche, persönliche Offenheit und die Bevorzugung digitaler Kontakte.
Bessere Ergebnisse bei der nonverbalen „Silent Films“-Aufgabe waren mit häufigerer Online-Kommunikation und stärkerer Selbstoffenbarung verbunden. Diese Jugendlichen berichteten zugleich seltener, Online-Kontakte grundsätzlich persönlichen Begegnungen vorzuziehen. Beim zweiten Test zur Perspektivübernahme zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.
Die Studie belegt keine Ursache. Sie kann weder zeigen, dass Online-Kommunikation soziale Fähigkeiten verbessert, noch dass diese Fähigkeiten zu mehr Chatverhalten führen. Die Stichprobe war klein, das Nutzungsverhalten wurde nicht technisch gemessen und die Ergebnisse stammen ausschließlich aus Kanada.
Der Befund zeigt vor allem, warum reine Bildschirmzeiten wenig über den digitalen Alltag Jugendlicher aussagen. Häufiges Chatten kann persönliche Gespräche, Freundschaften oder Selbstoffenbarung bedeuten. Ob die Nutzung problematisch ist, lässt sich daher nicht allein an Minuten und Stunden ablesen.
Quellen
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